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Ohrakupunktur
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Schwan­ger­schafts-, Ge­burts- und Wo­chen­bett­be­glei­tung mit Hil­fe der tra­di­tio­nel­len chi­ne­si­schen Me­di­zin (TCM)

In­ter­view mit Dr. med. Kirs­ten Stäh­ler


swiss­mom: Tei­len wir die Schwan­ger­schaft in ver­schie­de­ne Pha­sen. Ein po­si­ti­ver Schwan­ger­schafts­test ist oft­mals mit ei­ner gros­sen Vor­freu­de ver­bun­den. Da­nach stel­len Frau­en sich sehr häu­fig Fra­gen. Eine bei www.swiss­mom.ch häu­fig ge­stell­te Fra­ge ist, „Hil­fe - ich rau­che und weiss, das scha­det mei­nem Kind. Was kann ich un­ter­neh­men?" Ha­ben Sie da ei­nen Tipp für alle die­se Frau­en?

Frau Dr. Stäh­ler: Die Aku­punk­tur ist ein ef­fek­ti­ves Mit­tel in der The­ra­pie von Rauch­ent­wöh­nung auch bei Schwan­ge­ren. Sie lin­dert die Ent­zugs­sym­pto­me, kann die Be­gier­de nach Zi­ga­ret­ten min­dern und wirkt sich po­si­tiv auf das kör­per­li­che und psy­chi­sche Wohl­be­fin­den aus.
Die Rauch­ent­wöh­nungs­the­ra­pie kann mit Hil­fe von Ohr­aku­punk­tur durch­ge­führt wer­den. Dazu wer­den in den wö­chent­li­chen Sit­zun­gen klei­ne Na­deln an be­stimm­ten Punk­ten am Ohr ge­setzt. Am Ohr gibt es dazu z.B. Be­hand­lungs­punk­te die psy­chisch sta­bi­li­sie­rend wir­ken oder den „Geist“ be­ru­hi­gen. Zu­sätz­lich kön­nen ganz klei­ne Dau­er­na­deln ein­ge­sto­chen wer­den die für eine Wo­che an dem Ohr­punkt be­las­sen wer­den. Wenn die Pa­ti­en­tin dann zu Hau­se Ver­lan­gen nach ei­ner Zi­ga­ret­te hat oder sich un­wohl fühlt, kann sie selbst die­se Punk­te durch leich­ten Druck an der Na­del sti­mu­lie­ren. Der Vor­teil die­ser Me­tho­de ist, dass es kei­ne Ne­ben­wir­kung auf das Kind hat.

Zur Per­son

Frau Dr. med. Kirsten Stähler van Amerongen ist Chefärztin der Frauenklinik am Spitalzentrum Biel. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und besitzt den Schweizer Fähigkeitsausweis für Akupunktur, das Deutsche und Chinesische Diplom für Akupunktur und TCM, sowie das Diplom für Lasertherapie.

swiss­mom: Man­che Frau­en ha­ben ein Grund­lei­den, wel­ches sie in die Schwan­ger­schaft lei­der hin­ein be­glei­tet und wol­len aber da­bei mög­lichst auf Me­di­ka­men­te ver­zich­ten. Mi­grä­ne, Heu­schnup­fen (allg. All­er­gi­en) oder das Kar­pal­tun­nel­syn­drom (schmer­zen­des Hand­ge­lenk, evtl. bis in die Schul­ter rei­chend, „Ein­schla­fen“ oder „Krib­beln der Hand) sind die häu­figs­ten. Bie­tet da die Aku­punk­tur eine Lin­de­rung der Sym­pto­me?

