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                              Frau hält sich die Hand an die Stirn
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                              GettyImages

                              Ma­sern ver­ur­sa­chen Früh­ge­bur­ten


                              Bis zu 25 Pro­zent der Ba­bys, de­ren Müt­ter in der Schwan­ger­schaft an Ma­sern er­krankt sind, kom­men zu früh zur Welt. Die wich­tigs­te Kom­pli­ka­ti­on in der Schwan­ger­schaft sind ne­ben dem ho­hen Fie­ber schwe­re Lun­gen­ent­zün­dun­gen. Wenn die In­fek­ti­on sehr spät in der Schwan­ger­schaft auf­tritt, so kann das Baby mit Ma­sern ge­bo­ren wer­den. Da Neu­ge­bo­re­ne noch kein aus­ge­reif­tes Im­mun­sys­tem ha­ben, kön­nen die­se Er­kran­kun­gen le­bens­be­droh­lich ver­lau­fen.

                              Fehl­bil­dun­gen durch eine Ma­sern­in­fek­ti­on sind al­ler­dings nicht zu be­fürch­ten. Des­halb be­steht kei­ne Ver­an­las­sung für eine prä­na­ta­le Dia­gnos­tik oder ei­nen Schwan­ger­schafts­ab­bruch, wenn eine In­fek­ti­on wäh­rend der Schwan­ger­schaft auf­tritt. Das gilt üb­ri­gens auch für Ma­sern­imp­fun­gen, die aus Ver­se­hen in ei­ner frü­hen Pha­se der Schwan­ger­schaft durch­ge­führt wer­den.

                              Kommt eine schwan­ge­re Frau die kei­nen Impf­schutz hat, in Kon­takt mit In­fi­zier­ten, kann die so­for­ti­ge Gabe von Im­mun­glo­bu­li­nen den Aus­bruch der Krank­heit ver­hin­dern oder zu­min­dest ab­schwä­chen. Wenn die Krank­heit al­ler­dings be­reits voll aus­ge­bro­chen ist, ist die­se The­ra­pie­form nicht mehr wirk­sam. 

                              Frau­en mit Kin­der­wunsch, die nicht ge­impft wur­den und auch nicht Ma­sern in der Kind­heit durch­ge­macht ha­ben, soll­ten sich da­her un­be­dingt ge­gen Ma­sern imp­fen las­sen, um eine mög­li­che Fehl- oder Früh­ge­burt zu ver­hin­dern. Per­so­nen, die in der Kind­heit zwei­mal ge­impft wur­den, ha­ben le­bens­lang ei­nen aus­rei­chen­den Impf­schutz. Wur­de al­ler­dings nur ein­mal oder gar nicht ge­impft, so wird al­len, die im Jahr 1970 oder spä­ter ge­bo­ren sind, die Nach­ho­lung der Ma­sern­imp­fung emp­foh­len.

                              Die na­tio­na­le Stra­te­gie des Bun­des­amts für Ge­sund­heit BAG ist ein­deu­tig: Die Durch­imp­fung der Be­völ­ke­rung soll bis 2015 er­höht wer­den, Eu­ro­pa soll bis da­hin ma­sern­frei sein. Das kann ge­lin­gen, wenn min­des­tens 95% der Be­völ­ke­rung im Klein­kin­des­al­ter mit zwei Do­sen des Ma­sern­impf­stoffs ge­impft wird. Da­mit wird die Her­denim­mu­ni­tät er­reicht, und der Krank­heits­er­re­ger kann sich nicht wei­ter ver­brei­ten und ver­schwin­det voll­stän­dig. Auf dem ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent so­wie in Finn­land wur­den Ma­sern be­reits eli­mi­niert. Die Schweiz ist noch weit da­von ent­fernt. Stand 2011 be­trägt die Durch­imp­fungs­ra­te für Ma­sern ge­samt­schwei­ze­risch 76% und va­ri­iert stark von Kan­ton zu Kan­ton. Es ist nicht vor­ge­se­hen, die Imp­fung für ob­li­ga­to­risch zu er­klä­ren.

                              Seit 1985 emp­fiehlt das BAG eine kom­bi­nier­te Imp­fung ge­gen Ma­sern, Mumps und Rö­teln (MMR), die ers­te Do­sis mit 12 Mo­na­ten, die zwei­te Do­sis zwi­schen 15 und 24 Mo­na­ten. Dank die­sem Kom­bi­na­ti­ons­impf­stoff könn­ten nicht nur die Ma­sern, son­dern gleich­zei­tig auch die Rö­teln eli­mi­niert wer­den so­wie die Zahl der Mumps­fäl­le dras­tisch ge­senkt wer­den. Ohne Ma­sern­imp­fung gäbe es in der Schweiz im Durch­schnitt je­des Jahr 70 000 er­krank­te Per­so­nen und 20 bis 30 To­des­fäl­le, was ge­schätz­te Kos­ten in der Höhe von 220 Mil­lio­nen Fran­ken ver­ur­sa­chen wür­de (1% der Kran­ken­kas­sen­prä­mi­en).

                              Ma­sern sind eine hoch an­ste­cken­de Krank­heit, die mit ei­ner wirk­sa­men und si­che­ren Imp­fung ver­mie­den wer­den kann. Die Ma­sern­imp­fung ist in der Schweiz seit mehr als 30 Jah­ren emp­foh­len. Sie ist das bes­te Prä­ven­ti­ons­mit­tel. Der Mensch ist das ein­zi­ge Re­ser­voir des Ma­sern-Vi­rus. Eine Eli­mi­na­ti­on ist so­mit mög­lich, wenn 95% der Be­völ­ke­rung mit zwei Do­sen ge­impft wer­den. Wäh­rend der Epi­de­mie zwi­schen 2006 und 2009 wur­den 4400 Fäl­le von Ma­sern­er­kran­kun­gen ge­mel­det, die oft eine Hos­pi­ta­li­sie­rung und me­di­zi­ni­sche Kom­pli­ka­tio­nen (Mit­tel­ohr- oder Lun­gen­ent­zün­dung, sel­ten Ge­hirn­ent­zün­dung) zur Fol­ge hat­ten. 2011 wur­den dem Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG) wie­der mehr als 600 Ma­sern­fäl­le ge­mel­det.

                              Letzte Aktualisierung: 01.03.2021, BH
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