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Frau sitzt mit dem Arzt am Tisch im Gespräch

Be­hand­lung ei­ner Schei­den­pilz-Er­kran­kung


Mit ei­ner vom Frau­en­arzt, von der Frau­en­ärz­tin ver­ord­ne­ten The­ra­pie über min­des­tens sie­ben Tage ist die Can­di­dia­sis im Schei­den­be­reich (Soor) in der Re­gel gut zu be­herr­schen. Es kann aber im­mer wie­der zu ei­nem Rück­fall kom­men. Der Part­ner soll­te gleich­zei­tig mit­be­han­delt wer­den, wenn er auch Sym­pto­me zeigt, um den so­ge­nann­ten Ping-Pong-Ef­fekt zu ver­hin­dern. An­sons­ten ist eine Part­ner­be­hand­lung nach neue­ren Er­kennt­nis­sen nicht not­wen­dig. Auf Ge­schlechts­ver­kehr soll­ten Sie bis zur Ab­hei­lung ver­zich­ten. Zur Kör­per­pfle­ge emp­feh­len Fach­leu­te öl­hal­ti­ge Ba­by­pfle­ge­tü­cher.

Ein An­ti­my­ko­ti­kum (meist Clo­tri­ma­zol oder Ny­sta­tin) zur di­rek­ten Be­hand­lung in Form von Sal­be oder Schei­den­zäpf­chen ist das klas­si­sche Mit­tel ge­gen eine Pilz­in­fek­ti­on und wird über sie­ben Tage an­ge­wen­det. Clo­tri­ma­zol soll­te je­doch vor dem vier­ten Schwan­ger­schafts­mo­nat nur auf ärzt­li­che Ver­ord­nung und nicht in der Selbst­me­di­ka­ti­on an­ge­wen­det wer­den. Es gibt auch schon lo­ka­le An­ti­my­ko­ti­ka (Imi­da­zo­le, z.B. Eco­na­zol, Iso­co­na­zol, Mi­co­na­zol oder Oxi­co­na­zol), die nicht über meh­re­re Tage, son­dern nur ein­ma­lig an­ge­wen­det wer­den müs­sen, was na­tür­lich viel be­que­mer ist. Ihre Wirk­sam­keit in der Schwan­ger­schaft ist aber noch nicht ein­deu­tig be­wie­sen. Ora­le An­ti­my­ko­ti­ka (also in Ta­blet­ten­form) sind noch nicht aus­rei­chend auf ihre Un­schäd­lich­keit in der Schwan­ger­schaft ge­tes­tet wor­den, spe­zi­ell für den Wirk­stoff Flu­co­na­zol be­steht der Ver­dacht, es kön­ne ver­mehrt zu Fehl­ge­bur­ten und an­ge­bo­re­nen Herz­feh­lern kom­men. Die­sel­ben Wirk­stof­fe sind aber in Sal­ben­form un­be­denk­lich.

Ge­gen den star­ken Juck­reiz kann ein Sal­be oder Creme mit nied­rig do­sier­tem Cor­ti­son hel­fen. Aus­wir­kun­gen auf das Un­ge­bo­re­ne sind da­bei nicht zu be­fürch­ten.

Die He­fepil­ze aus der Can­di­da-Fa­mi­lie er­näh­ren sich von Zu­cker­bau­stei­nen und wan­deln die­se un­ter an­de­rem in Al­ko­hol um. Er ist auch für das Bren­nen der va­gi­na­len Schleim­häu­te ver­ant­wort­lich, das ne­ben Ju­cken, Rö­tun­gen und Schwel­lun­gen ein Er­kran­kungs­sym­ptom dar­stellt. Ei­ni­ge Fach­leu­te emp­feh­len des­halb zu­sätz­lich, auf Zu­cker und Weiss­mehl (also Pro­duk­te mit raf­fi­nier­ten, nie­der­wer­ti­gen Koh­len­hy­dra­ten) zu ver­zich­ten und die Er­näh­rung auf Voll­korn­pro­duk­te, Obst Ge­mü­se und Ei­weiss um­zu­stel­len. Da­durch wird nicht un­be­dingt der Zu­cker­ge­halt im Va­gi­nal­se­kret ge­än­dert. Aber eine Schei­den­pilz­in­fek­ti­on geht nicht sel­ten von ei­ner stär­ke­ren He­fepilz­be­sied­lung des End­darms aus, die ih­rer­seits durch eine koh­len­hy­dratrei­che Er­näh­rung ge­för­dert wird. Die Pil­ze kön­nen aus dem Darm über den Af­ter zur Va­gi­na ge­lan­gen, in­dem sie die kur­ze Stre­cke zur Schei­den­öff­nung über­win­den. Eine Er­näh­rungs­um­stel­lung auf eine aus­ge­wo­ge­ne, bal­last­stoff­rei­che Kost und spar­sa­men Zu­cker­ver­zehr kann so ein Stück weit dazu bei­tra­gen, dass die Er­re­ger­zahl im Darm und da­mit die Ge­fahr ei­ner An­ste­ckung ab­nimmt. Auch soll­te bei der Toi­let­ten­hy­gie­ne dar­auf ge­ach­tet wer­den, dass man sich kei­ne Schmier­in­fek­ti­on zu­zieht.

Eine Än­de­rung des pH-Wer­tes, wie man sie bei bak­te­ri­el­len Schei­den­in­fek­tio­nen emp­feh­len kann, nützt nichts, da Pil­ze so­wohl im sau­ren als auch im ba­si­schen Mi­lieu wach­sen. Vie­le der emp­foh­le­nen Haus­mit­tel (z.B. Sitz­bä­der mit Es­sig-, Ka­mil­len- oder Sal­bei­zu­satz) wir­ken des­halb le­dig­lich juck­reiz­lin­dernd, kön­nen aber nicht das Pilz­wachs­tum ver­hin­dern. Mit dem Ein­füh­ren von Jo­ghurt-ge­tränk­ten Tam­pons (Na­tur­jo­ghurt mit le­ben­di­gen Kul­tu­ren, sog. Lak­toba­zil­len) soll­te man in der Schwan­ger­schaft bes­ser vor­sich­tig sein.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Nicht alle Me­di­ka­men­te ge­gen Soor, ei­ner Pilz­in­fek­tio­nen (Er­re­ger: meist Can­di­da al­bi­cans,) sind in der Schwan­ger­schaft un­ge­fähr­lich. Be­son­ders die Ein­nah­me in Ta­blet­ten­form kann pro­ble­ma­tisch sein, des­halb ist die äus­ser­li­che Be­hand­lung der be­fal­le­nen Haut­ge­bie­te zu­nächst vor­zu­zie­hen. Das Mit­tel …
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Letzte Aktualisierung: 31.12.2020, BH
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