Frau hustet oder niesst in Armbeuge
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Coronavirus in der Schweiz

(Stand: 23. Februar 2020, 16.00 Uhr. Diese Informationen werden laufend aktualisiert.)

Wie ist die Situation in der Schweiz?

In der Schweiz sind bislang rund 100 Verdachtsfälle auf das Corona-Virus abgeklärt worden. Alle Tests fielen laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) negativ aus.

In der Schweiz sind demnach bisher keine Infizierten bekannt geworden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Meldepflicht dennoch verschärft: Neu müssen Ärzte und Labors Verdachtsfälle innert zweier Stunden melden. Massnahmen bei der Einreise in die Schweiz, z.B. an Flughäfen, gibt es derzeit noch keine. Die Swiss und Konzern-Mutter Lufthansa haben jedoch sämtliche Flüge von und nach China (Peking und Shanghai) bis auf weiteres gestrichen. Von Reisen in die chinesische Provinz Hubei wird vom BAG abgeraten. Für die übrigen Regionen Chinas sind Vorsichtsmassnahmen zu beachten. Mehr Infos...

Die Gefahr für die Schweiz ist sehr gering. Zum Vergleich: An der saisonalen Grippe (Influenza) sterben in der Schweiz jährlich mehrere hundert Personen. Solange normale Hygieneregeln eingehalten werden – also in die Ellenbogen bzw. ein Taschentuch husten, häufig die Hände mit Wasser und Seife oder einer alkoholbasierten Reinigungslösung waschen und als Pflegepersonal einen Mundschutz tragen– besteht keine grosse Gefahr.

Seit dem 30. Januar 2020 hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Hotline aufgeschaltet, um Fragen aus der Bevölkerung zum Coronavirus  zu beantworten: Tel. 058 463 00 00.

Wie ist die Situation weltweit?

Bisher sind an dieser neuartigen Lungenerkrankung COVID-19, kurz für "coronavirus disease 2019" oder auf Deutsch Coronavirus-Krankheit 2019, weltweit 78.838 Personen erkrankt bzw. mittels Labornachweis bestätigt, 76.936 allein in China. Davon sind 2.466 verstorben. 23.386 Erkrankte konnten bereits als geheilt entlassen werden.

In Italien gibt es 79 bestätigte Coronavirus-Fälle, davon sind zwei Menschen verstorben. Für Italien gilt, wie für alle anderen betroffenen Regionen: Reisende sollen sich über die lokale Situation informieren. Ausserhalb von Italien ist in Europa die Situation bzgl. bestätigter Fälle unverändert: je 1 in Belgien, Schweden und Finnland, je 2 in Spanien und Russland, 9 in Grossbritannien, 12 in Frankreich, 16 in Deutschland). Ausser einem Todesfall in Frankreich und zwei in Italien geht es allen Patienten gut. Sie wurden isoliert und werden überwacht oder sind schon als geheilt entlassen.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

Das neue Corona-Virus gehört zur selben Virusfamilie wie das SARS-Virus, das 2002 und 2003 grassierte und ebenfalls Lungenentzündungen auslöste. Zu dieser Familie gehören aber auch harmlose Schnupfenviren und Erreger, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Als nachgewiesen gilt, dass sich das Virus im Rachen vermehrt, ähnlich wie die Influenzaviren ("echte" Grippe). Daher kann eine COVID-19-Infektionen schon bei Patienten in frühen Stadien im Labor aus Rachenabstrichen isoliert werden. Die Meinung der Experten ist zur Zeit, dass das Virus nicht (wie etwa das Windpockenvirus) „über die Luft“ übertragen wird, sondern dass es sich um Tröpfchen- und/oder Schmierinfektionen handelt. Die meisten Experten gehen inzwischen davon aus, dass eine Übertragung schon vor Beginn der Krankheitssymptome möglich ist.

Helfen Schutzmasken?

Allgemein gibt bei uns zur Zeit keine Notwendigkeit für Atemmasken. Sofern es nicht spezielle Masken sind,  wehren sie Feinpartikel nicht ab und schützen dementsprechend auch nicht vor einer Tröpfcheninfektion. Sinnvoll sei es aber laut WHO, dass Menschen, die sich bereits angesteckt haben, Schutzmasken tragen, um die die Verbreitung des Virus zu verhindern.