Frau Dr. Stäh­ler: Die The­ra­pie von Kopf­schmer­zen und Mi­grä­ne bei Schwan­ge­ren soll­te mög­lichst von ei­nem Spe­zia­lis­ten be­han­delt wer­den. Kopf­schmer­zen und Mi­grä­ne ohne kör­per­li­che Ur­sa­chen, z.B. Span­nungs­kopf­schmer­zen oder Wet­ter­füh­lig­keit kön­nen gut mit Aku­punk­tur be­han­delt wer­den. Dazu wer­den in­di­vi­du­ell ver­schie­de­ne Me­ri­dia­ne oder Funk­ti­ons­krei­se sti­mu­liert oder be­ru­higt. Auf der an­de­ren Sei­te gibt es je­doch Kopf­schmer­zen bei Schwan­ge­ren, die ein wich­ti­ges Zei­chen für eine Schwan­ger­schafts­ver­gif­tung oder ei­nen Krampfan­fall sein kön­nen. Dazu ist es wich­tig, die rich­ti­ge Dia­gno­se zu stel­len und dann je nach Si­tua­ti­on eine Be­hand­lung mit al­ter­na­ti­ver The­ra­pie mit­tels Aku­punk­tur oder eine schul­me­di­zi­ni­sche In­ten­siv­the­ra­pie zu ver­an­las­sen. Heu­schnup­fen und All­er­gi­en kön­nen vor­beu­gend oder the­ra­peu­tisch auch bei Schwan­ge­ren gut mit Aku­punk­tur be­han­delt wer­den, ohne dass es zu Ne­ben­wir­kun­gen auf das Kind kommt. Oft wird dazu eine Kom­bi­na­ti­on von Kör­per- und Ohr­aku­punk­tur ver­ab­reicht. Durch Ste­chen von be­stimm­ten Punk­ten kann das Im­mun­sys­tem sti­mu­liert wer­den. Che­misch konn­ten so­gar Ver­än­de­run­gen von Ab­wehr­stof­fen im Kör­per ge­mes­sen wer­den (Im­mun­glo­bu­li­ne etc.). Es gibt ver­schie­de­ne Stu­di­en, wel­che die Wirk­sam­keit von Aku­punk­tur bei Heu­schnup­fen und All­er­gi­en be­le­gen. Das Kar­pal­tun­nel­syn­drom ist ge­kenn­zeich­net durch Schmer­zen, Schwel­lun­gen und Was­ser­ein­la­ge­run­gen am Hand­ge­lenk und in den Fin­gern. Da­bei kön­nen zu­sätz­lich Miss­emp­fin­dun­gen, Taub­heits­ge­fühl, ein ver­mehr­te Krib­beln in den Fin­gern oder ein ver­min­der­tes Tast­emp­fin­den ent­ste­hen. Die Be­schwer­den sind be­son­ders in der Nacht ver­stärkt und tre­ten meis­tens ge­gen Ende der Schwan­ger­schaft auf. Durch hor­mo­nell be­ding­te Was­ser­ein­la­ge­rung in der Hand von Schwan­ge­ren kann es zu ei­ner Kom­pres­si­on des Ner­ven und so­mit zu den vor­her be­schrie­be­nen Be­schwer­den kom­men. Mit­tels Aku­punk­tur mit Na­deln ver­sucht man, das Was­ser und die Lymph­flüs­sig­keit in der Hand wie­der ins Flies­sen zu brin­gen. Da­mit wird die Hand „ent­staut“. Bei be­son­ders schmerz­emp­find­li­chen Pa­ti­en­ten oder sol­chen mit Na­de­l­angst wird die­se The­ra­pie mit­tels La­ser­na­del-Aku­punk­tur durch­ge­führt. Dazu wer­den die glei­chen Aku­punk­tur­punk­te statt mit Me­tall­na­deln mit Licht­na­deln be­han­delt. Die­ses Ver­fah­ren ist schmerz­los und trotz­dem sehr ef­fek­tiv. Eine Aku­punk­tur­sit­zung dau­ert etwa 30 Mi­nu­ten und kann an­fangs täg­lich, da­nach je nach Be­darf durch­ge­führt wer­den.

swiss­mom: Die ers­ten drei bis vier Mo­na­te sind manch­mal mit un­an­ge­neh­men Be­schwer­den wie Übel­keit, Brech­reiz und Be­cken­schmer­zen ver­bun­den, kann da die TCG hel­fen?

