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Ultraschallbild vom Fötus
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Shutterstock

Wel­che Stö­run­gen kann man im Ul­tra­schall er­ken­nen?


Fehl­bil­dun­gen, d.h. eine ab­wei­chen­de Ent­wick­lung ei­nes oder meh­re­rer Or­ga­ne des Kin­des, wer­den nach der Ge­burt bei etwa 4% al­ler Neu­ge­bo­re­nen fest­ge­stellt. Meis­tens han­delt es sich da­bei um ge­ring­fü­gi­ge Ab­wei­chun­gen von der Norm, die gut be­han­del­bar sind, z.B. ein leich­ter Herz­feh­ler, eine Fuss­fehl­stel­lung oder eine Gau­men­spal­te. In den meis­ten Fäl­len tre­ten sol­che Fehl­bil­dun­gen ein­zeln und un­ab­hän­gig von­ein­an­der auf. Oft wä­ren sie – wenn über­haupt - nur durch eine hoch­spe­zia­li­sier­te und auf­wän­di­ge Ul­tra­schall­un­ter­su­chung (sog. Fehl­bil­dungs­ul­tra­schall oder Fein­ul­tra­schall) vor­ge­burt­lich er­kenn­bar ge­we­sen.

Harm­lo­se Ab­wei­chung von der Norm....


Manch­mal er­ge­ben sich im Ul­tra­schall ganz dis­kre­te Hin­wei­se auf Ano­ma­li­en, die bei der Ge­burt dann oft gar nicht mehr nach­weis­bar sind, z.B. weis­se (ul­tra­schall­dich­te) Fle­cken auf dem Her­zen. Auch eine Ver­di­ckung der Na­cken­fal­te kann in we­ni­gen Fäl­len ein Hin­weis auf eine Stö­rung sein, ist aber meist un­be­denk­lich. Das kos­tet die wer­den­den El­tern vie­le schlaf­lo­se Näch­te, bis sich her­aus­stellt, dass nur eine harm­lo­se Ab­wei­chung von der Norm vor­liegt.

...oder schwer­wie­gen­de Stö­rung?


Trotz­dem muss ein sol­cher Be­fund im­mer sehr sorg­fäl­tig ab­ge­klärt wer­den, denn kör­per­li­che Ano­ma­li­en kön­nen (in der Re­gel zu­sam­men mit an­de­ren Ver­än­de­run­gen) ein An­zei­chen für eine schwer­wie­gen­de Stö­rung sein, wie ein ge­ne­ti­sches Syn­drom oder eine Chro­mo­so­men­stö­rung. In ei­nem sol­chen Fall sind die Aus­sich­ten auf eine er­folg­rei­che Be­hand­lung z.B. durch ei­nen chir­ur­gi­schen Ein­griff nach der Ge­burt un­ter Um­stän­den sehr be­grenzt. Wur­de beim Fe­tus durch Ul­tra­schall eine schwe­re Fehl­bil­dung fest­ge­stellt, so müs­sen wei­te­re Ano­ma­li­en un­be­dingt aus­ge­schlos­sen und die Ge­burt und so­for­ti­ge Be­treu­ung op­ti­mal vor­be­rei­tet wer­den.

Wird un­ser Kind ge­sund ge­bo­ren?


