Hand mit Medikament und Wasserglas

Medikamente gegen Übelkeit

Helfen vorbeugendes Verhalten und sanfte Massnahmen nicht, können auch Medikamente gegen Schwangerschaftsübelkeit verordnet werden.

Bei einer ganzen Reihe von Präparaten konnte inzwischen in grossen Studien während der Schwangerschaft kein erhöhtes Risiko für kindliche Fehlbildung nachgewiesen werden. Dazu gehören die Inhaltsstoffe Pyridoxin (Vitamin B6, z.B. , Benadon®, Vitamin B6 Streuli®) und Meclozin (Itinerol®). 

Weitere bewährte Präparate sind Metoclopramid (Paspertin®, Primperan®) und Chlorpromazin (Chlorazin®). Als dritte Wahl gelten Ondansetron (Zofran®), Domperidon (Motilium®), Diphenhydramin, Dimenhydrinat, Doxylamin (im Handel als Lösung: Sanalepsi N®) und Kortikosteroide.

Im Ausland (z.B. USA und Deutschland) ist das Mittel der ersten Wahl nach Meinung vieler Experten die Kombination aus dem Antihistaminikum Doxylamin und Vitamin B, das allerdings schläfrig machen kann, oder Doxylamin und Pyridoxin. In der Schweiz ist es für diese Indikation nicht registriert.

Antihistaminika mit der Indikation Schwangerschaftserbrechen sind verschreibungspflichtig. Lassen Sie sich durch Ihren Arzt/-in oder Apotheker/-in beraten, welche dieser Medikamente für Sie am besten geeignet sind.


Häufige Frage zum Thema

Ich habe schon alles probiert, aber mir ist immer noch ständig übel. Gibt es kein Medikament, das mir hilft und in der Schwangerschaft erlaubt ist?


Newsticker

Gegen Schwangerschaftsübelkeit | 15.03.2019

Schätzungsweise 80% aller Schwangeren leiden in den ersten drei Monaten unter schwangerschaftsbedingter Übelkeit und Erbrechen. Dagegen wirkt Ondansetron (Zofran®) so effektiv und ohne Nebenwirkungen, dass es in den USA inzwischen schon einem Viertel aller Schwangeren verschrieben wird. Eine neue Studie über 13 Jahre und an mehr als 1,5 Mio. werdenden Müttern hat jetzt feststellen können, dass die Einnahme von Ondansetron im ersten Trimester weder das allgemeine Fehlbildungsrisiko noch die Häufigkeit von angeborenen Herzfehlern steigert. Allerdings wurde ein geringgradig erhöhtes Risiko für Kiefer-Gaumen-Spalten gefunden. Die Empfehlung lautet daher, Ondansetron nur dann zu verschreiben, wenn die Mittel der ersten und zweiten Wahl (wie Pyridoxin und Meclozin, bzw. Metoclopramid und Chlorpromazin) keine Wirkung zeigen.

Newsticker

Mittel gegen Übelkeit wieder zugelassen: Die US-Arzneibehörde FDA hat die Kombination des Antihistaminikums Doxylamin mit Vitamin B6 (alt Bendectin, neu Diclegis)  zur Behandlung von Schwangerschaftserbrechen wieder zugelassen, das der Hersteller vor 30 Jahren aus Angst vor Schadenersatzforderungen vom Markt genommen hatte. Zuvor war fälschlicherweise behauptet worden, dass damit Fehlbildungen ausgelöst werden könnten. An der Sicherheit und Effektivität des Mittels bestanden aus Sicht der Arzneibehörde niemals ernsthafte Zweifel und für US-Gynäkologen galt es seit längerem als Mittel der Wahl. (swissmom-Newsticker 25.4.2013)

Letzte Aktualisierung : 06-06-16, BH

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