Eisprung, Befruchtung und Einnistung der Eizelle

Der Ovulationstest (LH-Eisprungtest)

Die Chancen auf eine Schwangerschaft steigen deutlich, wenn Sie die fruchtbaren Tage in Ihrem Zyklus kennen. Genauer als mit der Messung der Basaltemperatur können Sie diese mit einem frei verkäuflichen Ovulationstest bestimmen, sogar bei einem unregelmässigen Zyklus.

Gemessen wird der Verlauf des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon). Einige Zykluscomputer können sowohl das LH als auch das Östrogen im Urin auswerten. Das LH liegt nach der Menstruation (Follikelphase) und nach dem Eisprung (Lutealphase) zwischen 2 und 8 U/l (Einheiten pro Liter). Dazwischen, also in der Zyklusmitte (Ovulationsphase), steigt es auf bis zu 20 U/l an und löst innerhalb von 24-36 Stunden den Eisprung aus. Da die fruchtbare Zeit auf drei Tage vor bis maximal zwei Tage nach dem LH-Anstieg begrenzt ist, muss schnell gehandelt werden, denn hat die reife Eizelle den Eierstock verlassen, ist sie nur noch etwa einen Tag befruchtungsfähig. Innerhalb von 24 Stunden hat Ihre Fruchtbarkeit den Höhepunkt erreicht, und um das noch auszunutzen, sollten Sie alsbald ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.

Zunächst bestimmen Sie den Tag, an dem Sie mit dem ersten Teststäbchen beginnen. Welcher Tag das ist, hängt von Ihrer Zykluslänge ab. Bei einer Zykluslänge von 24-35 Tagen ziehen Sie 17 Tage ab. Bei einer Zykluslänge von 28 Tagen sollte also am 11. Tag die erste Messung erfolgen. In jeder Packung sind 5-7 Teststäbchen enthalten, mit denen Sie an aufeinanderfolgenden Tagen einmal täglich testen können.

Der Test funktioniert ähnlich wie ein Schwangerschaftstest und kann grundsätzlich zu jeder Tageszeit durchgeführt werden. Sie sollten allerdings die Testreihe immer ungefähr zur selben Tageszeit durchführen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen. Mindestens vier Stunden vorher sollten Sie keinen Urin gelassen haben. Trinken Sie einige Stunden vor Durchführung des Tests möglichst wenig, damit der Hormongehalt im Urin nicht verdünnt wird. Für viele Frauen ist es deshalb am einfachsten, den Test morgens nach dem Aufstehen durchzuführen. Die höchste Hormonkonzentration ist allerdings im Nachmittagsurin enthalten.

Sie können den Teststreifen entweder ein paar Sekunden direkt unter den Urinstrahl oder in einen Becher mit dem zuvor gesammelten Urin halten. Das Ergebnis wird im Anzeigefeld nach etwa fünf bis zehn Minuten sichtbar. Zu Beginn der monatlichen Messreihe wird der Ovulationstest negativ ausfallen, da das luteinisierende Hormon noch nicht ausreichend stark angestiegen ist. Bleibt das Ergebnis aber auch an den folgenden Tagen negativ, findet womöglich in diesem Zyklus kein Eisprung statt. Es kann aber auch sein, dass bei Ihnen der Hormonspiegel im Zyklusverlauf nur gering zunimmt und dieser spezielle Ovulationstest für Sie persönlich nicht empfindlich genug ist. In diesem Fall können Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin überlegen, ob eine andere Messmethode bzw. ein anderer Hersteller sinnvoll ist.

Bestimmte Medikamente haben einen Einfluss auf die Testergebnisse. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, ob das Medikament, das Sie einnehmen müssen, die Testergebnisse verändern kann. Bei der Einnahme von Antibiotika, Östrogen, Clomifen, Psychopharmaka oder der Pille steigt zum Beispiel der LH-Wert im Körper. Damit ist der Test dann nicht aussagekräftig. Auch die Wechseljahre, eine kürzlich erst beendete Schwangerschaft, Eierstockzysten (PCOS) und Endometriose, Erkrankungen von Leber und Niere können die Hormonwerte verändern. Und eine Unterfunktion der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz) lässt den Ovulationstest immer negativ ausfallen (z.B. Kallmann-Syndrom, Magersucht).

Nach Absetzen der Pille oder einer anderen hormonellen Verhütungsmethode kann es einige Monate dauern, bis sich der Zyklusverlauf wieder normalisiert hat. Deshalb kann es sinnvoll sein, dass Sie zwei natürliche Zyklen abwarten, bevor Sie mit den Tests beginnen. Das hat auch den Vorteil, dass Sie dann Ihre natürliche Zykluslänge kennen und den ersten Testtag genauer bestimmen können.

Wenn der Ovulationstest die fruchtbaren Tage anzeigt, sollte er sich umgekehrt doch auch eignen, die unfruchtbaren Tage zu identifizieren. Ein Ovulationstest ist jedoch nicht als alleiniges Verhütungsmittel geeignet, weil Spermien einige Tage im Körper überleben können. Wenn Sie Geschlechtsverkehr hatten, bevor Sie Ihren LH-Anstieg ermittelt haben, können Sie durchaus schwanger werden.

Dagegen kann man den Ovulationstest nutzen, um eine Schwangerschaft zu einem relativ frühen Zeitpunkt nachzuweisen (sozusagen als Schwangerschaftstest). Dies ist prinzipiell möglich, da das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin) dem LH strukturell ähnlich ist und an die LH-Antikörper auf dem Teststreifen binden kann.

Detaillierte Erklärung der Hormone und ihrer Funktion.

Letzte Aktualisierung: 02.2017, BH