Ein un­auf­fäl­li­ger Ul­tra­schall­be­fund kann um­ge­kehrt aber nie­mals die Ga­ran­tie ge­ben, dass Ihr Kind bei der Ge­burt kör­per­lich völ­lig ge­sund sein wird! Die Ul­tra­schall­un­ter­su­chung soll viel­mehr schwe­re und ernst­haf­te Fehl­bil­dun­gen er­ken­nen, aus de­nen sich eine Kon­se­quenz für den wei­te­ren Schwan­ger­schafts­ver­lauf oder die Ge­burt er­ge­ben könn­te. Das kann im Ex­trem­fall z.B. eine Hirn­fehl­bil­dung sein, bei der mit ei­ner sehr schwe­ren Be­hin­de­rung des Kin­des ge­rech­net wer­den muss und sich die Fra­ge nach ei­nem Schwan­ger­schafts­ab­bruch stellt. In an­de­ren Fäl­len kann sich aus dem Nach­weis ei­ner Ano­ma­lie die Mög­lich­keit zur Be­hand­lung schon vor der Ge­burt er­ge­ben, z.B. bei ei­ner Stau­ung im Be­reich der Harn­we­ge. Und na­tür­lich kann auch die Ge­burt bes­ser ge­plant wer­den, wenn ein Pro­blem früh ge­nug be­kannt ist. Bei­spiel: Bei ei­nem schwe­ren Herz­feh­ler wäre eine Kai­ser­schnitt­ent­bin­dung für das Kind scho­nen­der; und nach der Ge­burt kann es gleich von Fach­leu­ten ent­spre­chend ver­sorgt wer­den.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Etwa zwei Drit­tel al­ler Zwil­lin­ge sind zwei­ei­ig. Wenn im Ul­tra­schall nur eine Em­bryo­nal­hül­le (äus­se­re Ei­haut) nach­weis­bar ist, han­delt es sich um ein­ei­ige Zwil­lin­ge. Die­ses si­che­re Zei­chen der Ein­ei­ig­keit lässt sich am bes­ten im ers­ten Schwan­ger­schafts-Tri­me­non be­ur­tei­len. Nach der 16. SSW ist das …
Nein, das ist nor­ma­ler­wei­se aus me­di­zi­ni­schen Grün­den nicht nö­tig, denn von den meis­ten Arz­nei­mit­teln ist in­zwi­schen be­kannt, dass sie kei­ne er­höh­te Fehl­bil­dungs­ra­te ver­ur­sa­chen. Nur wenn ver­se­hent­lich ein Me­di­ka­ment ein­ge­nom­men wur­de, das für das un­ge­bo­re­ne Kind ge­fähr­lich sein kann, wird etwa in …
Wenn Sie ger­ne wis­sen wol­len, wel­ches Ge­schlecht Ihr Baby ha­ben wird, ge­lingt das am bes­ten bei der Ul­tra­schall­un­ter­su­chung im zwei­ten Drit­tel der Schwan­ger­schaft. Die Ge­schlechts­dia­gnos­tik ist aber na­tür­lich da­von ab­hän­gig, wie Ihr Baby liegt oder sich be­wegt und ob es sei­ne re­le­van­ten Be­rei­che, …
In vie­len Un­ter­su­chun­gen konn­te bis­her ge­zeigt wer­den, dass dia­gnos­ti­scher Ul­tra­schall kei­ne schäd­li­chen Aus­wir­kun­gen auf das Un­ge­bo­re­ne hat. Im Ge­gen­teil: Vie­le Auf­fäl­lig­kei­ten oder Ri­si­ko­fak­to­ren wa­ren frü­her durch Ab­tas­ten der Bauch­de­cken und Ab­hö­ren der kind­li­chen Herz­tö­ne nicht er­kenn­bar. …

In­for­ma­tio­nen und Hilfs­an­ge­bo­te für (wer­den­de) El­tern


Der „Bun­des­ver­band zur Be­glei­tung von Fa­mi­li­en vor­ge­burt­lich er­krank­ter Kin­der e.V.“ ist ein ge­mein­nüt­zi­ger El­tern­ver­ein, der sich auf vor­ge­burt­li­che Er­kran­kun­gen, v.a. Spi­na Bi­fi­da und Harn­wegs­fehl­bil­dun­gen, spe­zia­li­siert hat. Die Grün­de­rin­nen und Grün­der eint, dass sie mit der Si­tua­ti­on der be­trof­fe­nen Fa­mi­li­en schon ab Zeit­punkt der Dia­gno­se un­zu­frie­den wa­ren: Oft wird nur eine Ab­trei­bung emp­foh­len, mo­der­ne Be­hand­lungs­me­tho­den sind un­be­kannt, es wird nicht an me­di­zi­ni­sche Spe­zi­al­zen­tren und Selbst­hil­fe­grup­pen ver­wie­sen und der All­tag ei­nes Le­bens mit ei­nem Kind mit ei­ner Be­hin­de­run­gen ist den Me­di­zi­nern oft nicht ge­läu­fig.

Kern­stück des En­ga­ge­ments ist ein Pa­ten­pro­gramm, das im ge­sam­ten deutsch­spra­chi­gen Raum und auch in­ter­na­tio­nal be­trof­fe­ne Fa­mi­li­en an an­de­re Fa­mi­li­en in der­sel­ben Si­tua­ti­on, aber schon et­was wei­ter auf ih­rem Weg, ver­mit­telt. www.bfvek.de

Letzte Aktualisierung: 08.02.2021, BH
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