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Der lan­ge Weg zum per­fek­ten Weih­nachts­fest

Geschwister im Weihnachtszimmer
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Shutterstock

So­lan­ge man noch kei­ne Kin­der hat, ist die Sa­che mit dem Weih­nachts­fest re­la­tiv ein­fach. Ei­gent­lich ist nur zu klä­ren, wann mit wel­cher Fa­mi­lie ge­fei­ert wird, wer ein Ge­schenk be­kommt und ob man auch noch ein we­nig zu zweit fei­ert. Hat man sich aber er­folg­reich fort­ge­pflanzt, wird es ganz schnell ein­mal ganz schön kom­pli­ziert und wehe dem, der auf die vie­len Fra­gen, die sich plötz­lich stel­len, kei­ne für alle Sei­ten zu­frie­den­stel­len­de Ant­wor­ten fin­det.

Zu­erst ein­mal gilt es, da­für zu sor­gen, dass bei­de Gross­el­tern­paa­re ex­akt gleich vie­le Mi­nu­ten mit dem En­kel­kind ver­brin­gen dür­fen. Falls dies nicht ge­lingt, soll­te man sich früh­zei­tig eine gute Aus­re­de zu­recht­le­gen, um der zu kurz ge­kom­me­nen Sei­te der Ver­wandt­schaft er­klä­ren zu kön­nen, war­um das Baby zehn Mi­nu­ten län­ger bei der an­de­ren Gross­ma­ma war. (Nur für den Fall, dass die Sa­che ir­gend­wie aus­kommt.) Na­tür­lich ha­ben auch Got­te und Göt­ti ein ge­nü­gend gros­ses Zeit­fens­ter ver­dient. Man­che wa­gen trotz die­ser Ver­pflich­tun­gen den Ver­such, für ihre neu ge­grün­de­te Fa­mi­lie eine ei­ge­ne Weih­nachts­tra­di­ti­on auf­zu­bau­en, was al­ler­dings bei ge­ra­de mal zwei­ein­halb ge­setz­li­chen Fei­er­ta­gen, die auf all die Leu­te auf­zu­tei­len sind, eine ziem­li­che Her­aus­for­de­rung dar­stellt. 

Auch das mit den Ge­schen­ken ist nicht ganz ein­fach. Zu vie­le sol­len es nicht sein, denn so ein klei­nes Kind braucht ja ei­gent­lich noch gar nichts. Schen­ken will aber je­der et­was und es er­for­dert viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, hier eine Gren­ze zu zie­hen, ohne Ge­füh­le zu ver­let­zen. So­bald das Kind in der Lage ist, sei­ne ei­ge­nen Wün­sche zu äus­sern, gilt es aus­ser­dem zu ver­hin­dern, dass alle das Glei­che schen­ken, weil je­der den glei­chen Wunsch­zet­tel zu­ge­steckt be­kom­men hat. Jetzt ist üb­ri­gens auch der rich­ti­ge Zeit­punkt, um dem Kind bei­zu­brin­gen, nach Weih­nach­ten nicht her­aus­zu­po­sau­nen, wie viel die Auk­ti­on ein­ge­bracht hat, falls ein Wunsch trotz al­ler Vor­sicht dop­pelt oder drei­fach er­füllt wor­den ist.

Na­tür­lich sol­len die lie­ben Klei­nen nicht nur ler­nen, zu emp­fan­gen und schön brav dan­ke zu sa­gen, son­dern auch von Her­zen zu ge­ben. In den ers­ten Jah­ren stellt sich da die Fra­ge, wie man Gross­el­tern, Got­te, Göt­ti und an­de­re wich­ti­ge Men­schen glück­lich macht, so­lan­ge das Kind noch nicht bas­teln kann, spä­ter dann muss man ei­nen Weg fin­den, sie glück­lich zu ma­chen, ob­schon es bas­teln kann. 

Kom­men wir zu den Glau­bens­fra­gen: Erst ein­mal wird ent­schie­den, ob das Kind sei­ne Ge­schen­ke vom Sa­mich­laus, vom Weih­nachts­mann oder vom Christ­kind be­kom­men soll, was nicht sel­ten zu er­bit­ter­ten Dis­kus­sio­nen führt, weil Papa frü­her im­mer vom Christ­kind be­sucht wor­den ist, Mama aber am Weih­nachts­mann fest­hal­ten möch­te. Ist der Ent­scheid zu­guns­ten der ei­nen Fi­gur aus­ge­fal­len, muss die Ver­wandt­schaft ent­spre­chend in­stru­iert wer­den, denn es geht na­tür­lich nicht an, dass das arme Klei­ne kom­plett ver­wirrt wird, weil die Gross­el­tern wei­ter­hin vom Christ­kind re­den, wenn sich die El­tern für den Weih­nachts­mann ent­schie­den ha­ben.

Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Be­sinn­lich­keit. Vie­le glau­ben ja, klei­ne Kin­der und Be­sinn­lich­keit wür­den ein­an­der ge­gen­sei­tig aus­schlies­sen, aber das muss nicht sein. Man muss bloss her­aus­fin­den, ob das Kind eher mit­macht, wenn es sich vor den Weih­nachts­lie­dern auf die Ge­schen­ke stür­zen darf, oder ob es von den un­ge­öff­ne­ten Päck­chen wie hyp­no­ti­siert ist und des­halb al­les still über sich er­ge­hen lässt. 

Zum Schluss sind noch ein paar Si­cher­heits­fra­gen zu klä­ren: Tan­nen­baum kin­der­si­cher auf­stel­len, alle gif­ti­gen Weih­nachts­ster­ne ent­sor­gen, ein paar Brand­schutz­mass­nah­men, das Kind vor un­er­wünsch­ten Gross­tan­ten-Küss­chen schüt­zen und der­glei­chen. Man­che stel­len sich an die­sem Punkt noch die ver­zwei­fel­te Fra­ge, ob sie sich mit ih­ren Liebs­ten in eine ein­sa­me Berg­hüt­te zu­rück­zie­hen sol­len, bis der gan­ze Spuk wie­der vor­bei ist, doch kaum je­mand zieht so­was durch. Nicht etwa, weil der Mut dazu fehl­te, son­dern weil es halt doch nichts Schö­ne­res gibt, als ein klei­nes Kind, das mit gros­sen, stau­nen­den Au­gen den hell er­leuch­te­ten Tan­nen­baum be­wun­dert. 

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Letzte Aktualisierung: 04.07.2016, TV

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