Schon sooo gross!

Die Längen- und Gewichtsmasse
nach dem ersten Lebensjahr

Ob Ihr Kind sich gut entwickelt, erkennt man unter anderem an seiner Körpergrösse und dem Gewicht. Macht das Kind einen zufriedenen Eindruck und zeigt es keine deutlichen Zeichen von Gewichtsabnahme, können Sie das Wiegen und Messen dem Kinderarzt, der Kinderärztin im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen überlassen. Den Kindern macht es aber oft grossen Spass, an einer Messlatte zu Hause ihr eigenes Wachstum mitzuerleben.

Gut informiert

Gesundes Wachstum

Zu dicke Kinder

Zu dünne Kinder

Interview: Dr. med. Beatrice Kuhlmann-Siegenthaler über Wachstumsstörungen bei Kindern 

Video zum Thema Wachstumsstörungen 

Ihr Kinderarzt, Ihre Kinderärztin wird die erhobenen Messdaten in eine Wachstumskurve eintragen, das so genannte Somatogramm (Perzentilenkurve). Hier können die Werte Ihres Kindes mit den Normwerten für Körpergrösse und Körpergewicht in der jeweiligen Altersstufe verglichen werden. Mädchen und Knaben werden dabei unterschiedlich beurteilt. Bis zum Alter von zwei Jahren wird übrigens im Liegen gemessen, danach im Stehen. Daraus erklärt sich, dass die Wachstumskurven alle an dieser Stelle einen kleinen Knick haben - im Stehen sind wir etwas kleiner als im Liegen.

Die Somatogramme haben drei Prozentlinien (Perzentilen): 3, 50 und 97 Prozent. Bewegt sich Ihr Kind bei etwa 50 Prozent, so bedeutet das, die Hälfte aller Kinder dieses Alters ist schwerer und grösser als das eigene, die andere Hälfte leichter oder kleiner. Ihr Kind entspricht also genau dem Mittelwert. Steht es bei etwa 75 Prozent, ist es überdurchschnittlich gross oder schwer, aber 25 Prozent der Gleichaltrigen sind noch grösser oder schwerer. Es ist auch gut möglich, dass Ihr Kind in der Wachstumskurve bei 80 Prozent liegt, in der Gewichtskurve aber bei 60. 

Detaillierte Perzentilkurven für verschiedene Entwicklungsparameter wie Länge, Gewicht, Kopfumfang etc. gibt es 

Sollten Körperlänge und/oder Gewicht Ihres Kindes über oder unter dem Normalwert liegen, ist das kein Grund zur Sorge. Viel wichtiger ist, dass es sich parallel der Normalkurve entwickelt. Sprünge nach oben oder unten (zum Beispiel mit vier Jahren auf der 50-Prozent-Marke, also so gross wie der Durchschnitt, mit fünf Jahren aber nur noch bei 30 Prozent) sollten Sie ernst nehmen und mit dem Kinderarzt besprechen. Sie könnten ein Warnsignal für Kleinwuchs oder Hochwuchs sein. 

Wie gross ein Kind letztendlich wird, ist sehr stark genetisch bedingt, hängt also von der Körpergrösse der Eltern ab. Die wahrscheinliche Erwachsenengrösse des Kindes können Sie deshalb mit einer einfachen Faustregel errechnen: 

Knaben: (Körpergrösse der Mutter + Körpergrösse des Vaters + 13) : 2 

Mädchen: (Körpergrösse der Mutter + Körpergrösse des Vaters - 13) : 2 

Länge in cm (Knaben)Gewicht in kg (Knaben)AlterLänge in cm (Mädchen)Gewicht in kg (Mädchen)
76 - 889,6 - 13,41.5 J.76 - 86 8,9 - 12,8
83 - 94 10,5 - 14,72 J.81 - 929,9 - 14,1
90 - 104 12,4 – 17,43 J.87 - 10312,5 – 16,5
96 - 112 14,3 – 19,34 J.94 - 112 13,6 – 19,6
103 - 11916,1 – 22,15 J.102 - 12016,0 – 21,0
108 - 126 17,2 – 25,26 J.108 - 126 16,5 – 25,5
114 - 134 19,5 – 28,57 J.113 - 131 17,8 – 28,8
120 - 140 20,9 – 32,9 8 J.120 - 138 20,8 – 32,8

Wissen

Wachstum braucht Süsses

Tut Wachsen wirklich weh? Was tun bei Wachstumsschmerzen?


