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Ma­gen­bren­nen in der Schwan­ger­schaft

Schwan­ge­re lei­den häu­fig un­ter ei­nem bren­nen­den Ge­fühl hin­ter dem Brust­bein. War­um das so ist und was Sie da­ge­gen tun kön­nen.

Schwangere Frau hat Magenbrennen
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iStock

Ver­dau­ungs­be­schwer­den und Ma­gen­bren­nen (Sod­bren­nen) sind ty­pi­sche Be­gleit­erschei­nun­gen in den letz­ten Mo­na­ten der Schwan­ger­schaft. 

Wie macht sich Sod­bren­nen be­merk­bar?


Ma­gen­bren­nen äus­sert sich durch ein drü­cken­des, bren­nen­des, hus­ten­ar­ti­ges Ge­fühl hin­ter dem Brust­bein und in der Spei­se­röh­re, das durch manch­mal bis in den Mund­raum auf­stei­gen­der Ma­gen­säu­re (Auf­stos­sen, Re­flux) ver­ur­sacht wird und äus­serst un­an­ge­nehm sein kann.

Die Be­schwer­den tre­ten oft etwa eine hal­be Stun­de nach dem Es­sen auf oder nachts, denn sie sind im Lie­gen be­son­ders stark aus­ge­prägt. Auch beim Hus­ten oder He­ben schwe­rer Ge­gen­stän­de macht sich Ma­gen­bren­nen stär­ker be­merk­bar.

War­um ist Ma­gen­bren­nen so häu­fig in der Schwan­ger­schaft?


Ma­gen­bren­nen wird durch ver­schie­de­ne Fak­to­ren in der Schwan­ger­schaft be­güns­tigt: Ers­tens rein me­cha­nisch durch den Druck, den das her­an­wach­sen­de Baby auf den Ma­gen aus­übt. Zwei­tens hor­mo­nell durch die vom Pro­ges­te­ron be­wirk­te Ent­span­nung des Schliess­mus­kels am obe­ren Ma­gen­aus­gang, der das Auf­stei­gen der Ma­gen­säu­re nor­ma­ler­wei­se ver­hin­dert. Hier­durch kann Ma­gen­säu­re in die Spei­se­röh­re ge­lan­gen, eine Rei­zung der Schleim­haut und Ma­gen­bren­nen ist die Fol­ge. Pro­ges­te­ron kann zu­dem auch be­wir­ken, dass die Nah­rung län­ger als üb­lich im Ma­gen ver­bleibt.

Was Sie ge­gen Ma­gen­bren­nen tun kön­nen


Es gibt ei­ni­ge Haus­mit­tel, mit de­nen man Ma­gen­bren­nen schnell und wirk­sam lin­dern kann.

  • Trin­ken Sie ei­nen kräf­ti­gen Schluck kal­tes Was­ser – aber bit­te ohne Koh­len­säu­re. Emp­foh­len wird auch Weiss­kohl­saft und sehr kal­te Milch.

  • Trin­ken Sie Ka­mil­len-, Fen­chel- oder Küm­mel­tee.

  • Fri­sche Ana­nas oder Pa­pa­ya zwi­schen­durch in klei­nen Por­tio­nen ist ein be­währ­tes Mit­tel. Auch ro­hes Sauer­kraut, Ar­ti­scho­cke, Ba­na­nen und rei­fe Bir­nen kön­nen hel­fen.

  • Kau­en Sie lang­sam und so lan­ge wie mög­lich eine Reis­waf­fel, Küm­mel­sa­men, ein­ge­weich­te Lein­sa­men, ge­schäl­te Man­deln oder Nüs­se, tro­cke­ne Ha­fer­flo­cken, ein Stück Voll­korn­brot oder La­kritz (nicht bei ho­hem Blut­druck). Das neu­tra­li­siert die Ma­gen­säu­re.

  • Auch Sal­bei­bon­bons, Na­tur­jo­ghurt oder ein Tee­löf­fel mit­tel­schar­fer Senf oder Meer­ret­tich sol­len hel­fen.

  • Man­che Schwan­ge­re schwört auf ei­nen Ess­löf­fel Kon­dens­milch – be­son­ders prak­tisch für un­ter­wegs in ei­nem Por­ti­ons­dös­chen.

  • Der Saft ei­ner roh ge­ras­pel­ten Kar­tof­fel, evtl. ge­mischt mit et­was Ap­fel­saft ist an­geb­lich sehr wirk­sam. Oder ver­su­chen Sie es mit roh ge­rie­be­nem Ap­fel.

