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                              Ärztin untersucht den Mund eines Mädchens
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                              Schar­lach


                              Schar­lach zählt zu den klas­si­schen Kin­der­krank­hei­ten, weil er vor­wie­gend im ers­ten Le­bens­jahr­zehnt auf­tritt. Ob­wohl schon Ba­bys vom sechs­ten Mo­nat an in­fi­ziert wer­den kön­nen (vor­her ha­ben sie noch ei­nen „Nest­schutz“ von der Mut­ter), tritt Schar­lach oft erst zwi­schen dem drit­ten und ach­ten Le­bens­jahr auf, mit ei­nem Gip­fel im vier­ten Le­bens­jahr. Mit zehn Jah­ren nimmt die An­ste­ckungs­ge­fahr ab, er­lischt aber nie völ­lig. Auch Er­wach­se­ne kön­nen dar­an er­kran­ken.

                              Schar­lach kommt heu­te sel­te­ner vor als noch vor 50 Jah­ren, ver­läuft leich­ter und lässt sich mit An­ti­bio­ti­ka so gut be­han­deln - es muss prak­tisch kein Kind mehr an die­ser Krank­heit ster­ben. We­gen der ernst zu neh­men­den Spät­fol­gen soll­ten Sie Ihr Kind bei den ers­ten An­zei­chen ärzt­lich un­ter­su­chen und be­han­deln las­sen.

                              Schar­lach wird durch Bak­te­ri­en ver­ur­sacht


                              Er­re­ger des Schar­lach sind Strep­to­kok­ken der Grup­pe A. Die­se Bak­te­ri­en zeich­nen sich durch die Pro­duk­ti­on so­ge­nann­ter To­xi­ne aus. Von ih­nen gibt es rund 80 ver­schie­de­nen Ty­pen, die nor­ma­ler­wei­se eine Strep­to­kok­ken-An­gi­na, also eine Hals­ent­zün­dung, ver­ur­sa­chen. Die Schar­lach-Bak­te­ri­en sind in der Lage, ein spe­zi­el­les Schar­lach­gift zu pro­du­zie­ren, das den ty­pi­schen Schar­lach­aus­schlag aus­löst. Im Grun­de ist Schar­lach also eine Strep­to­kok­ken-An­gi­na mit Aus­schlag.

                              Ist man nach der Er­kran­kung im­mun?


                              Schar­lach hin­ter­lässt eine le­bens­lan­ge Im­mu­ni­tät ge­gen die To­xi­ne der Bak­te­ri­en; da es aber min­des­tens vier Schar­la­cher­re­ger gibt, er­kran­ken man­che Kin­der mehr­mals an Schar­lach. Sol­che Zwei­terkran­kun­gen ha­ben nichts da­mit zu tun, ob das Kind mit Pe­ni­cil­lin be­han­delt wor­den ist. Auch eine an­de­re Strep­to­kok­ken­in­fek­ti­on kann je­der­zeit wie­der auf­tre­ten (z.B. eine Man­del­ent­zün­dung oder an­de­re In­fek­tio­nen im Na­sen­ra­chen­raum). Eine Schutz­imp­fung ge­gen Schar­lach gibt es nicht.

                              Wie steckt man sich mit Schar­lach an?


                              Die Bak­te­ri­en wer­den über Tröpf­chen­in­fek­ti­on oder in­fi­zier­te Ge­gen­stän­de (Wä­sche, Klei­dung, Spiel­zeug und Bü­cher) über­tra­gen. Ge­le­gent­lich ver­brei­ten sie sich auch über ver­un­rei­nig­te, schlecht ge­kühl­te Le­bens­mit­tel. Die Er­kran­kung tritt meist als klei­ne Epi­de­mie, oft in der kal­ten Jah­res­zeit bei re­la­tiv tro­cke­nem und win­di­gem Wet­ter auf.

                              Die gröss­te An­ste­ckungs­ge­fahr be­steht schon wäh­rend der drei bis fünf Tage dau­ern­den In­ku­ba­ti­ons­zeit, in der noch kei­ne Sym­pto­me auf­fäl­lig sind. Spä­ter als acht Tage nach dem Kon­takt mit ei­nem Schar­lach­kran­ken ist kaum noch mit ei­ner An­ste­ckung zu rech­nen.

                              Wenn die Krank­heit aus­ge­bro­chen ist und die Be­hand­lung mit An­ti­bio­ti­ka gleich be­gon­nen wur­de, ist sie schon nach zwei bis drei Ta­gen nicht mehr an­ste­ckend und das Kind kann wie­der in den Kin­der­gar­ten oder die Schu­le ge­hen. Da­ge­gen gel­ten schar­lach­kran­ke Kin­der ohne Pe­ni­cil­lin­be­hand­lung län­ge­re Zeit als „in­fek­ti­ös“. Sie dür­fen Ge­mein­schafts­ein­rich­tun­gen erst wie­der be­su­chen, wenn alle Sym­pto­me ab­ge­klun­gen sind und eine Wei­ter­ver­brei­tung der Krank­heit nicht mehr zu be­fürch­ten ist.

