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Schmerzerleichterung | Geburt

Die Nachteile der Epidural-Analgesie

Bei einer Epidural/Peridural-Analgesie kann es gelegentlich vorkommen, dass sich das Betäubungsmittel (Anästhetikum) nicht gleichmässig verteilt und in bestimmten Bereichen des Unterleibs und der Oberschenkel nicht die gewünschte Wirkung zeigt. Die Kontraktionen sind dann in diesen Bereichen noch schmerzhaft spürbar. Wenn die Wirkung des Lokalanästhetikums zu stark ist, können Ihre Beine schwach und gefühllos werden. Wegen der Fallgefahr sollten Sie nicht versuchen, aufzustehen und umherzulaufen. Durch Verringerung der Dosis erholen sich Beweglichkeit und Empfindung nach kurzer Zeit.

Ein weiterer Nachteil einer Entbindung unter EDA kann sein, dass sich die Mutter vom Geschehen ausgeschlossen und vom medizinischen Personal abhängig fühlt, da sie ihr Kind und die Kontraktionen nicht mehr gut spüren kann. Die Austreibungsphase selbst kann unter dem Einfluss der Periduralanästhesie etwas länger dauern, es sei denn die Wirkung des Anästhetikums hat bereits etwas nachgelassen, wenn der Zeitpunkt für die Presswehen gekommen ist.

Manche Frauen haben mit einer EDA Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Dann muss eventuell ein Schlauch in die Blase eingeführt werden (Blasenkatheter), der die Entleerung der Harnblase erleichtert bzw. ermöglicht.

Nach einer durch Epidural-Anästhesie unterstützten Entbindung müssen Sie eventuell noch einige Stunden im Bett bleiben, wenn Sie noch zu schwach sind aufzustehen. In seltenen Fällen treten nach einer EDA starke Kopfschmerzen auf, die normalerweise nach ein paar Tagen wieder nachlassen und gut behandelbar sind. Weiterhin kann es vorkommen, dass nach einer Geburt Taubheitsgefühle in den Füssen und Beinen auftreten. Diese werden meistens durch den Druck des Kindes auf die Beckennerven ausgelöst und stehen selten in Zusammenhang mit der Periduralanästhesie. Gewöhnlich vergehen diese Beschwerden nach wenigen Wochen von selbst. Insgesamt ist die Gefahr von Langzeitschäden an den Nerven oder der Wirbelsäule sehr gering.


Wissen

Periduralanästhesie verlängert Geburtsdauer

PDA beeinflusst Kopfhaltung des Kindes unter der Geburt


Newsticker

PDA und Stillen | 23.10.2017

Wegen der klaren Vorteile des Stillens für Mutter und Kind wird alles kritisch betrachtet, was den Stillerfolg stören könnte. Auch für die Peridural-Analgesie (PDA) zur Schmerzlinderung unter der Geburt gab es dazu negative Berichte, vor allem wenn Fentanyl im Schmerzmittel enthalten war. Dieser Zusatz zum Lokalanästhestikum (LA) kann dessen Konzentration so weit erniedrigen, dass die Beinbeweglichkeit und die Kraft zum Pressen erhalten bleiben. Nun untersuchte eine Studie an der Northwestern University in Chicago den Einfluss des Fentanylzusatzes in der PDA auf den Stillerfolg an 345 Mehrgebärenden. Ob ohne Fentanyl, mit niedriger oder hoher Konzentration: Nach sechs Wochen stillten in allen drei Gruppen praktisch gleich viele Mütter. Damit konnte gezeigt werden, dass das Stillen durch eine geburtshilfliche PDA nicht negativ beeinflusst wird.

Letzte Aktualisierung : 28-04-16, BH / HG

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