  • Heil­er­de (auch in Form von Kap­seln) und Kie­sel­säu­re-Gel gibt es im Re­form­haus. Man kann bei­des in Säf­te oder Tees mi­schen.

  • Me­di­ka­men­te ge­gen Ma­gen­über­säue­rung sind auch in der Schwan­ger­schaft kurz­fris­tig er­laubt. Spre­chen Sie mit Ih­rem Arzt oder Apo­the­ker. 

Me­di­ka­men­te ge­gen Ma­gen­bren­nen


Bei sehr star­kem und un­an­ge­neh­mem Ma­gen­bren­nen und sau­rem Auf­stos­sen kann Ih­nen Ihre Frau­en­ärz­tin oder Ihre Heb­am­me wei­ter­hel­fen. 

Me­di­ka­men­te ge­gen Ma­gen­über­säue­rung (An­ta­zi­da) sind auch in der Schwan­ger­schaft kurz­fris­tig er­laubt. Dazu ge­hö­ren auch Me­di­ka­men­te aus der Grup­pe der Pro­to­nen­pum­pen­in­hi­bi­to­ren (PPI oder Pro­to­nen­pum­pen­hem­mer) wie Ome­pra­zol und Pan­to­pra­zol. In­zwi­schen wur­de in ver­schie­de­nen Stu­di­en mit ins­ge­samt etwa 6000 Schwan­ger­schaf­ten kein er­höh­tes Fehl­bil­dungs­ri­si­ko ge­se­hen. Ome­pra­zol ge­hört des­halb in­zwi­schen zu den Mit­teln der Wahl bei Ma­gen­über­säue­rung in der  Schwan­ger­schaft.

Schwä­cher wir­ken­de An­ta­ci­da kön­nen über drei bis vier Wo­chen ein­ge­nom­men wer­den. Die Do­sie­rung soll­te 3-4 Beu­tel pro Tag nicht über­stei­gen. Da­nach soll­ten Sie ein­mal prü­fen las­sen, ob nicht eine ernst­haf­te­re Ur­sa­che für Ihre Ma­gen­pro­ble­me vor­liegt.

Län­ger­fris­tig ist es wahr­schein­lich bes­ser, wenn Sie auf alu­mi­ni­um­freie Mit­tel aus­wei­chen (z.B. Cal­ci­um-/Ma­gne­si­um­car­bo­nat, z.B. Ren­nie®). Auch die Wirk­stof­fe Ma­gald­rat (Rio­pan®), Su­cral­fat (Ul­co­gan­t®) und Hy­dro­tal­cit, aus de­nen Alu­mi­ni­um nur in Spu­ren re­sor­biert wird, kom­men in Fra­ge. Gar kein Alu­mi­ni­um ent­hält das Al­gi­nat Ga­vis­con®.

Bis­lang ist je­doch kein Fall be­kannt, bei dem es durch die Ein­nah­me von Alu­mi­ni­um-hal­ti­gen An­ta­ci­da (z.B. Alu­col®, Re­flu­xin®) in der Schwan­ger­schaft zu Ver­än­de­run­gen des Ge­hirns oder der Kno­chen bei den Fe­ten ge­kom­men wäre. Zwar führ­te die Gabe von Alu­mi­ni­um­sal­zen im Tier­ver­such zu Ver­än­de­run­gen am Fe­ten, aber die to­xi­ko­lo­gi­sche Do­sis lag um ein Viel­fa­ches hö­her als die Men­gen, die in der täg­li­chen Pra­xis ein­ge­nom­men wer­den. An­ders liegt der Fall, wenn die wer­den­de Mut­ter eine ein­ge­schränk­te Nie­ren­funk­ti­on hat; dann kann sich Alu­mi­ni­um im kind­li­chen Or­ga­nis­mus schnel­ler ab­la­gern und auf die Ein­nah­me die­ser Prä­pa­ra­te soll­te ver­zich­tet wer­den.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Hel­fen Ih­nen un­se­re Tipps ge­gen Ma­gen­bren­nen nicht, kön­nen Sie kurz­fris­tig (nicht län­ger als 3-4 Wo­chen) ein ma­gne­si­um- oder alu­mi­ni­um­hal­ti­ges Mit­tel ge­gen Ma­gen­über­säue­rung ein­neh­men. Die Do­sie­rung soll­te 3-4 Beu­tel pro Tag nicht über­stei­gen. Da­nach soll­ten Sie ein­mal prü­fen las­sen, ob nicht eine …

Ma­gen­bren­nen in der Schwan­ger­schaft vor­beu­gen


Vie­le ein­fa­che und ver­blüf­fen­de Tipps, die wer­den­de Müt­ter be­ach­ten soll­ten:

  • Neh­men Sie statt drei gros­ser Mahl­zei­ten lie­ber fünf bis sechs klei­ne Mahl­zei­ten zu sich.

