Eltern mit Kleinkind und Neugeborenem
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Die zweite Geburt

Vor der Geburt sollten Sie auf jeden Fall organisieren, wo Ihr erstes Kind schnell und unkompliziert untergebracht werden kann, wenn es soweit ist. Erstellen Sie einen „Notfallplan“ und klären Sie ab, wen sie zu welcher Tageszeit anrufen können.

Die Erfahrung macht den Unterschied

So unterschiedlich jedes Kind ist, so sind es auch die Geburten. Aber die Tatsache, dass Sie bereits eine erlebt haben, kommt Ihnen bestimmt zugute. Sie wissen, was Sie erwartet und kennen die Reaktionen und Leistungsfähigkeit Ihres Körpers. Sie kennen die Schmerzen, aber auch das unendliche Glücksgefühl, wenn Sie Ihr Baby im Arm halten.

Wenn die erste Geburt ein grossartiges Erlebnis war, können Sie bei der zweiten Geburt davon profitieren. Umgekehrt können schlechte Erfahrungen aber auch sehr belastend sein und die Angst vor der zweiten Geburt noch vergrössern. Durch die Verkrampfung ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es eine komplizierte Geburt wird.

Wieder ein Kaiserschnitt?

Frauen, die bei der ersten Geburt einen Kaiserschnitt hatten, fürchten oft, dass es auch bei der zweiten Geburt zu einer Schnittentbindung kommt. Es gibt aber keinen Grund, eine spätere vaginale Entbindung auszuschliessen. Wichtig ist, aus welchem Grund der Kaiserschnitt bei der ersten Geburt durchgeführt werden musste und ob der Grund in dieser zweiten Schwangerschaft auch noch besteht. Das könnte z.B. der Fall sein,  wenn das Becken zu eng ist oder sich das Kind auch dieses Mal in einer ungünstigen Geburtslage befindet. In vielen Fällen kann das zweite Baby ganz normal zur Welt kommen. Auch ein Bruch der alten Narbe (Uterusruptur) ist heute kein Argument mehr. Nahttechnik und -material sind inzwischen so weit entwickelt, dass die Gefahr minimal geworden ist. Für eine vaginale Entbindung nach früherem Kaiserschnitt sollte das Baby allerdings auf weniger als 4000 g geschätzt sein und sich in Schädellage befinden. 

Wie lange dauert die zweite Geburt?

Die Länge einer Geburt ist von Frau zu Frau und sogar bei der gleichen Frau von Geburt zu Geburt verschieden! Mehrere Faktoren spielen hier eine Rolle. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass sich eine erste Geburt durchschnittlich über 12 bis 14 Stunden hinzieht, während die nächsten Geburten mit durchschnittlich ca. 7 Stunden bedeutend kürzer sind. Wenn Ihre erste Geburt also rasch abgelaufen ist, haben Sie gute Chancen, dass es auch beim zweiten Kind schneller und einfacher gehen wird.

Das hat verschiedene Gründe: Die Geburtswege wurden schon einmal gedehnt, der Muttermund kann sich deshalb zügiger öffnen. Das Köpfchen des Kindes stellt sich schneller richtig im Becken ein. Ausserdem lässt sich die Haut im Dammbereich besser dehnen. Ein Dammschnitt ist bei einer Zweitgeburt weniger oft notwendig als bei der ersten Geburt. Und nicht zuletzt können sich Zweitgebärende besser entspannen, weil sie wissen, was auf sie zukommt. Und das hilft auch dem Geburtsfortschritt.

Ruhe im Wochenbett

Das Wochenbett ist die Zeit für Mutter und Baby, in der sich beide von der Geburt erholen und kennenlernen können. Mit einem zweiten Kind ist es nicht mehr ganz so einfach, sich diese Zeit wirklich zu nehmen. Scheuen Sie sich nicht, um Unterstützung zu bitten. Gerade wenn Ihr Partner nur kurze Zeit zu Hause bleiben kann, tut es gut, wenn Ihnen jemand das Mittagessen kocht oder für ein paar Stunden etwas mit Ihrem ersten Kind unternimmt. Auch eine halbe Stunde, damit Sie in Ruhe duschen können, ist Gold wert!

Wenn Sie nach Geschenk-Wünschen zur Geburt gefragt werden überlegen Sie sich doch, ob Sie sich nicht Zeit-Gutscheine schenken lassen möchten.

Stillen unter erschwerten Bedingungen

Wenn Sie Ihr Baby stillen, möchten Sie dies bestimmt in Ruhe tun können. Das wird schwierig, wenn ein Kleinkind diese Zeit nutzt, um die Erde aus den Pflanzentöpfen zu schaufeln oder die Vorhänge anzumalen. Vielleicht helfen Ihnen folgende Tipps, damit die Stillzeit für alle angenehm ist:

  • Richten Sie sich einen Platz zum Stillen ein, der dem grossen Kind die Möglichkeit bietet, sich ebenfalls an Sie zu kuscheln. Vielleicht mag es dabei ein Stofftier oder eine Puppe im Arm halten, so wie Sie es mit seinem kleinen Geschwister tun.
  • Legen Sie ihm einen Snack bereit, den es in dieser Zeit essen kann.
  • Vielleicht hört Ihr grosses Kind gerne eine CD mit Kinderliedern oder ein Hörspiel?
  • Eine Kiste mit Spielsachen in Ihrer Nähe ist sinnvoll, so kann sich das Geschwister während des Stillens damit beschäftigen.
  • Falls Ihr grosses Kind gerne im Kinderzimmer spielt, überlegen Sie sich, dort eine Still-Ecke einzurichten.
  • Wenn Sie Ihr Baby gerne im Tragetuch oder in einer Trage bei sich haben, können Sie versuchen, es während dieser Zeit zu stillen. So sind Sie, zumindest teilweise, mobiler.

Häufige Frage zum Thema

In vielen Fällen steht einer vaginalen Entbindung nach einem Kaiserschnitt nichts entgegen. Ausschlaggebend ist im Einzelfall, warum die damalige Schnittentbindung durchgeführt wurde. Besteht derselbe Grund immer noch, kann ein geplanter Kaiserschnitt sinnvoll sein. Beispiel: Wenn das mütterliche...

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Letzte Aktualisierung : 11-09-19, KM/BH

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