Frau Dr. Stäh­ler: Be­son­ders in der Früh­schwan­ger­schaft kann es zu Ap­pe­tit­lo­sig­keit, Übel­keit und Brech­reiz bis hin zum Er­bre­chen kom­men. Die Aus­prä­gung kann un­ter­schied­lich stark sein und dau­ert meis­tens nicht län­ger als 3-4 Mo­na­te an. Aus der Sicht der chi­ne­si­schen Me­di­zin ist die­se Hy­pere­me­sis (über­mäs­si­ges Schwan­ger­schafts­er­bre­chen) eine Er­kran­kung der Mit­te mit ei­ner Stö­rung im Ma­gen- und Milz­funk­ti­ons­kreis mit ver­mehr­ter Schleim­bil­dung und es kommt zu ei­ner ge­gen­läu­fi­gen En­er­gie­rich­tung. Die leich­te Form der Schwan­ger­schafts­übel­keit kann sehr gut durch Aku­punk­tur po­si­tiv be­ein­flusst wer­den. Dazu wer­den in we­ni­gen Sit­zun­gen Aku­punk­tur­punk­te an den Hand­ge­len­ken ak­ti­viert. Man setzt die üb­li­chen Me­tall­na­deln oder bei schmerz­emp­find­li­chen Pa­ti­en­tin­nen auch die La­ser­na­deln ein. Eine deut­li­che Bes­se­run­gen ist meis­tens schon nach ei­ni­gen Be­hand­lun­gen zu se­hen. Die schwe­re Hy­pere­me­sis mit Über­säue­rung, Vit­amin­man­gel und De­hy­dra­ta­ti­on soll­te zu­sätz­lich un­be­dingt mit In­fu­sio­nen un­ter sta­tio­nä­ren Be­din­gun­gen be­han­delt wer­den. Wäh­rend des Spi­tal­auf­ent­halts kann die Aku­punk­tur je­doch zu­sätz­lich ein­ge­setzt wer­den.

swiss­mom: Mit fort­schrei­ten­der Schwan­ger­schaft und grös­ser wer­den­dem Bauch schmerzt oft der Rü­cken. Wie kann sich da eine Schwan­ge­re Hil­fe ho­len?

Frau Dr. Stäh­ler: Durch eine Schwan­ger­schaft ver­än­dert sich der Kör­per der wer­den­den Mut­ter. Durch den zu­neh­men­den Bauch­um­fang und das Ge­wicht des Kin­des so­wie durch hor­mo­nel­le Auf­lo­cke­run­gen von Knor­pel und Kno­chen kön­nen so z. B. ver­mehr­te Rü­cken­schmer­zen ent­ste­hen. Die Aku­punk­tur mit Na­deln oder auch wie­der mit La­ser­na­deln wirkt schmerz­lin­dernd, denn durch die Aku­punk­tur an be­stimm­ten Punk­ten kön­nen kör­per­ei­ge­ne En­dor­phi­ne aus­ge­schüt­tet wer­den, die den Schmerz be­kämp­fen.

swiss­mom: Eine Be­cken­end­la­ge (Steiss­la­ge des Kin­des) macht Angst. Gibt es da Mög­lich­kei­ten mit Hil­fe der TCM das Kind noch vor der Ge­burt in die Schä­del­la­ge zu brin­gen?

Frau Dr. Stäh­ler: Bei ei­ner Be­cken­end­la­ge kann z.B. mit Moxi­bus­ti­on ver­sucht wer­den, das Kind in der Ge­bär­mut­ter zu dre­hen. Dazu wird eine bren­nen­de Zi­gar­re aus Bei­fuss­kraut in­ter­vall­ar­tig an ei­nen Punkt am klei­nen Zeh ge­hal­ten. Die Zi­gar­re wird nicht di­rekt auf die Haut auf­ge­setzt, son­dern nur in die Nähe ge­hal­ten, da­mit es kei­ne Ver­bren­nun­gen gibt. Am güns­tigs­ten ist eine Be­hand­lung zwi­schen der 32. und 35. Schwan­ger­schafts­wo­che, wenn das Kind noch nicht zu gross ist. Wäh­rend der Be­hand­lung und bis 24 Stun­den da­nach, kann es zu ver­stärk­ter We­hen­tä­tig­keit und ver­stärk­ten Kinds­be­we­gun­gen kom­men. Wäh­rend der The­ra­pie soll­te die Schwan­ge­re mög­lichst ent­spannt lie­gen und kei­ne ein­engen­den Klei­der tra­gen.
Es lie­gen meh­re­re Ar­bei­ten aus Chi­na vor, die eine hohe Er­folgs­quo­te von 90 % auf­wei­sen. Un­ter­su­chun­gen in Eu­ro­pa zei­gen al­ler­dings, dass die Er­geb­nis­se weit un­ter der Spon­tan­dre­hungs­ra­te lie­gen. Die Er­folgs­quo­te wird zwi­schen 33 und 54 % be­schrie­ben. 

swiss­mom: Fast jede Schwan­ge­re kennt das. Ge­gen Ende der Schwan­ger­schaft kann man es kaum er­war­ten, das Kind end­lich in die Arme zu neh­men. Mit der gros­sen Vor­freu­de wächst oft auch der Re­spekt vor der Ge­burt: Schaf­fe ich das? Hof­fent­lich sind die Schmer­zen aus­zu­hal­ten? Wie lan­ge dau­ert die Ge­burt? Gibt es da Mög­lich­kei­ten, dass die Ge­burt kür­zer dau­ert und die Ent­span­nung zwi­schen den We­hen gut und die At­mung der wer­den­den Mut­ter ru­hig bleibt?