                              Die Krank­heits­sym­pto­me kom­men sehr plötz­lich: Ho­hes Fie­ber bis fast 40°C, Kopf­weh und sehr star­ke Hals­schmer­zen so­wie Hus­ten ste­hen am An­fang. Der Ra­chen­raum ist schar­lach­rot ver­färbt, die Zun­ge ist weiss­lich be­legt (s. Foto). Vie­le Kin­der kla­gen über Übel­keit und müs­sen so­gar er­bre­chen. Nach 2-4 Ta­gen färbt sich die Zun­ge him­beer­rot (Him­beer­zun­ge oder Erd­beer­zun­ge). Spä­tes­tens drei Tage nach Fie­ber­be­ginn zeigt sich der ty­pi­sche, samt­ar­ti­ge Haut­aus­schlag mit steck­na­del­kopf­gros­sen, dicht ste­hen­den Fle­cken. Die Er­he­bun­gen des Aus­schlags sind zu­nächst zart rosa, spä­ter flam­mend rot (eben schar­lach­rot). Sie er­schei­nen vor al­lem um die Ach­seln, an der Brust, in der Leis­ten­ge­gend und an den In­nen­sei­ten der Ober­schen­kel. Wenn man mit der Hand­flä­che über die Haut streicht, fühlt sie sich an wie Sand­pa­pier oder eine leich­te Gän­se­haut. Der Be­reich um den Mund und das Kinn her­um bleibt aus­ge­spart und er­scheint weiss­lich (Milch­bart). Juck­reiz ist kaum vor­han­den. Etwa drei Wo­chen nach Auf­tre­ten der ers­ten Sym­pto­me be­ginnt die Haut, sich zu schä­len, vor­wie­gend an den Hand­flä­chen und Fuss­soh­len.

                              Es gibt Fäl­le, die völ­lig ohne Aus­schlag ver­lau­fen. Das Kind hat kein Fie­ber, nur Schluck­be­schwer­den, Hei­ser­keit und Hus­ten. Erst nach ei­ni­gen Ta­gen zeigt das Ab­schup­pen sei­ner Haut, dass es Schar­lach durch­ge­macht hat. Dann braucht nicht mit An­ti­bio­ti­ka be­han­delt zu wer­den.

                              Si­che­re Dia­gno­se - wirk­sa­me The­ra­pie


                              Bei Auf­tre­ten der ers­ten Sym­pto­me soll­te idea­ler­wei­se ein Ra­chen­ab­strich vor­ge­nom­men wer­den, um die Dia­gno­se im Schnell­test zu si­chern. Da­nach wird mit ei­nem hoch­do­sier­ten An­ti­bio­ti­kum (in der Re­gel Pe­ni­cil­lin, falls eine All­er­gie da­ge­gen be­steht: Ce­pha­lo­spo­ri­ne, Clin­da­my­cin, Ery­thro­my­cin, Cla­ri­thro­my­cin, Ro­xi­thro­my­cin) meist als Saft über zehn Tage, fie­ber­sen­ken­den Mass­nah­men und Mit­teln ge­gen Hals­schmer­zen be­han­delt.

                              Ach­ten Sie dar­auf, dass Ihr Kind reich­lich küh­le Ge­trän­ke trinkt, auch wenn es Hals­schmer­zen beim Schlu­cken hat. Gur­geln mit Ho­nig-ge­süss­tem Sal­bei-, Ei­bisch, Ka­mil­len- oder Lin­den­blü­ten­tee oder des­in­fi­zie­ren­den Lö­sun­gen kann hel­fen, sonst auch ein schmerz­lin­dern­des Ra­chen­spray. Um die na­tür­li­che Darm­flo­ra zu un­ter­stüt­zen, die durch die An­ti­bio­ti­ka­ga­be be­ein­träch­tigt wird, ist es emp­feh­lens­wert, re­gel­mäs­sig Jo­ghurt zu es­sen.

                              Eine vor­sorg­li­che Be­hand­lung der Kon­takt­per­so­nen in Fa­mi­lie, Krip­pe und Schu­le ist nicht nö­tig.

                              An­ti­bio­ti­kum nicht im­mer not­wen­dig


                              Ob eine An­ti­bio­ti­ka­the­ra­pie grund­sätz­lich im­mer ge­recht­fer­tigt ist, wird zur Zeit dis­ku­tiert. Die Schwei­ze­ri­sche Ge­sell­schaft für In­fek­tio­lo­gie be­tont, dass die Kom­pli­ka­tio­nen ei­ner Schar­la­ch­erkran­kung (s. wei­ter un­ten) bei uns sehr sel­ten sind, wes­halb ihre Ver­mei­dung al­lein kei­nen aus­rei­chen­den Grund für eine an­ti­bio­ti­sche The­ra­pie mehr dar­stellt (Stand: No­vem­ber 2019). Aus­ser­dem kön­nen An­ti­bio­ti­ka die Dau­er ei­ner schwe­ren GAS-An­gi­na nur um 1-2 Tage ver­kür­zen. Bei be­reits durch­ge­mach­ten rheu­ma­ti­schem Fie­ber, an­de­ren Grund­er­kran­kun­gen oder schwe­rem Ver­lauf kann aber in der Re­gel nicht auf die An­ti­bio­ti­ka­the­ra­pie ver­zich­tet wer­den.

