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Schwangere bei der Aquafitness
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GettyImages

Aqua-Fit­ness er­leich­tert die Ge­burt

Aus der For­schung


Was­ser­gym­nas­tik in der Schwan­ger­schaft kann Schmer­zen bei der Ge­burt ab­mil­dern – eine be­kann­te Ver­mu­tung, die eine bra­si­lia­ni­sche Stu­die be­stä­ti­gen konn­te. Es muss­ten we­ni­ger Schmerz­mit­tel ein­ge­setzt wer­den, weil sich die Frau­en in ei­ner bes­se­ren psy­chi­schen und phy­si­schen Ver­fas­sung be­fan­den.

An der Un­ter­su­chung nah­men 71 schwan­ge­re Frau­en teil, die durch­schnitt­lich etwa 25 Jah­re alt wa­ren. Die Teil­neh­me­rin­nen wur­den zu­fäl­lig in zwei Grup­pen ein­ge­teilt: Eine Grup­pe ab­sol­vier­te von der 18. Schwan­ger­schafts­wo­che bis zur Ge­burt drei­mal die Wo­che für 50 Mi­nu­ten Was­ser-Ae­ro­bic mit mo­de­ra­ter In­ten­si­tät. Die zwei­te Grup­pe, die so ge­nann­te Kon­troll­grup­pe, führ­te kei­ne Übun­gen aus. Sämt­li­che Teil­neh­me­rin­nen un­ter­zo­gen sich wäh­rend je­dem Schwan­ger­schafts­drit­tel er­go­me­tri­schen Tests, um die phy­si­sche Fit­ness be­ur­tei­len zu kön­nen. Zu­dem wur­den die Er­eig­nis­se bei der Ge­burt so­wie der Ge­sund­heits­zu­stand des Neu­ge­bo­re­nen do­ku­men­tiert und ver­gli­chen.

Als Er­geb­nis zeig­te sich, dass die kör­per­li­che Fit­ness bei­der Grup­pen ei­nen ähn­li­chen Ver­lauf hat­te. Wäh­rend die Fit­ness vom ers­ten zum zwei­ten Schwan­ger­schafts­drit­tel an­stieg, er­reich­te sie im letz­ten Drit­tel wie­der den Aus­gangs­wert zu Be­ginn. Hin­sicht­lich der Art der Ent­bin­dung, also ob die Kin­der per Kai­ser­schnitt oder na­tür­lich auf die Welt ka­men, zeig­ten sich in­ner­halb der Grup­pen eben­falls kei­ne si­gni­fi­kan­ten Un­ter­schie­de. Auch das Ge­burts­ge­wicht der Neu­ge­bo­re­nen un­ter­schied sich nicht. Von den Frau­en, die re­gel­mäs­sig Was­ser­gym­nas­tik be­trie­ben, brauch­ten je­doch we­sent­lich we­ni­ger Schmerz­mit­tel bei der Ent­bin­dung (27%) als Frau­en aus der Kon­troll­grup­pe (64%).

Of­fen­sicht­lich kann durch die Aqua-Gym­nas­tik kei­ne deut­li­che Ver­bes­se­rung der all­ge­mei­nen kör­per­li­chen Fit­ness der Teil­neh­me­rin­nen er­reicht wer­den, sie er­leich­tert aber den Ge­burts­ver­lauf und trägt da­mit zur Re­du­zie­rung der ein­ge­setz­ten Schmerz­me­di­ka­men­te bei. Ab­ge­se­hen da­von ist es in der Schwan­ger­schaft sehr güns­tig, sport­li­che Ak­ti­vi­tä­ten ins Was­ser zu ver­le­gen. Die Ge­len­ke, Band­schei­ben und Mus­ku­la­tur der wer­den­den Müt­ter wer­den deut­lich we­ni­ger be­an­sprucht, aus­ser­dem un­ter­stützt der Was­ser­druck auf der Haut die Durch­blu­tung des Ge­we­bes und kann Was­ser­ein­la­ge­run­gen (Öde­men) ent­ge­gen­wir­ken.

Schwan­ge­re soll­ten bei kör­per­li­cher Ak­ti­vi­tät al­ler­dings stets dar­auf ach­ten, dass der Puls nicht schnel­ler als 130 Schlä­ge pro Mi­nu­te geht. Auch Whirl­pools soll­ten wäh­rend die­ser Zeit ver­mie­den wer­den, da das Ri­si­ko für Ge­ni­tal­in­fek­tio­nen im war­men Was­ser er­höht ist.

Quel­le: Eri­ca P. Ba­ci­uk et al.: Re­pro­duc­tive Health 2008, 5, S. 10

Letzte Aktualisierung: 17.03.2021, BH
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