Neues zum Thema Kariesprophylaxe

Eine Studie der Universität Bern (Dr. Nadja-Marina Kellerhoff und Prof. Dr. Adrian Lussi) weist darauf hin, dass bei bis zu 20 Prozent der Schweizer Kinder Entwicklungsstörungen der Zähne auftreten sollen. Befallen seien hauptsächlich die zentralen Schneidezähne und die ersten Backenzähne, die so genannten 6-Jahres-Molaren. Die Zähne zeigten Störungen der Mineralisation in Form weisser bis weiss-gelblicher und sogar brauner Flecken. An diesen Stellen war der Zahnschmelz sehr weiss, beziehungsweise gar nicht mehr vorhanden.

In der Fachliteratur werden diese Flecken als Fluorose beschrieben oder „mottled teeth“ (engl. "gesprenkelte Zähne").  An den Fingernägeln der betroffenen Kinder kann man eine verstärkte Brüchigkeit beobachten. Seit der Einführung der Trinkwasserfluoridierung in der Schweiz zur Minderung der Kariesrate ist die Dentalfluorose häufiger geworden. Weil gleichzeitig die Karies aber auch durch die verbesserte Zahnhygiene und andere Massnahmen (keine süssen Getränke in der Schoppenflasche etc.) zurückgegangen ist, wurde der Zusatz von Fluorid zum Trinkwasser im letzten Kanton Basel-Stadt 2003 aufgegeben.

Inzwischen ist nachgewiesen, dass die Fluoridierung über das Trinkwasser falsch ist und zu gesundheitlichen Nachteilen führt, denn für den menschlichen Körper ist Fluorid in den so aufgenommenen Mengen ein Zellgift und gewiss kein Segen. Zusammen mit der Einnahme von Natriumfluorid-Tabletten (z.B. Zymafluor) während der Kindheit ergibt sich praktisch eine doppelte Dosis und bei 20 - 35 Prozent der Menschen eine Überdosierung, die eine Zahnfluorose und die unansehnlichen Flecken bewirkt. Fluorid kommt ausserdem auch in natürlicher Form zum Beispiel in schwarzem Tee oder Seefisch vor, im Speisesalz oder in der Milch. Recht hohe Fluoridkonzentrationen finden sich in Mineral- oder Quellwässern.

Dennoch ist die Verwendung von Fluorid in der Zahnmedizin sinnvoll. Allerdings sollte es stets nur lokal, also als direkte Fluoridierungsmassnahme auf den durchgebrochenen Zähnen mit einem beim Zahnarzt verabreichten Fluoridgel oder einer speziellen Kinderzahnpasta angewendet werden. So entwickelt Fluorid seine vor Karies schützenden Eigenschaften ohne die Nachteile der Überdosierung.

Die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der Interuniversitären Studiengruppe für zahnmedizinische Prophylaxefragen (IUSP) für eine wirksame Kariesprophylaxe bei Kindern unter 6 Jahren: Sobald die ersten Milchzähne durchgebrochen sind, müssen sie von den Eltern einmal täglich gebürstet werden. Dabei ist stets ein „Tupfen" (erbsengrosse Menge) fluoridhaltiger Kinderzahnpaste mit maximal 500 ppm (0.05%) Fluorid zu verwenden. Ab dem 2. Geburtstag sind die Milchzähne zweimal pro Tag mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta mit maximal 500 ppm (0.05%) Fluorid zu bürsten. Das Zähnebürsten bei Kleinkindern sollte immer unter Aufsicht der Eltern erfolgen.

Quelle: BAG

Stand: 4/13, BH