Frau Dr. Stäh­ler: Es gibt die Mög­lich­keit der Ge­burts­vor­be­rei­tung mit Aku­punk­tur. Dazu wer­den ein­mal wö­chent­lich je eine Sit­zung Aku­punk­tur an spe­zi­el­len Punk­ten, haupt­säch­lich an den Bei­nen und Hän­den durch­ge­führt. Die Punk­te die­nen zur Un­ter­stüt­zung der Mut­ter­mund­s­öff­nung, ge­gen die Schmer­zen und zur psy­chi­schen Un­ter­stüt­zung so­wie zur bes­se­ren Be­wäl­ti­gung der Ge­burt. In Stu­di­en aus Deutsch­land konn­te eine ein­deu­ti­ge Ver­kür­zung der Zeit der Er­öff­nungs­pha­se ver­zeich­net wer­den, wenn vor der Ge­burt vier­mal eine Aku­punk­tur durch­ge­führt wur­de. So­mit wird die Ge­burts­zeit ver­kürzt.
Ne­ben der ge­burts­vor­be­rei­ten­den Aku­punk­tur kann die Me­tho­de auch wäh­rend der Ge­burt hilf­reich ge­gen Schmer­zen, zur Un­ter­stüt­zung der We­hen­tä­tig­keit, zur Mut­ter­mund­öff­nung und zur psy­chi­schen Sta­bi­li­sie­rung ein­ge­setzt wer­den. Der Vor­teil ist, dass die Aku­punk­tur kei­ne Ne­ben­wir­kun­gen auf das Kind hat.

swiss­mom: Ist das Kind ein­mal da, kön­nen im Wo­chen­bett auch Be­schwer­den oder Un­an­nehm­lich­kei­ten auf­tre­ten. Ein zen­tra­les The­ma ist da­bei das Stil­len. Gibt es mit Aku­punk­tur Hil­fe, um den Milch­fluss zu stei­gern und so ei­ner Mut­ter, die mit dem Stil­len Mühe hat, zu hel­fen?

Frau Dr. Stäh­ler: Die Brust ist ein sehr emp­find­li­ches Or­gan, des­we­gen pro­fi­tie­ren die Wöch­ne­rin­nen gut von ei­ner La­ser­na­del-Aku­punk­tur. Da­bei wer­den die Licht­na­deln di­rekt auf be­stimm­te Punk­te an der Brust oder Ach­sel­höh­le auf­ge­setzt und sti­mu­lie­ren so das „Flies­sen“. Die­se Be­hand­lung kann so­mit sti­mu­lie­rend auf ei­nen Milch­stau wir­ken oder den Milch­fluss an­re­gen.

swiss­mom: Nicht sel­ten ha­ben Frau­en nach der Ge­burt Bla­sen­ent­lee­rungs­stö­run­gen (Mikti­ons­be­schwer­den). Wen­den Sie da auch Aku­punk­tur an?

Frau Dr. Stäh­ler: Nach ei­ner va­gi­na­len Ent­bin­dun­gen oder nach ei­nem Kai­ser­schnitt kann es zeit­wei­se zu Bla­sen­ent­lee­rungs­stö­run­gen kom­men. Durch die Weich­teil­über­deh­nung und durch den Druck des kind­li­chen Köpf­chens auf die Harn­röh­re und Harn­bla­se ent­steht eine kurz­zei­ti­ge Schwel­lung des Ge­we­bes, wo­durch die Bla­sen­ent­lee­rung er­schwert wird. Aus chi­ne­si­scher Sicht ist die Bla­sen­ent­lee­rungs­stö­rung nach der Ge­burt meis­tens eine Yang Schwä­che. Des­we­gen ver­sucht man mit­tels Aku­punk­tur, be­stimm­te Punk­te zu sti­mu­lie­ren. Von der Fuss­re­flex­zo­nen­mas­sa­ge ken­nen wir eine Ver­bes­se­rung des Harn­flus­ses durch Drü­cken be­stimm­ter Punk­te am Fuss. Durch Ste­chen von be­stimm­ten Punk­ten bei Wöch­ne­rin­nen wird der Harn­fluss an­ge­regt.

swiss­mom: Man­che Frau­en lei­den im Wo­chen­bett am Ba­by­blues, d.h. an ei­ner psy­chi­schen Ver­stim­mung. Oft geht das schnell vor­über, manch­mal brau­chen die Frau­en aber Un­ter­stüt­zung von Heb­am­men und Ärz­ten. Kann da die TCM Bes­se­rung ver­schaf­fen?