                              Soll­te Ihr Arzt eine An­ti­bio­ti­ka­the­ra­pie für sinn­voll hal­ten, ist es von gröss­ter Wich­tig­keit, das An­ti­bio­ti­kum über die ge­sam­te ver­ord­ne­te Zeit ein­zu­neh­men, in den meis­ten Fäl­len zehn Tage lang. Mit Hil­fe der Pe­ni­cil­lin-Be­hand­lung geht es dem Kind zwar schon nach 24 bis spä­tes­tens 48 Stun­den wie­der gut. Das Ver­schwin­den der Be­schwer­den be­deu­tet aber nicht, dass da­mit auch die Bak­te­ri­en un­schäd­lich ge­macht wur­den! Die Be­hand­lungs­dau­er von zehn Ta­gen ist not­wen­dig, um alle Bak­te­ri­en ab­zu­tö­ten. Blei­ben Res­te im Or­ga­nis­mus, könn­te die Krank­heit wie­der auf­fla­ckern. Aus­ser­dem be­steht die Ge­fahr, dass sich Er­re­ger an das An­ti­bio­ti­kum ge­wöh­nen, also eine Re­sis­tenz ent­wi­ckeln.

                              Die Haupt­vor­tei­le der Pe­ni­cil­lin-Be­hand­lung für das Kind:

                              • Die Be­schwer­den ver­schwin­den schnel­ler.

                              • Die An­ste­ckungs­zeit wird ab­ge­kürzt, 24 Stun­den nach Ein­nah­me­be­ginn be­steht kei­ne An­ste­ckungs­ge­fahr mehr. Ohne Be­hand­lung kön­nen mit Schar­lach In­fi­zier­te noch bis zu drei Wo­chen Strep­to­kok­ken ver­brei­ten.

                              • Das Kind darf eher wie­der in den Kin­der­gar­ten oder zur Schu­le.

                              • Ge­fähr­li­che Kom­pli­ka­tio­nen (z.B. schmerz­haf­te Ent­zün­dun­gen des Mit­tel­ohrs oder der Ne­ben­höh­len, Schwel­lun­gen der Lymph­drü­sen und ge­fähr­li­che Ab­szes­se in den Ra­chen­man­deln) wer­den ver­mie­den.

                              Spät­fol­gen von Schar­lach sind ge­fähr­lich


                              Wenn eine Schar­la­ch­erkran­kung nicht aus­rei­chend be­han­delt wird, kann es nach ei­ni­gen Wo­chen zu Spät­fol­gen kom­men. Dazu ge­hö­ren das aku­te rheu­ma­ti­sche Fie­ber (mit schmerz­haf­ten Ge­lenk­ver­än­de­run­gen, Schwel­lun­gen und Be­we­gungs­ein­schrän­kun­gen) und das so ge­nann­te Schar­lach­herz (eine Ent­zün­dung des Herz­mus­kels und der Her­zin­nen­haut, manch­mal auch der Herz­klap­pen). Auch eine Blut­ver­gif­tung, aku­te Nie­ren­ent­zün­dung und neu­ro­psych­ia­tri­sche Au­to­im­mun­erkran­kun­gen sind mög­lich.

                              Für Schwan­ge­re bzw. ihr un­ge­bo­re­nes Kind stellt eine Schar­la­ch­erkran­kung kei­ne Ge­fahr dar.

                              FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

                              Schar­lach ist eine der we­ni­gen Kin­der­krank­hei­ten, die man mehr­mals (auch als er­wach­se­ne Per­son) be­kom­men kann. Dazu braucht es aber auch ge­wis­se Sym­pto­me. Pro­mi­nent sind die Hals­schmer­zen. Ob es sich dann wirk­lich um Schar­lach han­delt, kann man mit ei­nem Ra­chen­ab­strich fest­stel­len. Die­sen Ab­strich …
                              So klappt es am bes­ten: ACH­TUNG: Im­mer in der kind­ge­rech­ten Do­sie­rung ver­wen­den, die von Ih­rem Kin­der­arzt ver­schrie­ben wur­de. Tei­len soll­ten Sie ein Zäpf­chen nur, wenn aus­drück­lich vom Arzt an­ge­ord­net. Mit ei­nem leicht an­ge­wärm­ten klei­nen Mes­ser geht das re­la­tiv leicht. Bit­te das Zäpf­chen nur der …
                              Letzte Aktualisierung: 15.06.2020, BH
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