Wie wäscht man sich die Hände richtig?

Die Inkubationszeit des Coronavirus

Die Inkubationszeit, d.h. der Zeitraum von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen, beträgt etwa ein bis zwei Wochen. Die indirekte Ansteckungsgefahr (also wenn jemand nur die Türklinke anfasst, die vorher eine infizierte Person berührt hat) scheint nach den Erfahrungen in China sehr gering zu sein. Die Grippeimpfung schützt übrigens nicht gegen das Coronavirus.

Experten gehen nun davon aus, dass man sich bei einem Infizierten anstecken kann, obwohl noch keine Symptome der Krankheit vorliegen. „Ein längerer Face-to-Face-Kontakt ist eine mögliche Infektionsquelle“, so ein Fachmann.

Auf welche Symptome sollte man dennoch achten?

Reisende aus China oder Menschen, die engen Kontakt (auf Armlänge) mit solchen hatten, sollten auf folgende Symptome achten:

  • Anzeichen einer normalen Grippe mit Fieber, Muskelschmerzen, eventuell auch Übelkeit
  • Symptome der unteren Atemwege wie Husten und Atemnot
  • WICHTIG: Symptome der oberen Atemwege wie Schnupfen oder Halsschmerzen gehören nicht zum Krankheitsbild bei einer Coronavirus-Infektion!
  • Bei schweren Verläufen kommt es zu einer Lungenentzündung.

Ein Rachenabstrich bringt schnell Klarheit. Dieser wird dann ins Referenzlabor nach Genf geschickt und getestet.

In Frankreich, wo bisher 12 Erkrankte und ein Todesfall bestätigt wurden, wird geraten, sich im konkreten Verdachtsfall auf keinen Fall in ein Spital zu begeben, sondern den Rettungsdienst zu rufen.

Gibt es besondere Empfehlungen für Schwangere und Kleinkinder?

Auch wenn in der Schwangerschaft das Immunsystem etwas weniger gut funktioniert (v.a. um das ungeborene Kind nicht als "fremd" abzustossen), reichen die oben genannten vorbeugenden Massnahmen aus. Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf und Todesgefahr ist für gesunde Erwachsene und Kleinkinder extrem gering - so die Erfahrung in China. Zudem sei bei der Virusfamilie, zu der das Coronavirus gehört, nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen.

Newsticker

Welche Symptome sind typisch? | 03.02.2020

Bis jetzt ist in der Schweiz noch kein Verdachtsfall bestätigt worden. Trotzdem macht die Coronavirus-Infektion derzeit vielen Menschen Angst. Welche Symptome können darauf hindeuten und welche nicht? Schnupfen und zunächst Halsschmerzen, danach schleimiger Husten, leicht erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit und leichte bis mässige Kopfschmerzen – das sind die klassischen Symptome einer banalen Erkältung. Und sie sind nicht typisch für eine Infektion mit dem neuen Coronavirus (2019-nCoV). Der neue Erreger scheint vor allem die unteren Atemwege zu befallen. Erkältungssymptome wie Niesen und eine laufende Nase treten nach bisherigen Berichten in der Fachliteratur nicht auf. Hauptsymptome sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit – wie bei einer echten Grippe (Influenza). Hier besteht neben Husten und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber auch ein starkes Krankheitsgefühl sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Grippeerkrankungen sind für Laien kaum von Infektionen mit dem neuen Coronavirus zu unterscheiden. Entscheidend für den Verdacht ist nach derzeitigem Stand, ob die Person in den betroffenen Gebieten in China war und/oder engen Kontakt mit Personen aus diesen Gebieten hatte. Wenn dies für Sie zutrifft und Sie die oben beschriebenen Symptome an sich bemerken, sollten Sie sich im Zweifelsfall untersuchen lassen. Laufend aktualisierte Informationen zur Situation in der Schweiz

Letzte Aktualisierung : 23-02-20, BH

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