  • Trin­ken Sie eine hal­be Stun­de nach dem Es­sen Fen­chel-, Me­lis­se-, Ei­bisch­blät­ter, Anis- oder Ka­mil­len­tee in klei­nen Schlück­chen. Wenn Sie beim Es­sen trin­ken, dehnt sich der Ma­gen zu weit aus.

  • Sit­zen Sie beim Es­sen mög­lichst auf­recht, es­sen Sie lang­sam und kau­en Sie gründ­lich.

  • Ver­zich­ten Sie auf Nah­rungs­mit­tel, die die Pro­duk­ti­on von Ma­gen­säu­re för­dern: Zi­trus­früch­te, Jo­han­nis­bee­ren, Kohl­ge­mü­se, Hül­sen­früch­te, es­sig­hal­ti­ge Sa­lat­sauce, To­ma­ten, Zwie­beln, hart­ge­koch­te Eier, fri­sches Brot, Kaf­fee, schwar­zer Tee, koh­len­säu­re­hal­ti­ge Ge­trän­ke, Scho­ko­la­de und an­de­re Süs­sig­kei­ten.

  • Mei­den Sie Kau­gum­mis oder Bon­bons mit Pfef­fer­minz oder Spear­mint. Sie er­hö­hen die Säu­re­pro­duk­ti­on und schwä­chen den Schliess­mus­kel.

  • Auf Al­ko­hol und Zi­ga­ret­ten ver­zich­ten Sie hof­fent­lich so­wie­so be­reits.

  • Sehr rei­fe Früch­te und Obst und Ge­mü­se mit har­ten, fa­se­ri­gen Struk­tu­ren (man­che Ap­fel­sor­ten, Sel­le­rie) sind un­güns­tig.

  • Mei­den Sie stark ge­würz­te (Chi­li, Cur­ry, Pfef­fer), sehr fett­hal­ti­ge oder ge­bra­te­ne Spei­sen. Es­sen Sie lie­ber leicht, ohne fet­ti­ge Sau­cen und Nach­spei­sen mit Rahm. Das gilt vor al­lem für die Abend­mahl­zeit.

  • Ei­weiss­rei­che Kost soll hel­fen, die Ma­gen­säu­re zu neu­tra­li­sie­ren und den obe­ren Ma­gen­aus­gang bes­ser zu ver­schlies­sen.

  • Man­chen Schwan­ge­ren hilft Bier­he­fe, die man zum Bei­spiel ins Mües­li mi­schen kann. Oder wenn sie nach der Mahl­zeit ei­nen Löf­fel Senf schlu­cken. Das dar­in ent­hal­te­ne Senf­öl soll den Re­flux ver­hin­dern.

  • Gön­nen Sie sich nach den Mahl­zei­ten eine Ru­he­pau­se, aber war­ten Sie nach dem Es­sen oder Trin­ken ei­ni­ge Stun­den, be­vor Sie sich zum Schla­fen hin­le­gen.

  • Nachts hilft es Ih­nen si­cher schon, wenn Sie den ge­sam­ten Ober­kör­per (nicht nur den Kopf und Na­cken) mit ei­nem Kis­sen et­was hö­her la­gern, um dem Rück­fluss des Ma­gen­safts vor­zu­beu­gen.

  • Schla­fen Sie auf der lin­ken Sei­te. Da­durch liegt der Ma­gen un­ter­halb der Spei­se­röh­re und die flüs­si­ge Ma­gen­säu­re kann durch die Schwer­kraft nicht so leicht nach oben ge­lan­gen bzw. leich­ter  wie­der in den Ma­gen zu­rück flies­sen als in Rü­cken­la­ge oder Rechts­sei­ten­la­ge. Ein gas­för­mi­ger Re­flux kann zwar im­mer noch auf­tre­ten, macht aber we­ni­ger Be­schwer­den.

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Letzte Aktualisierung: 03.08.2022, BH

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