Schwangere während einer Utraschalluntersuchung bei ihrer Frauenärztin

Placenta praevia

Placenta praevia ist ein übergeordneter Begriff und bedeutet zunächst nur, dass die Plazenta unten in der Gebärmutter, also in ungünstiger Nähe zum Geburtskanal liegt und den inneren Muttermund gänzlich oder teilweise verdeckt. Dabei sind alle Schweregrade möglich - von einer nur "tiefliegenden" Plazenta, die normalerweise problemlos ist, bis hin zur vollkommen "vorliegenden" Plazenta, die den inneren Muttermund komplett bedeckt und einen geplanten Kaiserschnitt bedingt.

Eine Placenta praevia tritt bei 0,5 % aller Schwangeren auf und ist die häufigste Ursache für Blutungen vor der Geburt. Es sind besonders solche Frauen betroffen, die Operationen an der Gebärmutterhinter sich haben oder Mehrlinge erwarten. Nach einem Kaiserschnitt ist das Risiko einer vorliegenden Plazenta auf 0,8% erhöht, nach zweimaligem Kaiserschnitt auf 2%, nach dreimaligem Kaiserschnitt schon auf 4%. Auch Frauen, die durch eine künstliche Befruchtung oder Insemination schwanger geworden sind, haben häufiger eine Placenta praevia. Aus technischer Sicht ist diese Komplikation nur plausibel, gelangen doch die Embryonen nicht von „oben“ über den Eileiter in den Uterus, sondern von „unten“ durch die Zervix.

Eine Placenta praevia wird - meist noch bevor sie Komplikationen machen kann - durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt. So weiss man beizeiten, dass es im letzten Schwangerschaftsdrittel oder bei der beginnenden Öffnung des Muttermunds, also bei Einsetzen der Wehen, zu starken Blutungen aus der Plazenta kommen kann und kann sich entsprechend darauf vorbereiten.

Wie gefährlich eine Placenta praevia ist, hängt davon ab, wie weit die Plazenta den Gebärmutterhals verdeckt. Je mehr Plazentagewebe den Gebärmutterhals blockiert, um so grösser ist die Wahrscheinlichkeit einer Blutung vor oder während der Geburt. In Einzelfällen kann es in der Spätschwangerschaft aus heiterem Himmel zu schmerzlosen Vaginalblutungen kommen. Diese Blutungen können dann für die Mutter sehr gefährlich werden, wenn nicht sofort ein Kaiserschnitt erfolgt. Das Risiko für das Baby ist dagegen gering, ausser wenn die Mutter extrem viel Blut verliert oder das Baby sehr frühzeitig geholt werden muss.

Bei einer leichten Blutung mehrere Wochen vor dem Geburtstermin schafft Bettruhe normalerweise ausreichend Abhilfe. Allerdings ist es unter Umständen erforderlich, dass Sie im Spital überwacht werden. Bei starkem Blutverlust wird möglicherweise eine Bluttransfusion unvermeidlich sein.


Häufige Frage zum Thema

Mein Frauenarzt hat eine tiefliegende Plazenta festgestellt. Ist das gefährlich?

Kann eine Placenta praevia im Laufe der Schwangerschaft ihre Lage noch verändern?


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