Das Wochenbett nach einem Kaiserschnitt

Das Wochenbett nach einem Kaiserschnitt

Nach der Schnittentbindung müssen Sie wahrscheinlich vier bis sieben Tage im Krankenhaus bleiben, je nachdem wie gut es Ihnen geht. Die Fäden werden meist vier bis fünf Tage nach der Operation ganz schmerzlos gezogen, und häufig findet an diesem Tag der Austritt aus der Klinik statt. Die Operationsnarbe wird später kaum noch sichtbar sein.

Für einige Tage benötigen Sie eventuell Schmerzmittel, denn bei jeder Bewegung, v.a. beim Aufstehen, ist der gesamte Operationsbereich noch sehr empfindlich. Am ersten postoperativen Tag werden Drainagen und der Blasenkatheter gezogen.

Einmal täglich tastet eine Hebamme oder ein Arzt, eine Ärztin Ihre Gebärmutter ab, um die Rückbildung zu kontrollieren. Häufig werden am ersten Tag noch Medikamente zur Gebärmutterkontraktion verabreicht. Auch nach einer Kaiserschnittentbindung gibt es den Wochenfluss, die Blutung ist aber geringer und dauert nicht so lange.

Spätestens am Tag nach der Operation stehen die Kaiserschnitt-Mütter mit etwas Hilfestellung schon zum Waschen auf. Das erste Aufstehen ist meist mühevoll und leider auch etwas schmerzhaft. Aber versuchen Sie es trotzdem: Nach der Operation müssen Sie so schnell wie möglich Ihren Kreislauf in Schwung bringen, denn dadurch werden die gefürchteten Komplikationen verhindert, wie z.B. die Thrombose mit nachfolgender Lungenembolie. Wichtig ist es, so bald wie möglich die Muskelpumpe der Beine zu betätigen, sei es nach physiotherapeutischer Anleitung im Bett oder durch frühes Aufstehen. Anti-Thrombosestrümpfe sollten Sie unbedingt tragen, solange Sie noch nicht soviel herumlaufen können. An vielen Krankenhäusern wird während der ersten Tage zur Blutverdünnung und Vermeidung einer Thrombose eine Heparinspritze gegeben.

Zu Hause sollten Sie eine gewisse Zeit alle Bewegungen langsam und vorsichtig durchführen. Ungefähr sechs Wochen lang dürfen Sie weder schwer heben noch sich körperlich besonders anstrengen, damit die Wunde komplikationslos verheilen kann. Duschen ist eher empfehlenswert als ein Vollbad. Viele Frauen fühlen sich nach einigen Wochen in der Lage, Auto zu fahren und es spricht kein medizinischer Grund dagegen.

Die Kaiserschnittnarbe liegt meist recht tief und ist am Ansatz der Schamhaare kaum zu sehen. Zur Förderung der Wundheilung haben sich Arnika-Globuli, ein Narbenpflaster oder eine spezielle Narbencreme bewährt. Viele Frauenärzte und Frauenärztinnen raten jedoch, einfach gar nichts zu machen in der ersten Zeit der Wundheilung. Nach etwa vier Wochen kann die Narbe einmal täglich mit Mandelöl oder Mandelölcreme massiert werden. Damit es nicht zu einer unschönen Einziehung der Narbe bzw. Verwachsungen kommt, sollte die Haut bei der Massage möglichst gegen die darunterliegenden Schichten verschoben werden. 

Zum Wiederaufbau Ihrer Muskeln sollten Sie vier bis sechs Wochen nach der Entbindung mit sanfter Gymnastik beginnen, wobei es wichtig ist, dass Sie gleichmässige Bewegungen ausführen und sich nicht überanstrengen. Hören Sie sofort damit auf, wenn Sie Schmerzen haben. Erst nach acht bis 12 Wochen ist Ihr Körper bereit für einige geeignete Sportarten.

Wenn Sie vorhaben, Ihr Baby zu stillen, müssen Sie eine geeignete und bequeme Position finden, um die Wunde nicht zu reizen. Falls Sie noch Antibiotika einnehmen müssen: Mit den meisten Antibiotika kann ohne Probleme gestillt werden. Es gibt allerdings auch Antibiotika, bei denen die Muttermilch bis 24 Stunden nach der Einnahme verworfen werden muss. In so einem Fall kann die Mutter die Milch mit einer Pumpe abpumpen und wegschütten und das Kind erst nach der letzten Medikamentengabe erstmals anlegen. Auf diese Weise wird der Milchfluss in Gang gehalten, auch wenn das Kind die Milch nicht bekommen kann.

Die erste Nachuntersuchung nach dem Kaiserschnitt ist sechs Wochen nach der Entbindung geplant, es sei denn, es gibt Probleme. In der Regel ist es auch sinnvoll, Eisen-, Folsäure- und Jodpräparate für einige Zeit nach der Geburt einzunehmen, da in den meisten Fällen die Speicher durch Schwangerschaft und operative Entbindung entleert sind.

Bis zum Beginn der nächsten Schwangerschaft sollten wenigstens zwölf Monate verstreichen, damit sich Ihr Körper erholen bzw. die Gebärmutternarbe gut und haltbar verheilen kann. Diese Empfehlung ist unabhängig davon, ob dann von vornherein wieder ein Kaiserschnitt geplant ist oder eine vaginale Entbindung versucht werden soll.

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Stillen als Schmerzkiller | 23.11.2017

Eine von fünf Müttern, die ihr Baby per Kaiserschnitt geboren haben, leidet noch drei Monate später unter chronischen Schmerzen, wollen aber möglichst auf Schmerzmedikamente verzichten. Eine Studie zeigt: Stillen über mindestens zwei Monate scheint einen positiven Einfluss auf die postoperativen Schmerzen zu haben. Mütter, die weniger als zwei Monate nach einem Kaiserschnitt stillten, hatten ein dreifaches Risiko für chronische Schmerzen im Vergleich zu längeren Stilldauern. Durch das Stillen wird bekanntlich Oxytocin ausgeschüttet. Das Hormon führt nicht nur zur besseren Rückbildung durch Zusammenziehung der Gebärmutter. Ältere Studien geben auch Hinweise, dass Oxytocin die Wundheilung beschleunigt.

Letzte Aktualisierung : 04.2016, BH

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