Frau mit Unterlagen, Mann mit Säugling
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Erleichterung am Arbeitsplatz für Mütter / Väter in besonderen Situationen

Das Gesetz enthält auch Erleichterungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Familienpflichten. Gemäss Arbeitsgesetz versteht man darunter z.B. die Erziehung von Kindern bis zum 15. Altersjahr (Art. 36 ArG). Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit solchen Familienpflichten dürfen Überzeit ablehnen. Auf ihr Verlangen ist ihnen auch eine Mittagspause von wenigstens 1 ½ Stunden zu gewähren. Für die Erledigung dringender persönlicher Angelegenheiten haben Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer Anspruch auf „die üblichen freien Stunden und Tage“ Zeit (Art. 329 Abs. 3 OR), wobei das Obligationenrecht dies nicht näher umschreibt.

Gemeint sind damit auch „Kurzabsenzen“ für z.B. eigene Hochzeit, Geburt des eigenen Kindes, Umzug, Prüfung oder Todesfall. Diese Kurzabsenzen werden von den meisten Firmen in den Arbeitsverträgen, Gesamtarbeitsverträgen oder in ihren separaten Reglementen definiert. Für die Geburt des eigenen Kindes hat der Vater in der Regel Anspruch auf mindestens einen Freitag. Es ist jedoch durchaus möglich, davon abzuweichen, falls eine grosszügigere Lösung gewährt wird. Einen gesetzlichen Anspruch auf Vaterschaftsurlaub gibt es leider nicht.

Ist ein Kind erkrankt und muss ein Elternteil (Mutter oder Vater) der Arbeit fernbleiben, wird die Absenz wie eine eigene Erkrankung behandelt. Es besteht allerdings die Pflicht, eine solche Absenz so kurz wie möglich zu halten und so bald wie möglich für eine anderweitige Betreuung des Kindes zu sorgen, um die Arbeit wieder aufnehmen zu können. Gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses, welches die Krankheit des Kindes bestätigt, kann der Arbeitnehmer bis zu 3 Tagen für die Betreuung kranker Kinder von der Arbeit fernbleiben.

Über die Lohnfortzahlungspflicht während Kurzabsenzen spricht sich das Gesetz nicht aus. Arbeitnehmenden im Wochen- oder Monatslohn dürfen jedoch, der gängigen Praxis entsprechend, keine Lohnabzüge gemacht werden. Der sein krankes Kind pflegende Elternteil hat also Anspruch auf Lohnfortzahlung während diesen „Pflegetagen“. Dieser Lohnanspruch richtet sich nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses; während der Probezeit besteht dieser Anspruch jedoch nicht. 

Newsticker

Mehr Fehlgeburten bei Nachtschichten | 16.05.2019

Zwei oder mehr Nachtschichten pro Woche können die Schwangerschaft gefährden: In einer grossen dänischen Studie zeigte sich, dass es bei nachtarbeitenden Frauen in der darauffolgenden Woche häufiger zu Fehlgeburten kam als bei Schwangeren mit einem ungestörten Tagesrhythmus. Sie hatten ein um ein Drittel höheres Risiko, das sich sowohl mit der Anzahl der wöchentlich durchgeführten Nachtschichten als auch mit der Anzahl aufeinanderfolgender Nachtschichten erhöhte. Während der Nachtschicht ist man Licht ausgesetzt, der zirkadiane Rhythmus wird gestört und die Freisetzung von Melatonin verringert. Melatonin ist jedoch wichtig für die Aufrechterhaltung einer erfolgreichen Schwangerschaft. Besonders ab der 8. Schwangerschaftswoche war ein deutlicher Zusammenhang zwischen Nachtarbeit und Fehlgeburtsrisiko zu beobachten. Rund 14 % der Frauen in Europa arbeiten mindestens einmal im Monat nachts – viele auch in der Schwangerschaft.

Letzte Aktualisierung : 30-03-20, CF / AS / NK

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