Baby lächelt die Kinderärztin an

Der elfte Monat

Tatendrang, Neugier und eine neu gewonnenen Selbstständigkeit treiben die motorische Entwicklung schnell voran. Ihr Baby kann sich eigenständig hinsetzten, auch beim Aufstehen wird es immer sicherer und wagt erste Schritte zur Seite.

Die meisten Babys können jetzt schon durch die ganze Wohnung krabbeln und sich an Möbelstücken hochziehen. Vielleicht haben Sie folgende Bewegung bei Ihrem Baby auch schon beobachtet: Es hält sich am Möbelstück fest und zieht einen Fuss nach vorn. Wenn es schon soweit ist, dann wird es nicht mehr lange dauern, bis Ihr Baby laufen lernt. An der Hand macht es die ersten unsicheren Schritte. Im Stehen kann es bei gutem Halt einen Fuss hochheben, ohne umzufallen. 

Bis dahin wird es sein Krabbeln intensivieren, denn mittlerweile hat es gelernt, wie man Arme und Beine, Hände und Füsse koordiniert, um sich fortzubewegen. Dabei können Babys eine erstaunliche Schnelligkeit entwickeln. Die Unfallgefahren steigen! Sicher haben Sie die Wohnung schon längst kindersicher ausgerüstet. Denken Sie auch daran, dass Ihr Kind jetzt viele Dinge herunterziehen kann, an denen es sich verletzten kann. Es kann in dieser Phase noch nicht abschätzen, was gefährlich ist. Harte und scharfe Kanten lauern überall. Um sich einen Eindruck von der "Babyfreundlichkeit" Ihres Umfelds zu verschaffen, betrachten Sie Ihre Wohnung am besten aus dessen Position. Legen Sie sich auf den Boden und schauen Sie sich um, wo Gefahr für Ihr Kind lauert.

Lang, lang ist es her, dass Sie ein hilfloses Baby hatten. Mittlerweile haben Sie ein Kind mit einem ausgeprägten Willen und eigenen Wünschen. Und die wollen durchgesetzt sein. Alleine essen, machen, tun - aber nicht alleine sein, das ist typisch für ein Kind in diesem Alter.  Längst hat es entschieden, wen es mag und wen nicht, was es essen will und was ihm nicht schmeckt. Selbstständig essen wollen kann Ihre Nerven sehr strapazieren. Mit dem Löffel geht das noch nicht, aber haben Sie schon von der BWL-Methode gehört? Die Schoppenflasche kann jetzt langsam durch eine Trinklern-Tasse ersetzt werden, die relativ kipp- und auslaufsicher ist. Bei all dem will Ihr Baby natürlich nicht allein sein. Wenn Sie sich anderen Dingen widmen, dann behagt ihm dies gar nicht.

Beachten Sie!

Baby-Kolumne

11. Monat: "Mein freier Tag"

Das Kind weiss andererseits aber schon sehr wohl, dass es nicht nur eine "Verlängerung" der Mutter, sondern eine eigenständige Person ist. Und diese Person hat bereits sehr individuelle Charakterzüge und will seine Grenzen austesten, am liebsten überschreiten. Doch das geht manchmal auf Kosten der Eltern. Wo sind die Grenzen? Ein Balance-Akt für Eltern wird es, dem Kind seinen Willen zu lassen und dieses Ausprobieren zu unterstützen, weil es auch die Entwicklung Ihres Kindes fördert. Gleichzeitig muss man dem Kind aber auch nötige Grenzen aufzeigen, damit es lernt, Respekt vor anderen, in diesem Fall vor seinen Eltern, zu entwickeln. Es begreift mit fast einem Jahr schon sehr gut, dass „Nein“ ein Verbot bedeutet, auch wenn es nicht immer sofort darauf reagiert.

Wichtig ist aber immer, dass Sie sehr stark auf Ihr Kind eingehen und auf dessen Geplapper reagieren, auch wenn Sie es noch nicht konkret verstehen. Spielen Sie mit ihm vor allem Wiederholungs- und Nachahmungsspiele, wobei Sie sowohl Ihr Kind nachahmen (Gebärden wiederholen etc.) als auch die Nachahmungen durch Ihr Kind forcieren sollten. Sie sind für Ihr Kind wie ein Spiegel, und wenn es sich darin wiederfindet, ist das gut nicht nur für seine Sprachentwicklung sondern seine gesamte geistige Entwicklung. Knapp einjährige Kinder verstehen sehr gut, was Loben und Strafen bedeutet, wobei natürlich Begeisterung, Freundlichkeit und Anerkennung (speziell für Stehen, Krabbeln, Greifen und weitere Aktionen) höchst motivierend auf das Kind wirkt. 


Häufige Fragen

Ich stille noch und habe eine schwere Erkältung. Was darf ich einnehmen?

Was muss man beim Würzen beachten, wenn das Baby mit uns am Tisch isst?


Wissen

Warum Babys zuerst „Mama” und „Papa“ sagen


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Newsticker

Einjährige Marathonläufer: Die amerikanische Kinderärztin Suzanne Dixon hat eine Studie mit Babys durchgeführt, die gerade laufen lernen. Drei bis vier Stunden täglich sind die Kleinen damit beschäftigt und kommen in den aktivsten Phasen auf 172 Tapser pro Minute. Rechnet man das auf drei Stunden hoch, legen sie 30.000 Schritte zurück - so viel wie ein Marathonläufer. Der fällt allerdings nicht so oft hin und will getröstet werden :-) (swissmom-Newsticker 5.9.2012) 

Letzte Aktualisierung : 11.2018, BH

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