Menstruationszyklus

Der normale Monatszyklus

Der natürliche Menstruationszyklus (Ovarialzyklus) der Frau dauert normalerweise etwa 28 Tage. Er beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung (1. Tag der LR) und endet mit dem Tag vor der nächsten Menstruation. Ein kompliziertes Zusammenspiel vieler verschiedener Hormone ist dazu die Voraussetzung. Je normaler sich der Verlauf des natürlichen, unbehandelten Menstruationszyklus darstellt, umso grösser sind die Chancen auf eine Schwangerschaft und die Zuverlässigkeit der Methoden der natürlichen Familienplanung. Wenn Sie gerade erst die Anti-Baby-Pille abgesetzt haben, kann es einige Zeit dauern, bis sich ein normaler Zyklus zeigt.

Während der Periodenblutung (auch kurz Mens genannt), die zwischen 3 und 7 Tage dauern kann, beginnen rund zwanzig Eizellen in einem der beiden Eierstöcke (Ovarien) zu reifen. Sie nisten sich in flüssigkeitsgefüllte Bläschen ein, den Eibläschen oder Follikel. Durch eine genaue Wechselwirkung zwischen Eierstock und Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gelingt es einem einzelnen Eibläschen, schneller zu wachsen und zu reifen und schliesslich zu platzen. Das ist der Eisprung oder Follikelsprung (Ovulation), der ziemlich genau am 14. Tag vor Ende des Zyklus stattfindet, egal wie viele Tage die gesamte Zykluslänge beträgt. Die zweite Hälfte eines ovulatorischen Zyklus ist also immer gleich lang, während die erste Hälfte individuell kürzer und länger sein kann. Die Körpertemperatur (Basaltemperatur) steigt nach dem Eisprung leicht an, der Zervixschleim wird spinnbar, also durchlässiger für Spermien, und im Ovulationstest werden Ihre fruchtbarsten Tage angezeigt.

Die Eizelle ist nach dem Eisprung freigesetzt und befruchtungsfähig. Sie wird im Eileiter aufgefangen und in Richtung Gebärmutterhöhle transportiert. Da die Spermien auch einen gewissen Weg zur Eizelle zurücklegen müssen, sollte der Geschlechtsverkehr optimalerweise schon kurz vor dem Eisprung stattfinden, wenn Sie sich ein Kind wünschen. Mit einigen Tricks kann man auch das Geschlecht des gewünschten Kindes beeinflussen - allerdings nicht mit Sicherheit!

Wenn Sie zur Zeit nicht schwanger werden möchten, sollten Sie auf Geschlechtsverkehr während der fruchtbaren Tage verzichten - oder entsprechende hormonelle oder nicht-hormonelle Verhütungsmassnahmen anwenden.

Der gesprungene Follikel entwickelt sich dort zum Gelbkörper, dem Corpus luteum. Noch einige Tage wächst er und sondert dabei das Gelbkörperhormon Progesteron ab. Hat keine Befruchtung stattgefunden, bildet er sich wieder zurück und wird zusammen mit der Schleimhaut der Gebärmutter (Endometrium), die in der zweiten Zyklushälfte dicker und weicher geworden ist, bei der Regelblutung ausgestossen. Mit Einsetzen der Menstruation fällt auch die nach dem Eisprung angestiegene Basaltemperatur wieder ab.

Ist die Eizelle befruchtet worden, bleibt die Basaltemperatur auf einem höheren Niveau und vielfältige hormonelle Veränderungen begleiten den Embryo auf seiner Reise zur Einnistung in die Gebärmutter.


Drehscheibe

Eine praktische Schwangerschafts-Drehscheibe (Gravidarium) zur Berechnung der fruchtbaren Tage bzw. des voraussichtlichen Geburtstermins oder im Gegensatz dazu zur natürlichen Empfängnisverhütung können Sie kostenlos bei uns bestellen, allerdings nur innerhalb der Schweiz. 


Forum

Fragen, Anregungen oder Bemerkungen rund um die Temperaturmessmethode, Zervixschleim- und Muttermundbeobachtung oder zum sonstigen Zyklusgeschehen? Dann empfehlen wir, einmal in das swissmom-Forum hineinzuschauen: Temperatur / Zervixschleim / Mumu / Zyklusgeschehen

Newsticker

Zinkmangel | 20.07.2018

Die Qualität der Eizellen und damit eine optimale Fruchtbarkeit hängt stark von der Versorgung mit Zink ab. US-amerikanische Forscher haben jetzt nachgewiesen, dass dieses Spurenelement bei Mäusen schon sehr früh in der Entwicklung der Eizellen und dem Eisprung eine Rolle spielt. Ein Zinkmangel, so das Ergebnis der Studie, kann bereits sehr frühe Stadien in der Entwicklung der Eizellen negativ beeinflussen. Die Fähigkeit der Eizellen, sich zu teilen und befruchtet zu werden, sei dann deutlich reduziert. Dies könne sich auf die Fruchtbarkeit Monate später negativ auswirken. Gefährdete Bevölkerungsgruppen sind Menschen mit Krankheiten wie Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn, Magen-Darm- oder Lebererkrankungen und Frauen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren.

Zuviel ist problematisch | 13.03.2017

Normalgewichtige Frauen, die fast täglich oder bis zur Erschöpfung trainieren, leiden dreimal so häufig unter Zyklusstörungen und Problemen, schwanger zu werden wie ihre Geschlechtsgenossinnen, die es beim Sport etwas ruhiger nehmen. Faktoren wie Alter, Rauchen oder sozialer Status spielen kaum eine Rolle – aber das Körpergewicht. Treiben nämlich Übergewichtige Sport, erhöht dies immer ihre Chance, schwanger zu werden. Die Empfehlung der Experten für alle Frauen mit Kinderwunsch: Moderates Training (etwas 1 Stunde Training/Woche) ist grundsätzlich förderlich für die Fruchtbarkeit. Wie bei allem im Leben, sollte man eben nichts übertreiben!

Letzte Aktualisierung : 03-04-18, BH