Gefährliche Sportarten für Schwangere
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Für Schwangere gefährliche Sportarten

Sehr ungünstig bis hin zu gefährlich sind für Schwangere solche Sportarten, die körperlich in irgendeiner Weise "extrem" sind. Dazu gehört alles, was mit

  • starker Anspannung der Bauchmuskulatur,
  • starker Belastung des Beckenbodens,
  • Wucht, Stoss, Schlag oder sonstiger Gewalt,
  • hohem Sturzrisiko bzw. Verletzungsrisiko,
  • ruckartigen Bewegungen, Beschleunigungen und starken Erschütterungen,
  • Sauerstoffmangel (unter Wasser oder in grosser Höhe),
  • grosser Hitze oder Kälte

verbunden ist.

Sportarten im Einzelnen

Bergsteigen sollten Sie für eine Zeitlang aufschieben. Das Gleichgewichtsgefühl ist stark verändert. Beim Abseilen kann es zu Verletzungen kommen. Und schliesslich ist die Höhe für die Sauerstoffversorgung des Babys problematisch.

Boxen ist in der Schwangerschaft wegen der Verletzungsgefahr bei Schlägen auf den Bauch nicht zu empfehlen.

Bungee-Jumping: Starke Erschütterungen und extreme Beschleunigungen machen Bungee-Jumping zu einer Sportart, die in der Schwangerschaft eindeutig zu gefährlich ist.

Eiskunstlaufen: Die dynamischen Bewegungsmuster und schnellen Drehbewegungen bergen im zweiten und vor allem im dritten Schwangerschaftsdrittel das Risiko einer Nabelschnurumschlingung.  

Vom Fallschirmspringen ist in der Schwangerschaft wegen der damit verbundenen Beschleunigung beim Fall und der Verletzungsgefahr bei der Landung abzuraten.

Geräteturnen oder Kunstturnen: Durch Aufprall auf die Geräte besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Die Gelenke werden extrem beansprucht. In der Schwangerschaft ist Geräteturnen daher tabu.

Beachten Sie!

Interview

Dr. med. Katharina Quack Lötscher: Bewegungsempfehlungen für (werdende) Mütter

Gewichtheben ist in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht erlaubt. Die extreme Anspannung der Bauchmuskulatur und die Druckerhöhung im Bauchraum ist zu gefährlich. Der Beckenboden wird übermässig belastet. Leichtes Hanteltraining zum Bodytoning unter Schonung der Bauchmuskulatur ist dagegen in Ordnung.

Gleitschirmfliegen ist nicht empfehlenswert. Höhen über 2000 Meter sollten sowieso in der Schwangerschaft vermieden werden. Durch den veränderten Gleichgewichtssinn kann es zu Fehltritten kommen, Start und Landung bergen deutliche Verletzungsgefahren.

Judo und auch andere Kampfsportarten sind wegen der häufigen Stürze und Verletzungsgefahr durch Tritte etc. in der Schwangerschaft nicht zu empfehlen.

Leichtathletik: Stoss-, Wurf- und Sprungdisziplinen, Kurzstreckenlauf und Langstreckenlauf sind in der Schwangerschaft ungeeignete Sportarten, da sie zu einer erhöhten Verletzungsgefahr, einer möglichen Überhitzung und einer zu grossen Stoffwechselbelastung führen können.

Mannschaftssportarten (v.a. Ballsport wie Handball, Basketball, Volleyball und Hockey) sind häufig mit Wucht, Schlägen oder Stössen in die Bauchgegend verbunden. Das Verletzungsrisiko durch Sprünge und Stürze ist hoch. Bei Mannschafts-Ballsportarten besteht ausserdem die Gefahr, mit einem Mitspieler zusammen zu stossen.

Reiten (und auch Kutschefahren) sollte als Sport in der Schwangerschaft nur mit äusserster Vorsicht betrieben werden, vor allem wenn durch die Zunahme des Bauchumfangs Ihr Gleichgewichtssinn beeinträchtigt ist. Und „No horse is a safe horse“ - selbst die geübteste Reiterin ist vor Stürzen nicht sicher! Übrigens gibt es keinen wissenschaftlichen Hinweis für das Gerücht, dass Reiterinnen wegen ihrer strafferen Beckenbodenmuskulatur schwerere und längere Geburten haben.

Vom Tauchen mit Druckluftflaschen ist während der Schwangerschaft dringend abzuraten! In einigen wissenschaftlichen Studien haben sich Hinweise auf eine leicht erhöhte Fehlbildungsrate ergeben, deren genaue Ursache aber nicht bekannt ist. Das Risiko scheint jedoch umso höher zu sein, je früher in der Schwangerschaft und je tiefer getaucht wird. Auch besteht die Gefahr einer fetalen Lungenembolie bei Dekompression. Schnorcheln gilt dagegen als ungefährlich.

Tennis und andere Ballsportarten: Tennis ist wegen der oft sehr abrupten Spurt- und Stoppbewegungen und der Verletzungsgefahr durch Stürze oder Bälle eher nicht für die Schwangerschaft geeignet. Durch die Drehbewegung beim Schlagen werden die Bandscheiben der unteren Wirbelsäule stark belastet. Die Bänder sind bei Schwangeren unter Östrogen- und Relaxin-Einfluss entspannter, was leichter zu Verletzungen führt. Auch besteht das Risiko, dass ein harter Ball auf den ungeschützten Bauch trifft. Dieselben Bedenken gelten auch für alle anderen Ballsportarten wie Squash und Tischtennis.

Trampolinspringen ist wie Bungee-Jumping, Fallschirmspringen und Gleitschirmfliegen durch die starke Beschleunigung und Verletzungsgefahr zu unterlassen.

Wasserskifahren: Wegen der extremen Erschütterungen sollten Sie auf Wasserskifahren in der Schwangerschaft verzichten. Gleiches gilt für andere Fahrsportarten wie Schlitteln, Motorboot fahren, Rennsport und Kunstfliegen.


Häufige Frage

Darf man in der Schwangerschaft noch mit Power Plate trainieren?

Letzte Aktualisierung : 05.2019, BH

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