Frau Dr. Stäh­ler: Eine Stu­die der Stan­ford Uni­ver­si­ty hat ge­zeigt, dass eine ge­ziel­te Aku­punk­tur ge­gen De­pres­si­on wäh­rend der Schwan­ger­schaft und auch ge­gen De­pres­sio­nen nach der Ge­burt vor­beugt. In ei­ge­nen Er­fah­run­gen konn­ten gute Er­geb­nis­se be­son­ders mit der La­ser­na­del-Aku­punk­tur ver­zeich­net wer­den. 

swiss­mom: Nicht jede Ge­burt ist leicht. Man­che Frau­en brin­gen ihr Kind mit ei­nem Kai­ser­schnitt zur Welt oder brau­chen ei­nen Damm­schnitt. Die­se Nar­ben schmer­zen und sind sehr un­an­ge­nehm. Kann da Aku­punk­tur Ab­hil­fe brin­gen? Darf man sie auch bei fri­schen Nar­ben an­wen­den?

Frau Dr. Stäh­ler: Bei Nar­ben hat sich die „Soft-La­ser-Aku­punk­tur“ Be­hand­lung be­währt. Dazu wird die „fri­sche“ Nar­be mit dem Soft La­ser täg­lich etwa zwan­zig Mi­nu­ten be­leuch­tet. Nach sechs bis acht Be­hand­lun­gen be­schrei­ben die Pa­ti­en­tin­nen eine wei­che­re Nar­be, ver­min­der­te Be­rüh­rungs­emp­find­lich­keit und we­ni­ger Nar­ben­schmer­zen. Ge­ra­de im In­tim­be­reich kön­nen die­se Nar­ben­schmer­zen ja zu ei­ner er­heb­li­chen Be­ein­träch­ti­gung des Se­xu­al­le­bens füh­ren. His­to­lo­gisch zeig­ten Stu­di­en an Tier­prä­pa­ra­ten ver­bes­ser­te Kol­la­gen­syn­the­sen und Durch­blu­tungs­ver­hält­nis­se nach La­ser-The­ra­pie.

swiss­mom: Wer bie­tet bei Ih­nen an der Uni­ver­si­täts-Frau­en­kli­nik am In­sel­spi­tal in Bern die Aku­punk­tur Be­hand­lung an? Gibt es da eine Sprech­stun­de? Kön­nen Frau­en auch un­ter der Ge­burt und dann im Wo­chen­bett die­se Hil­fe in An­spruch neh­men?

Frau Dr. Stäh­ler: In der Uni­ver­si­täts-Frau­en­kli­nik am In­sel­spi­tal in Bern gibt es eine spe­zi­el­le Sprech­stun­de für Aku­punk­tur, wel­che von mir ge­lei­tet wird. Hier bie­ten wir ver­schie­dens­te Aku­punk­tur­be­hand­lun­gen an, un­ter an­de­rem La­ser­the­ra­pie, Ste­ri­li­täts­be­hand­lung, Schmerz­the­ra­pie oder Reiz­bla­sen­be­hand­lung. Zu­sätz­lich wen­den auch spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te Heb­am­men Aku­punk­tur (z.B. zur Ge­burts­vor­be­rei­tung) an. Die Aku­punk­tur wäh­rend der Ge­burt oder im Wo­chen­bett wird be­reits mit Er­folg prak­ti­ziert.

Kor­re­spon­denz­adres­se:
Dr. med. Kirs­ten Stäh­ler van Ame­ron­gen, Frau­en­kli­nik Spi­tal­zen­trum Biel, Vo­gel­sang 84, 2501 Biel, Tel.: 032 324 22 33 , E-Mail: Kirs­ten.Sta­eh­ler@­spi­tal-biel.ch

Letzte Aktualisierung: 11.03.2020, BH
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