Augenentzündung?

Augenentzündungen und Augentropfen

Neugeborene haben in den ersten Tagen nach der Entbindung häufig rote, entzündete und verklebte Augen, vor allem, wenn während der Geburt Blut oder Fruchtwasser in die Augen gekommen sind und sich dann ein gelbliches Sekret in den Augenwinkeln ansammelt. Normalerweise wird Flüssigkeit aus dem Auge von einem kleinen Kanal, dem Tränennasengang, aufgenommen. Ist er noch nicht völlig geöffnet, staut sich Flüssigkeit im Auge. Manchmal öffnet sich der Kanal erst nach der Geburt. Bis dahin kann man nur versuchen, die Augen sauber zu halten. In hartnäckigen Fällen sollte nachgeprüft werden, ob bei Ihrem Kind ein angeborener Verschluss oder eine Verengung des Tränennasengangs vorliegt.

In hartnäckigen Fällen sollte immer eine bakterielle Infektion, die man bei etwa 10% aller Neugeborenen findet, ausgeschlossen werden. Aus diesem Grunde wird eine Erregertestung durchgeführt. Eventuell werden dann antibiotische Augentropfen verschrieben.

Wenn keine bakterielle Infektion gefunden wird, können Sie die Augen mit einem in sterilem Wasser getränkten Baumwolltupfer oder Wattebausch vorsichtig reinigen. Tupfen Sie von der Aussenseite der Augen nach innen, also gegen die Nasenwurzel. Nehmen Sie jedes Mal einen frischen Tupfer.

Hebammen empfehlen bei einer Bindehautentzündung beim Baby, dass die stillende Mutter dem Kind einige Tropfen Muttermilch direkt von der Brust in das entzündete Auge träufelt. Muttermilch wirkt entzündungshemmend und kann daher die Heilung unterstützen.

Früher wurden bei jedem Neugeborenen Silbernitrattropfen in die Augen getropft, um vorsorglich eine gefährliche Augeninfektion (Blenorrhoe) bei möglicherweise bestehender und nicht bekannter Gonorrhoe (Tripper) der Mutter zu behandeln. Das bezeichnet man als Credé-Prophylaxe. Die Augentropfen können zu einer wenige Tage anhaltenden dunklen Verfärbung der Haut um die Augen und einer vorübergehenden chemischen Konjunktivitis (Bindehautentzündung) führen. Ernstere Nebenwirkungen der Augentropfen sind nicht zu erwarten. Trotzdem sind Geburtshelfer und Neonatologen inzwischen geteilter Meinung über den Nutzen dieser Therapie. Vor der Augentropfengabe werden die Hebamme oder der Arzt, die Ärztin auf jeden Fall Ihre Einwilligung einholen.

Letzte Aktualisierung: 12.2017, BH