Schwangere mit Wehen im Spital

Hebammentipp - mentale Geburtsvorbereitung

Viele Frauen haben vor der Geburt regelrechte Albträume. Das ist völlig normal. Zuviel Unbekanntes und Unangenehmes liegt darin, das man in seinen Ausmassen nicht erfassen kann. Schliesslich ist da auch noch die Angst, während der Geburt die Kontrolle zu verlieren, nicht mehr über seinen eigenen Körper bestimmen zu können und anderen so restlos ausgeliefert zu sein.

Machen Sie sich immer klar, dass Geburtsschmerz ein natürlicher Teil des Geburtserlebnisses ist – und Sie wissen zu jedem Zeitpunkt, wofür Sie die Schmerzen ertragen.  Und auch das Nachgeben, das Mitgehen, das Sich-Öffnen ist für den Ablauf einer Geburt wichtig. Der Geburtsschmerz, vor allem die Wehen machen bange. Aufgeregt und nervös zu sein, ist normal und versetzt uns Frauen auch in einen Zustand der erhöhten Aufmerksamkeit, was absolut gewollt ist. Es ist aber auch gut, sich immer wieder klar zu machen, dass die Wehen nicht unsere Gegner sind, sondern uns zu unserem Baby führen. Jede Wehe bringt Sie näher zu Ihrem grossen Geschenk, Ihrem Kind.

Versuchen Sie, sich positiv zu konditionieren. Sehen Sie die Wehe als eine Welle. Eine Welle, wie eine Wehe, kommt und geht. Sie hat einen Höhepunkt flacht ab und dann gibt es eine Pause... Ihre kleinen "Kurzurlaube" während der Geburt. Stellen Sie sich vor, Sie stehen im hüfthohen Wasser des Atlantiks und eine grosse Welle kommt auf Sie zu. Stehen Sie einfach nur da und bieten der Welle die Stirn, so wird diese Naturgewalt Sie umhauen. Nutzen Sie aber die Kraft der Welle und "surfen" ein Stück mit ihr, so bringt sie Sie ein gutes Stück näher an den Strand. Machen Sie sich die Wehe zum Partner. Diese positive Konditionierung ist ein wichtiger Teil der mentalen Geburtsvorbereitung. 

Letzte Aktualisierung : 01.2017, JM