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                              Die Be­fruch­tung der Ei­zel­le

                              Der al­ler­ers­te Schritt auf dem Weg zum Baby: Was im Kör­per ge­schieht.

                              Spermien und Eizelle
                              ©
                              GettyImages

                              Als Be­fruch­tung be­zeich­net man den Mo­ment, in dem eine Sa­men­zel­le durch die Ei­hül­le in die Ei­zel­le ein­dringt und die Erb­an­la­gen (Chro­mo­so­men) von Mann und Frau ver­schmel­zen.

                              Der idea­le Zeit­punkt für eine Be­fruch­tung


                              Zu ei­ner Be­fruch­tung kann es nur wäh­rend der frucht­ba­ren Tage der Frau kom­men, denn die Ei­zel­le ist höchs­tens 24 Stun­den nach dem Ei­sprung be­fruch­tungs­fä­hig. Da­für ge­nügt je­doch schon eine ge­rin­ge Men­ge an Sa­men­flüs­sig­keit. Weil Sper­mi­en zwi­schen drei und fünf Ta­gen im Kör­per ei­ner Frau über­le­ben und zeu­gungs­fä­hig sind, be­ginnt die idea­le Zeit für eine Be­fruch­tung be­reits zwei Tage vor dem Ei­sprung. Kommt es nicht zu ei­ner Be­fruch­tung, löst sich die Ei­zel­le auf und am Ende des Zy­klus setzt die Pe­ri­ode ein.

                              So tref­fen Ei­zel­le auf Sper­mi­en auf­ein­an­der


                              Beim Ei­sprung wird eine – sel­ten auch meh­re­re – Ei­zel­le vom trich­ter­för­mi­gen Ende des Ei­lei­ters, der sich über den Ei­er­stock stülpt, auf­ge­fan­gen und wan­dert lang­sam wäh­rend der nächs­ten Tage im Ei­lei­ter in Rich­tung Ge­bär­mut­ter.

                              Die Sper­mi­en schwim­men der Ei­zel­le durch die Ge­bär­mut­ter und ei­nen Teil des Ei­lei­ters ent­ge­gen. Für den Weg von un­ge­fähr 15 Zen­ti­me­ter brau­chen sie nur etwa eine Stun­de. Für je­den Zen­ti­me­ter, den ein Sa­men­fa­den zu­rück­legt, muss er 800 Mal mit sei­nem Schwanz schla­gen. Am äus­se­ren er­wei­ter­ten Ende des Ei­lei­ters tref­fen die Sa­men­zel­len schliess­lich auf die be­fruch­tungs­fä­hi­ge Ei­zel­le.

                              Wie die Sper­mi­en den Weg zur Ei­zel­le fin­den


                              An den frucht­ba­ren Ta­gen er­hal­ten die Sper­mi­en bei der Rei­se zur Ei­zel­le Hil­fe: Ge­bär­mut­ter­hals und Mut­ter­mund son­dern spe­zi­el­le Zu­cker­stof­fe aus. Das Schei­den­mi­lieu wird also ba­sisch und sorgt da­mit ei­ner­seits da­für, dass die Sa­men­zel­len le­ben­dig und be­weg­lich blei­ben. An­de­rer­seits wird den Sa­men­fä­den da­mit der Weg ge­wie­sen, denn ohne die­se Füh­rung wür­den sie im Kreis schwim­men. Zu­sätz­lich wird wäh­rend der frucht­ba­ren Tage der an­sons­ten ver­schlos­se­ne Ge­bär­mut­ter­hals für Sper­mi­en durch­läs­sig: Der Schleim­pfropf wird durch die Wir­kung von Ös­tro­gen dünn­flüs­sig, so­dass die Sa­men­zel­len durch den Ge­bär­mut­ter­hals­ka­nal hin­auf­wan­dern kön­nen.

