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Ein Kind setzt die Paar­be­zie­hung auf den Prüf­stand

Paar mit Kind auf dem Sofa
©
GettyImages

Vie­le Paa­re meis­tern die­se Auf­ga­be und ge­hen so­gar ver­stärkt dar­aus her­vor, denn im Kin­der­krie­gen ste­cken gros­se Ent­wick­lungs­chan­cen. Doch nicht we­ni­ge Paa­re schei­tern an die­ser Her­aus­for­de­rung. Denn mit dem Fa­mi­li­en­zu­wachs tau­chen häu­fi­ger als zu­vor Kon­flik­te auf.

In­ter­views

Dis­kus­sio­nen und Strei­tig­kei­ten, die vor dem Fa­mi­li­en­zu­wachs kein The­ma wa­ren, sind nun an der Ta­ges­ord­nung. Häu­fig geht es um all­täg­li­che Din­ge, wie die Fra­ge, wer wie viel im Haus­halt er­le­digt, wer sich um das Baby küm­mert, wer nachts auf­steht, wer wie viel Frei­zeit hat. Vor­wür­fe und Ge­gen­vor­wür­fe wech­seln sich ab.

Spon­ta­ni­tät, Frei­zeit und Zwei­sam­keit wer­den zum Lu­xus­gut. Vie­les muss zu­rück­ste­hen. Sport, Hob­bys, Aus­ge­hen mit Freun­den und an­de­re Ak­ti­vi­tä­ten müs­sen nun ge­plant und ko­or­di­niert wer­den.

Das Baby und sei­ne Be­dürf­nis­se ver­ein­nah­men die fri­schen El­tern der­art, dass für die Pfle­ge der Be­zie­hung nur noch we­nig Raum be­steht. Die gan­ze Lie­be und Zu­nei­gung kon­zen­triert sich vor­erst auf das Kind. Feh­len­de Zärt­lich­keit und Paar­lie­be kann aber zu Frus­tra­ti­on und Wut füh­ren.

Da­mit die Ge­burt des Ba­bys nicht das Ende ei­ner Paar­be­zie­hung zur Fol­ge hat, muss das Paar sich die­ser gros­sen Her­aus­for­de­rung be­wusst stel­len und sich ak­tiv mit den Ver­än­de­run­gen aus­ein­an­der set­zen. Es ist wich­tig, sich schon vor der Ge­burt des Kin­des ge­mein­sam zu über­le­gen, was dies für das Paar be­deu­tet, wel­che Er­war­tun­gen sie an sich selbst und in­ein­an­der ha­ben, wie sie sich das Fa­mi­li­en­le­ben vor­stel­len. Sie soll­ten kei­ne Per­fek­ti­ons­an­sprü­che an sich selbst stel­len und mög­lichst rea­lis­tisch blei­ben, denn ein Baby stellt das Le­ben auf den Kopf.

Aus­ser­dem soll­ten sie nicht ver­ges­sen, dass aus ih­nen zwar Mami und Papi wer­den, sie aber im­mer noch ein Lie­bes­paar sein soll­ten. Es ist des­halb wich­tig, sich re­gel­mäs­sig die Zeit zu neh­men, die Part­ner­schaft zu pfle­gen und zu zweit et­was zu un­ter­neh­men. Da­bei soll­ten die Paa­re ihre Wün­sche be­nen­nen und be­spre­chen und nicht vor­aus­set­zen, dass der Part­ner sie ih­nen von den Au­gen ab­liest.

Trotz der vie­len Tren­nun­gen, Schei­dun­gen und Kri­sen ist es je­doch un­be­strit­ten, dass es nichts Be­rei­chern­de­res oder Be­glü­cken­de­res gibt als ein Kind.

Fa­bi­an Gro­li­mund

Was braucht eine Fa­mi­lie, um glück­lich zu sein?

Vortrag Grolimun Kosmos Kind

Die Forschung zu Glück und Lebenszufriedenheit zeigt, dass das Glück nicht laut, bunt und teuer daherkommt, sondern eher auf leisen Sohlen. Es schleicht sich in unser Leben, wenn wir gemeinsam mit Menschen, die wir mögen, einer Arbeit nachgehen, die uns interessiert und anderen nützt. Es pirscht sich an, wenn wir mit unserer scheinbar knappen Zeit verschwenderisch umgehen und sie Menschen schenken, die uns wichtig sind. Es verweilt etwas länger bei uns, wenn wir uns bewusst machen, was wir alles haben, wofür wir dankbar sind, was heute gut gelaufen ist und worauf wir uns freuen. Es findet zu uns zurück, wenn wir auch unangenehme Gefühle zulassen können und in schwierigen Momenten Menschen um uns haben, mit denen wir sie teilen können.

Was braucht es, damit Familien glücklich sind? Sind Eltern für das Glück ihrer Kinder verantwortlich? Ist Glück lernbar oder Charaktersache? Diese und andere Fragen beantwortet Fabian Grolimund im Gespräch mit Nik Niethammer, Chefredaktor des Schweizer ElternMagazins Fritz+Fränzi.

Dienstag, 8. November 2022, 19.00 Uhr, KULTURPARK, Pfingstweidstrasse 16, 8005 Zürich

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Letzte Aktualisierung: 18.03.2020, JL

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