Der Samichlaus tut Kindern gut

Sollen wir Kindern noch Geschichten vom Samichlaus erzählen? Ja, unbedingt, so die Meinung britischer Psychologen.

„Der Samichlaus ist aus der Sicht des Kindes eine übermenschliche Instanz, welche die moralische Entwicklung der Kinder fördert“, berichtete die englische Psychologin Linda Breen im Fachmagazin „Psychiatric Bulletin“. Wenn Kinder Briefe an den Samichlaus schreiben, enthalten diese fast immer Wünsche für eine andere Person sowie für arme und kranke Menschen. Der Samichlaus begleite die Kinder somit als Symbol für Grosszügigkeit und Fürsorge und vermittle Gefühle wie Liebe und Trost.

Es gäbe zudem keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die Autorität der Eltern durch das Erzählen dieser Kindheitsmythen von Weihnachtsmann, Christkind oder dem Osterhasen leiden könnte. Im Gegenteil: Sie fördern im erheblichen Mass die Fantasie – in Zeiten, in denen diese zunehmend zu kurz kommt. Viele Kinder stellen sich vor, das Zuhause des Samichlaus befinde sich im winterlichen, tiefen Schwarzwald, und von dort käme er auf einem langen Weg zusammen mit dem Schmutzli und einem Esel.

Neben dem positiven Effekt auf die Entwicklung des kindlichen Sozialverständnisses verbindet die Psychologin weitere Vorteile mit dem Mythos des Samichlaus. So erleben die Kinder Rollenmodelle, wie sie auch in der Familie wichtig sind. Der Weihnachtsmann weiss, wer Gutes getan hat und wer nicht und kann dies entsprechend belohnen. Ausserdem fördert der gelebte Mythos Familienzusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl und regt bereits die Jüngsten zu konstruktivem Denken an. Auch wenn vielleicht nicht alle Psychologen die optimistischen Ansichten von Linda Breen teilen: Solange der Samichlaus mit duftenden Gutzi, Mandarinli und Grittibänz kommt, wird wohl kein Kind der Welt etwas gegen seine vermeintliche Existenz haben.

Stand: 12/06, BH