Impfungen in der Schwangerschaft

Grippe, Keuchhusten & Co.: Welche Impfungen während der Schwangerschaft empfohlen werden und warum.

Schwangere bekommt eine Impfung
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Mit einer Impfung schützen Sie sich und Ihr zukünftiges Baby vor möglichen Komplikationen und bieten ihm zudem einen Nestschutz, bevor es selber geimpft werden kann.

Was Impfungen in der Schwangerschaft bewirken


Wenn eine Schwangere durch eine frühere Erkrankung oder Schutzimpfung immun gegen eine bestimmte Infektionskrankheit geworden ist, gehen während der Schwangerschaft die spezifischen Antikörper im Blut der Mutter über die Plazenta auf das ungeborene Kind über und schützen es bis zu 6 Monate nach der Geburt vor der entsprechenden Infektionskrankheiten. Dieser Effekt wird Nestschutz genannt.

Dasselbe geschieht, wenn Sie während der Schwangerschaft geimpft werden. Die Antikörper, die Sie gegen den Impfstoff produzieren, bekommt auch Ihr Kind. Einige Impfungen werden sogar ausschliesslich zum Schutz des neugeborenen Babys empfohlen.

Empfohlene Impfungen in der Schwangerschaft


In der Schweiz werden folgende Impfungen in der Schwangerschaft empfohlen, deren Wirksamkeit durch grosse Studien bewiesen wurde:

  • Grippeimpfung

  • Covid-19- Impfung

  • RSV-Impfung

  • Keuchhusten-Impfung

Grippeimpfung in der Schwangerschaft


In der Schwangerschaft ist das Immunsystem geschwächt und macht werdende Mütter anfälliger für Infektionen. Eine Virusgrippe kann vor allem im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel und in den ersten vier Wochen nach der Geburt Komplikationen verursachen und durch eine Frühgeburt auch das Baby gefährden.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt darum die Grippeimpfung für Schwangere im Oktober oder November, unabhängig davon, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist.   

Covid-19-Impfung in der Schwangerschaft


Das BAG empfiehlt eine saisonale Impfung von Oktober bis Dezember vorzugsweise im 2. Schwangerschaftsdrittel. Die Impfung verbessert den Schutz vor einer schweren Erkrankung, vor Schwangerschaftskomplikationen sowie den Schutz des Kindes. Diese Impfung kann zusammen mit der Grippeimpfung erfolgen.

RSV-Impfung


Das RS-Virus ist im Winterhalbjahr die häufigste Ursache dafür, dass Neugeborene und Babys hospitalisiert werden müssen. Ungefähr jede dritte Lungenentzündung und mehr als die Hälfte aller Bronchiolitis-Fälle bei Babys werden durch das RS-Virus verursacht.

Die Erkrankung kann in kurzer Zeit lebensbedrohlich werden, denn durch die angeschwollene Schleimhaut in den Atemwegen gelangt zu wenig Sauerstoff in die Lungen und somit auch in den Kreislauf und die lebensnotwendigen Organe.

Um Ihr Neugeborenes vor dieser Krankheit zu schützen, können sich Schwangere in den Schwangerschaftswochen 32 bis 36 impfen lassen. Vor allem dann, wenn der Geburtstermin zwischen Oktober und März liegt. 

Impfung gegen Keuchhusten in der Schwangerschaft


Neugeborene und Säuglingen können schwer an Keuchhusten erkranken und neben Hustenattacken lebensbedrohliche Atempausen entwickeln. Dadurch kann ein akuter Sauerstoffmangel im Gehirn entstehen und dauerhafte Hirnschädigungen zur Folge haben. 

Die Impfung gegen Keuchhusten reduziert das Risiko, dass das Neugeborene an Keuchhusten erkrankt. Sie wird ab dem 2. Trimenon bis spätestens zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin empfohlen, unabhängig vom Zeitpunkt der letzten Keuchhusten-Impfung oder -Erkrankung.

Welche Impfungen nicht in der Schwangerschaft verabreicht werden können


Auf Impfungen mit Lebendimpfstoffen sollte in der Schwangerschaft verzichtet werden. Ein Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte Krankheitserreger. Diese Erreger können in diesem Zustand keine ernsthaften Erkrankungen mehr verursachen, das Immunsystem aber dazu anregen, Antikörper dagegen produziert.

Der schwangere Organismus reagiert auf einen Lebendimpfstoff empfindlicher, da das Immunsystem durch die Schwangerschaft geschwächt ist. Und da sie noch lebende, vermehrungsfähige Erreger enthalten, können sie das ungeborene Kind infizieren.

Folgende häufige Impfungen werden mit Lebendimpfstoffen durchgeführt:

  • Masern, Mumps und Röteln (MMR)

  • Windpocken

  • Reiseimpfstoffe wie Gelbfieber, Typhus und Dengue-Fieber

Eine Impfung mit einem Lebendimpfstoff, wie er bei Röteln, Masern, Mumps und Varizellen (Windpocken) verwendet wird, ist in der Schwangerschaft nicht empfohlen. Es handelt sich hierbei aber um eine theoretisch begründete Vorsichtsmassnahme. Denn unter mehreren Tausend dokumentierten …
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Der Tetanus-Impfstoff ist ein Totimpfstoff. Negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft sind selbst bei einer Impfung in den ersten Schwangerschaftswochen nicht zu erwarten. 

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