                              Ein Sper­mi­um so klein ist, dass es mit blos­sem Auge gar nicht er­kenn­bar ist, näm­lich nur 0,06 Mil­li­me­ter. In der durch­schnitt­li­chen Sper­ma­men­ge schwim­men 100 bis 200 Mil­lio­nen Sper­mi­en. Aber nur ei­nem Teil ge­lingt es, bis zur Ei­zel­le vor­zu­drin­gen. Vie­le sind zu lang­sam, ha­ben zwei Köp­fe, kein Schwänz­chen oder schwim­men in die fal­sche Rich­tung und kom­men gar nicht erst an der Ei­zel­le an.

                              Ei­ni­ge Hun­dert Sa­men­fä­den schaf­fen je­doch den Weg und um­schwir­ren schliess­lich die be­fruch­tungs­be­rei­te Ei­zel­le. Die­se bzw. ihre äus­se­re Hül­le schickt Lock­stof­fe an das von ihr aus­ge­wähl­te Sper­mi­um und für die­ses eine Sa­men­fäd­chen öff­net die Ei­zel­le ihre zähe Hül­le. Im sel­ben Mo­ment wird der Zu­gang für alle an­de­ren Sper­mi­en ge­sperrt. So ver­hin­dert die Na­tur eine „Über­be­fruch­tung“ mit mehr als ei­nem Sper­mi­um. Die üb­rig ge­blie­be­nen Sa­men­zel­len ster­ben bald dar­auf ab.

                              Ge­glück­te Be­fruch­tung


                              Die Be­fruch­tung der Ei­zel­le ist ge­glückt, so­bald es dem Zell­kern des Sper­mi­ums ge­lingt, ins Zell­plas­ma des Ei­zell­kerns vor­zu­drin­gen. Die Zell­ker­ne von Sper­mi­um und Ei­zel­le lö­sen ihre Hül­len und ihre Chro­mo­so­men for­men sich zu 23 Paa­ren. Bei der Ver­schmel­zung wer­den die ge­ne­ti­schen In­for­ma­tio­nen des müt­ter­li­chen und vä­ter­li­chen Zell­kerns zu ei­ner neu­en Erb­infor­ma­ti­on ver­ei­nigt. Der Bau­plan für ei­nen neu­en und ein­zig­ar­ti­gen Men­schen ist ge­schaf­fen.  

                              In­dem Sie den Cur­sor im Bild be­we­gen, er­le­ben Sie die Be­fruch­tung in­ter­ak­tiv!
                              (Quel­le: WDR)

                              Die Chro­mo­so­men der El­tern mi­schen sich


                              Bei der Ver­tei­lung der Chro­mo­so­men wird auch das Ge­schlecht des Kin­des be­stimmt. Ei­zel­len tra­gen im­mer das Ge­schlechts­chro­mo­som X in ih­rem Zell­kern, Sper­mi­en kön­nen mit ei­nem X oder ei­nem Y aus­ge­stat­tet sein. Kommt ein X-Sper­mi­um zum Zug, ent­steht zu­sam­men mit dem X der Mut­ter ein Mäd­chen, bei ei­nem Y-Sa­men­fa­den wird es mit dem müt­ter­li­chen X zu­sam­men ein Jun­ge.

                              Durch die Ver­schmel­zung der Ei- und Sa­men­zel­le ent­steht eine Zy­go­te, eine be­fruch­te­te Ei­zel­le, die sich alle paar Stun­den teilt. Bei je­der Tei­lung ver­dop­pelt sich die An­zahl der Zel­len in der be­fruch­te­ten Ei­zel­le. Ab 96 Stun­den nach der Be­fruch­tung nennt man die­ses frü­he Sta­di­um ei­nes Zell­hau­fens "Mo­ru­la" (Maul­beer­keim) oder Blas­to­me­re. Die­se sieht aus wie eine Brom­bee­re und wan­dert wei­ter in die Ge­bär­mut­ter, um sich dort in der Ge­bär­mut­ter­schleim­haut ein­zu­nis­ten.

                              Aus der For­schung


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