Zahnpflege

Auch Milchzähne müssen geputzt werden

Milchzähne haben eine wichtige Funktion als Platzhalter für die bleibenden Zähne, darum ist es wichtig, dass sie bereits ab dem Hervortreten des 1. Zahns gut gepflegt werden.

Wenn die Milchzähne gezogen werden müssen, weil sie von Karies befallen sind, können sie diese Aufgabe natürlich nicht erfüllen. Die anderen Milchzähne "kippen" in die Lücke, und der bleibende Zahn hat nicht genügend Platz, sich gesund auszuwachsen. Die Folge sind Fehlstellungen, die Kauen, Sprechen und Aussehen beeinträchtigen und später mühevoll und teuer korrigiert werden müssen. Deshalb ist regelmässiges Zähneputzen zur Vorbeugung von Karies besonders wichtig.Gerade abends ist das Zähneputzen unerlässlich, weil wir nachts 10mal weniger Speichel produzieren, und die Bakterien dann ungestört die noch vorhandenen Speiseresten vergären könne und unsere Zähne so empfindlich schädigen können. Darum: Wer die Zähne geputzt hat, kriegt weder zu naschen noch zu trinken, ausser Wasser.

Vorsicht: Milch enthält Milchzucker, darum sind auch Milchschoppen nach dem Zähneputzen in der Nacht tabu!

Im ersten Lebensjahr soll dem Kind einmal pro Tag die Zähne geputzt werden, im zweiten Lebensjahr zweimal, ab dem dritten Lebensjahr (oder anders gesagt ab dem 2. Geburtstag) dreimal. Dazu können Eltern einen angefeuchteten Watteträger oder eine weiche Kinderzahnbürste verwenden.

Hier finden Sie unsere Empfehlungen zur richtigen Kinderzahnpasta.

Beachten Sie!

Interviews

Dr. med. dent. Claudia Sauer über Gesunde Milchzähne

Dr. med. dent. Claudia Bruckert über Zusatzversicherung für Zahnkorrekturen

Dr. med. dent. Hubertus van Waes über Zahnpflege bei Kindern

Wichtige Links: 

Mundgesundheit Schweiz 

zahnfreundlich.ch.

Etwa mit 1 1/2 bis 2 Jahren ist der Nachahmungstrieb der Kinder dann so gross, dass die Kinder ruhig auch mal alleine im Mund "hantieren" können. Allerdings können Kinder in diesem Alter ihre Zähne noch nicht alleine putzen, weil die Feinmotorik der Hände noch nicht ausreichend entwickelt ist. Ihr Kind kann aber bereits mit einfachen Vor- und Rückbewegungen die Kaufläche schrubben. Mutter oder Vater sollten aber in jedem Fall noch bis zum Schulalter nachputzen - und das Kind für seine "Vorarbeit" tüchtig loben.

Eltern sollten die Zahnreinigung immer überwachen und mindestens einmal am Tag selber vornehmen, dies bis das Kind mindestens 8 Jahre alt ist - aber auch hier, müssen die Eltern abschätzen, ob ihr Kind diese motorisch sehr anspruchsvolle Arbeit mit 8 Jahren wirklich schon genügend gut alleine ausführen kann. Nicht wenige Kinder brauchen noch länger die Hilfe der Eltern. Dies mag zwar zeitraubend und lästig erscheinen, doch können so dem Kind viele unangenehme Momente - und den Eltern Kosten - erspart bleiben.

Phasenweise werden sich Ihre Kinder gegen die Putzprozedur sträuben. Die Kleinen lassen sich aber meist gut überreden, wenn man ihnen vorgibt, dass ihre „Lieblinge“ mithelfen. Das Spektrum reicht da vom Mond über die Eule bis hin zum Traktor – alles, was Ihr Kind grad restlos begeistert, ist ein guter Zahnputzhelfer. Probieren Sie es aus! Auch das "Bestechen" z.B. mit einem Sticker pro Abend für das Ergänzen eines Stickerbuches kann je nach Kinderinteresse eine Hilfe sein.

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Am wichtigsten aber, um das Kind vor Karies zu schützen, ist das Vermeiden von süssen Getränken und Süssigkeiten. Der ständige Gehalt von Zucker im Mund ist der ideale Nährboden für die Kariesbakterien, die sich dafür mit dem Zerstören der Zahnsubstanz bedanken. "Ruhe im Mund, hält Zähne gesund" - fasst dazu den Grundsatz prägnant zusammen. Haben die Sprösslinge aber doch Süsses verzehrt, so sollte anschliessend der Mund wenigstens mit klarem Wasser ausgespült oder besser noch die Zähne geputzt werden, ein zahnschonender Kaugummi gekaut, Milch getrunken oder Käse gegessen werden, um die Säure im Mund zu neutralisieren - nach wie vor das Beste für die Zähne ist aber diese auch nach Zwischenmahlzeiten zu reinigen.


Wissen

Neues zum Thema Kariesprophylaxe 

Letzte Aktualisierung: 10.2017, BH/VZ/CS