Newsticker

Der Türrahmen fürs Smartphone | 14.09.2016

Wer kennt sie noch, die horizontalen Striche am Türrahmen, versehen mit Datum und dem Namen des Kindes? Früher haben Eltern so das Wachstum ihres Kindes festgehalten – meistens am Geburtstag. Heute benutzt man dazu die neue App Child-Growth, entwickelt vom Pädiatrisch-Endokrinologischen Zentrum Zürich (PEZZ). Darauf können Eltern den Verlauf von Grösse, Gewicht und Body-Mass-Index (BMI) ihres Kindes über einen gewählten Zeitraum verfolgen und die Werte mit denjenigen von gleichaltrigen Schweizer Kindern vergleichen. Dank der hinterlegten Normwerte ist sofort ersichtlich, ob das Kind sich richtig entwickelt. Falls nicht, könnte dies das Anzeichen einer chronischen Erkrankung sein. Child-Growth ist ab sofort gratis erhältlich und läuft unter iOS8 bzw. Android 4 und höher. Neben Deutsch existiert die App neu auch in Französisch und Englisch.

Newsticker 

Kinder werden immer grösser: Forscher vom Zentrum für Kinderheilkunde der Universität Bonn haben herausgefunden, dass Kinder heute grösser sind als vor 30 Jahren. Die 7- bis 10-Jährigen sind heute 1 bis 1,5 cm grösser. Die Geburtslänge veränderte sich nur geringfügig um 0,2 cm. Die Entwicklung der körperlichen Reifung (erste Mens bei Mädchen) liegt dagegen noch immer konstant bei etwa 13 Jahren. Körperwachstum gelte als ein wichtiger Indikator der sozioökonomischen Lage einer Gesellschaft, v.a. der Ernährungsqualität, berichten die Autoren. (swissmom Newsticker 18.6.2012)

Immer früher reif: Eine aktuelle US-amerikanischen Studie mit 1239 Mädchen zwischen sechs und acht Jahren zeigt, dass die Pubertät bei Mädchen heute zwei Jahre früher als bei ihren Müttern und 3 Monate früher als noch vor 7 Jahren eintritt. In welchem Alter es losgeht, hängt wesentlich damit zusammen, ob das Mädchen dünn ist oder dick. Schon mit neun Jahren kann bei übergewichtigen Mädchen das Brustwachstum beginnen. Die ethnische Zugehörigkeit spielt nur scheinbar eine Rolle: Afroamerikanische und hispanoamerikanischen Mädchen sind häufiger übergewichtig, weshalb sich bei ihnen die Brust früher entwickelt als bei weissen oder asiatischen. (swissmom Newsticker, 15.1.14)

Zu kleines Kind – Getreide schuld? Zöliakie, eine Unverträglichkeit von Gluten, führt bei Kindern nicht nur zu Verdauungsstörungen, sondern auch zu Wachstumsverzögerungen, Knochenverformungen und Blutgerinnungsstörungen. Eine finnische Studie belegte jetzt, wie wichtig die Vorsorgeuntersuchungen sind: Wird das Wachstum von Kindern regelmässig beim Kinderarzt geprüft, kann eine Zöliakie deutlich früher erkannt werden. Die Auswertung der Daten ergab, dass Mädchen bereits zwei Jahre vor ihrer Zöliakie-Diagnose kleiner als ihre gesunden Altersgenossen waren und Jungen mit Zöliakie waren ein Jahr vor der Diagnose kleiner als Gleichaltrige. (swissmom Newsticker, 28.6.15)

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH