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Frau mit Binde in der Hand

Der Wo­chen­fluss


Den an­fangs noch blu­ti­gen Aus­fluss in den ers­ten Wo­chen nach der Ge­burt nennt man „Lochi­en“, oder „Wo­chen­fluss“. Er zeigt, dass Ihre Ge­bär­mut­ter sich gut zu­sam­men­zieht und zu ih­rer nor­ma­len Grös­se zu­rück­kehrt.

Wor­aus be­steht der Wo­chen­fluss?


Das Ge­we­be im Ute­rus, dort wo sich die Pla­zen­ta ab­ge­löst hat, ver­heilt und schei­det da­bei Blut, Se­kret und ab­ge­stor­be­ne Ge­webs­stück­chen aus. Wenn Sie nach län­ge­rem Lie­gen auf­ste­hen, wer­den Sie ei­nen ver­mehr­ten Ab­gang des Wo­chen­flus­ses be­mer­ken.

Der Wo­chen­fluss ist in den ers­ten Ta­gen nor­ma­ler­wei­se recht stark und hell­rot mit we­ni­gen Blut­ge­rinn­seln. Wenn Sie stil­len, kann der Aus­fluss noch stär­ker sein und eine in­ten­si­ve­re rote Far­be an­neh­men. Mit der Zeit wird der Wo­chen­fluss schwä­cher. Sei­ne Far­be wech­selt von rot zu rosa oder braun am Ende der ers­ten Wo­che; spä­ter wird er even­tu­ell gelb­lich oder ganz farb­los.

Wo­chen­fluss-Hy­gie­ne


So­lan­ge der Aus­fluss an­hält, müs­sen Sie Bin­den (Vor­la­gen) tra­gen. Manch­mal wer­den sie von der Kli­nik ge­stellt. Sie soll­ten aber si­cher­heits­hal­ber ein paar ei­ge­ne Vor­la­gen in Ih­rer Ta­sche ha­ben. In den ers­ten Ta­gen, wenn der Aus­fluss be­son­ders stark ist, brau­chen Sie si­cher die Bin­den mit der höchs­ten Auf­nah­me­fä­hig­keit. Bit­te be­nut­zen Sie kei­ne Tam­pons, da­durch wird das Ri­si­ko ei­ner In­fek­ti­on stark er­höht! Es ist viel bes­ser, wenn der Wo­chen­fluss aus der Schei­de her­aus­lau­fen kann. Weg­werf­slips sind im Wo­chen­bett üb­ri­gens sehr prak­tisch.

Ge­gen Du­schen mit ei­nem mil­den Dusch­strahl ha­ben die meis­ten Ge­burts­hel­fer und –hel­fe­rin­nen auch in den ers­ten Ta­gen nach der Ge­burt nichts ein­zu­wen­den. Mit Voll­bä­dern soll­ten Sie zu­min­dest ein bis zwei Wo­chen war­ten. Auf par­fü­mier­te Ba­de­zu­sät­ze, Schaum­bä­der und Dusch­gels noch ein Weil­chen ver­zich­ten, um die emp­find­li­che Haut des In­tim­be­reichs nicht zu rei­zen.

Stil­len un­ter­stützt die Rück­bil­dung


In den ers­ten Mi­nu­ten des Stil­lens wer­den Sie mer­ken, dass der Wo­chen­fluss plötz­lich deut­lich stär­ker wird. Durch die Oxy­to­zin-Aus­schüt­tung beim An­le­gen wer­den Kon­trak­tio­nen der Ge­bär­mut­ter aus­ge­löst, die so­ge­nann­ten „Nach­we­hen“. Das ist sehr gut für die Rück­bil­dung des Ute­rus, denn wie ein Schwamm wird die Ge­bär­mut­ter­schleim­haut da­bei aus­ge­presst. Auch eine In­fek­ti­on kann sich dann nicht so leicht in der Ge­bär­mut­ter­höh­le ent­wi­ckeln, weil sich das Se­kret nicht auf­staut.

Wor­auf soll man beim Wo­chen­fluss ach­ten?


