Kaiserschnitt: Nähen besser als Klammern

Der Kaiserschnitt zählt weltweit zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen – egal aus welcher Indikation, ob als Notfalloperation oder auf Wunsch der werdenden Mutter. Umso wichtiger ist es, den Eingriff mit möglichst wenig Schmerzen, Komplikationen und Narben zu ermöglichen.

Beim Operationsverfahren sind schon deutliche Fortschritte erzielt worden. Beim Verschluss der Hautwunde nach der Entbindung scheiden sich jedoch die Geister: Manche Ärzte schwören auf Klammern, andere auf Nahtmaterial, das sich selbst nach einiger Zeit auflöst und eine Fadenentfernung unnötig macht. Wird die Wunde vernäht, so dauert das zwar etwas länger, Ärzte und Mütter versprechen sich davon aber weniger Wundkomplikationen und ein besseres kosmetisches Ergebnis.

Ob diese Vermutung auch wirklich berechtigt ist, haben nun Gynäkologen um Dr. Dhanya Mackeen vom Geisinger Medical Center in Danville/USA untersucht. Dazu werteten sie zwölf randomisiert-kontrollierte Studien mit über 3100 Frauen aus, die sich einer Schnittentbindung unterzogen. In all diesen Studien wurde der Wundverschluss durch Nähen mit einem Verschluss durch Metallklammern verglichen.

Die wichtigsten Punkte betrafen dabei die Häufigkeit von Wundkomplikationen wie Infektionen, Blutergüssen (Hämatomen), Flüssigkeitsansammlungen (Seromen) oder Wiederaufplatzen der Wunde. Solche Komplikationen wurden bei 4,8% der Frauen mit genähter Wunde und bei 13% der Frauen mit Klammern beobachtet. Daraus ergibt sich ein halb so grosses Risiko für Wundkomplikationen bei vernähten im Vergleich zu geklammerten Hautwunden. Zu einer erneuten Öffnung der Wunde kam es nach dem Vernähen sogar noch viel seltener - 70% weniger als beim Klammern.

Die Patientinnen mit Naht beurteilten das kosmetische Ergebnis nach zwei Monaten ein wenig besser als solche mit Klammern, allerdings war der Unterschied von 1,6 Punkten auf einer Zehn-Punkte-Skala nicht wirklich aussagekräftig. Dasselbe war der Fall bezüglich Gesamtzufriedenheit mit der Operation oder den operationsbedingten Schmerzen. In fünf der zwölf Studien bewerteten die Autoren auch den Unterschied zwischen deutlich übergewichtigen und normalgewichtigen Frauen. Danach scheint mit Blick auf solche Komplikationen – wie erwartet - auch bei adipösen Frauen der genähte Wundverschluss die bessere Wahl zu sein.

Auf jeden Fall ging das Klammern deutlich schneller: Im Schnitt waren die Chirurgen mit dieser Methode 7,2 Minuten früher fertig als mit dem Nähen – bei einer Gesamtdauer des Eingriffs von 40 bis 60 Minuten eine doch erhebliche Zeitersparnis.

Das Fazit der Studienautoren: Wenn es nicht gerade auf jede Minute ankommt, sollten Chirurgen die Hautwunde lieber nähen statt klammern – damit lassen sich Komplikationen häufig vermeiden.

Quelle: Mackeen A. et al.: Am J Obstet Gynecol 2014, online 18. Dezember; doi: 10.1016/j.ajog.2014.12.020