Wenn Sie auch zwi­schen den Brust­mahl­zei­ten über­mäs­sig star­ke oder an­hal­ten­de Blu­tun­gen mit grös­se­ren Blut­ge­rinn­seln oder Ge­webs­stück­chen ha­ben, soll­ten Sie sich mit Ih­rer Heb­am­me oder Ih­rem Frau­en­arzt, Ih­rer Frau­en­ärz­tin in Ver­bin­dung set­zen. Mög­li­cher­wei­se ist ein Teil des Mut­ter­ku­chens in der Ge­bär­mut­ter zu­rück­ge­blie­ben (Pla­cen­ta ac­cre­ta). An solch ei­ner Stel­le kann die Wun­de in der Ge­bär­mut­ter­wand nicht ver­hei­len und ver­ur­sacht die­se ver­stärk­ten Blu­tun­gen.

Sie soll­ten Ihre Heb­am­me oder Ih­ren Frau­en­arzt, Ihre Frau­en­ärz­tin eben­falls in­for­mie­ren, wenn die Lochi­en un­an­ge­nehm rie­chen. Wo­chen­fluss riecht nor­ma­ler­wei­se un­auf­fäl­lig fade. Je­des An­zei­chen von ver­mehr­tem Ge­ruch kann ein Zei­chen für eine In­fek­ti­on der Ge­bär­mut­ter sein. Auch eine druck­emp­find­li­che Ge­bär­mut­ter bzw. ein schmerz­haf­ter Un­ter­bauch, oft be­glei­tet von Fie­ber, sind ein An­zei­chen für eine Ent­zün­dung der Ge­bär­mut­ter (En­do­me­tri­tis) und be­dür­fen meist ei­ner an­ti­bio­ti­schen The­ra­pie.

Wie lan­ge dau­ert der Wo­chen­fluss?


Nor­ma­ler­wei­se dau­ert der Wo­chen­fluss höchs­tens vier Wo­chen. Das ist je­doch in­di­vi­du­ell un­ter­schied­lich und hängt auch da­von ab, ob Sie stil­len oder nicht. Bei stil­len­den Müt­tern hört der Wo­chen­fluss in der Re­gel schnel­ler auf.

Wann kann man wie­der Sex ha­ben?


Vie­le Frau­en­ärz­te, Frau­en­ärz­tin­nen ra­ten von Ge­schlechts­ver­kehr im Wo­chen­bett ab, so­lan­ge der Wo­chen­fluss an­hält, da­mit kei­ne In­fek­tio­nen über­tra­gen wer­den. In­zwi­schen ha­ben Un­ter­su­chun­gen ge­zeigt, dass der Wo­chen­fluss zwar erst am Ende der drit­ten Wo­che nach der Ge­burt kei­ne Bak­te­ri­en mehr ent­hält, aber auch vor die­ser Zeit schei­nen In­fek­tio­nen nach Ge­schlechts­ver­kehr nicht häu­fi­ger zu sein.

Wahr­schein­lich wird es aber oh­ne­hin noch ei­ni­ge Zeit dau­ern, bis die Lust zu­rück­kehrt. Zu be­rück­sich­ti­gen ist auch, dass die Schei­de durch ei­nen aus­ge­präg­ten Ös­tro­gen­man­gel nach der Ge­burt tro­cken und be­rüh­rungs­emp­find­lich ist und ein Damm­schnitt oder Damm­riss even­tu­ell noch Pro­ble­me ma­chen.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Vie­le Ge­burts­hel­fer und -hel­fe­rin­nen ra­ten si­cher­heits­hal­ber dazu, sich Zeit zu las­sen mit dem ers­ten Ge­schlechts­ver­kehr nach der Ge­burt. Min­des­tens 5 Wo­chen wer­den emp­foh­len. Da­bei spielt der Damm­schnitt eine nur ge­rin­ge Rol­le, denn er soll­te nach we­ni­gen Ta­gen ver­heilt sein. Aber die …
Die Heb­am­me, wel­che Sie im Wo­chen­bett be­treut, kann Ih­nen grund­le­gen­de Fra­gen zur Ver­hü­tung nach der Ge­burt und in der Still­zeit be­ant­wor­ten. Ihre Ärz­tin/ Ihr Arzt wird Sie eben­falls auf das The­ma Ver­hü­tung an­spre­chen und Sie bei Fra­gen ger­ne be­ra­ten. Alle hor­mo­nel­len und ei­ni­ge me­cha­ni­sche …
Letzte Aktualisierung: 22.04.2020, BH / swissmom-Hebammenteam
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