Entwicklung des befruchteten Eies
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Der Embryotransfer - und die zwei langen Wochen danach

24 Stunden nach der Befruchtung in der Glasschale und zwei Tage nach der Eizellgewinnungkann die Übertragung von maximal drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutterhöhle oder in den Eileiter durchgeführt werden (der sogenannte Embryotransfer). Ein oder zwei von den restlichen befruchteten Eizellen können eventuell zusätzlich bis zum sechsten Tag nach der Follikelpunktion (im mehrzelligen Blastozystenstadium) noch übertragen werden. Die meisten Zentren haben nichts dagegen, wenn der Partner beim Embryotransfer zugegen ist. Der Eingriff ist wie eine Insemination fast völlig schmerzlos. Anschliessend bleiben Sie ca. eine halbe Stunde lang ruhig liegen.

Unterstützung der Gelbkörperphase

Die sich anschliessende Lutealphase wird durch das Hormon Progesteron, manchmal auch durch Östrogen und hCG, medikamentös unterstützt. So wird eine häufige Gelbkörperschwäche  verhindert und die Gebärmutterschleimhaut optimal auf die Einnistung der Embryonen  vorbereitet. Als günstig für die Verbesserung der Blutzirkulation in der Gebärmutter hat sich die Einnahme einer geringen Menge Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) erwiesen. Kontrolluntersuchungen mit Ultraschall sind in dieser Zeit wichtig, um ein Überstimulationssyndrom rechtzeitig zu erkennen.

Nebenwirkungen und Beschwerden nach dem Embryotransfer

Aber auch ohne Überstimulation machen sich Nebenwirkungen der Therapie als Beschwerden bemerkbar. Durch die Stimulation der Eierstöcke und die Unterstützung der Gelbkörperphase sind die Eierstöcke vergrössert. Das führt zu Völlegefühl im Bauch, Durst sowie Müdigkeit. Bei manchen Patientinnen können auch starke Leibschmerzen auftreten.

Lässt sich die Einnistung fördern?

Ob es einige Tage später dann zu einer Einnistung kommt, ist von aussen kaum beeinflussbar. Die Implantation geschieht praktisch nach dem Alles-oder-Nichts-Gesetz, d. h. sie ist erfolgreich oder nicht. Hüten Sie sich deshalb vor den quälenden Fragen, ob Sie sich in dieser Zeit richtig oder falsch verhalten. In der Zeit nach dem Embryotransfer dürfen Sie sich normal „häuslich“ verhalten. Grössere körperliche Anstrengungen (z.B. ruckartige Bewegungen, Spitzensport, belastende Reisen, Bergtouren usw.) sind zu vermeiden. Auch eine starke Temperaturerhöhung oder Kreislaufbelastung ist ungünstig; dazu gehören Saunabesuche, heisse Wannenbäder bzw. intensive Sonnenbäder und extreme sportliche Aktivitäten. Alkohol, Nikotin und Medikamente sollten nach Möglichkeit schon Monate vor einer IVF-Behandlung auf ein Minimum reduziert werden.

Wann kann ein Schwangerschaftstest positiv sein?

Frühestens 12 Tage nach dem Embryotransfer (14 Tage nach der Insemination) wird aus einer Blutentnahme ein sehr früher, besonders empfindlicher Schwangerschaftstest durchgeführt. Das Resultat ist ca. zwei Stunden nach Eintreffen des Blutes im Labor verfügbar und wird Ihnen umgehend mitgeteilt. Ist es positiv (über 20 µE/ml beta-hCG), sind die Medikamente nach Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin weiterzunehmen.

Ein Urin-Schwangerschaftstest , den Sie im Handel kaufen und zu Hause selbst durchführen können, ist bei der IVF-Methode nicht aussagekräftig und irreführend, da er nicht zwischen dem von aussen zur Unterstützung zugeführten Schwangerschaftshormon und dem einer beginnenden Schwangerschaft unterscheiden kann.

Und wenn die Einnistung nicht geklappt hat?

Wenn es nicht zu einer Schwangerschaft gekommen ist, was bei der Mehrzahl der Behandlungszyklen leider so ist, wird sich nach einigen Tagen eine Regelblutung einstellen. Diese kann etwas intensiver sein als in einem unbehandelten Zyklus. Manchmal wird die gesamte Gebärmutterschleimhaut abgestossen. Dieses Phänomen wird „membranöse Menstruation“ genannt und ist häufig mit krampfartigen Schmerzen verbunden. Sie sollten das nicht mit einer Fehlgeburt verwechseln.

Newsticker

IVF-Babys | 29.07.2020

Wenn einer Frau auf künstlichem Weg zum Babyglück verholfen wurde, hat sie durchaus gute Chancen, erneut per assistierten Reproduktionstechniken schwanger zu werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine australische Studie. Zwischen 2009 und 2013 untersuchten die Forscher insgesamt 35.290 Frauen, die sich in Australien oder Neuseeland einer ART (assistierte Reproduktionstechniken) unterzogen und ein lebendes Kind bekamen. So lag die Chance für ein zweites, ebenfalls mit Hilfe gezeugtes Kind zwischen 51% und 88% nach 6 Therapiezyklen. Der Erfolg hängt auch davon ab, ob gefrorene Embryonen oder frische zum Einsatz kamen. Die Schwangerschaftsrate nach nur einem Zyklus lag bei 43% für Frauen mit eingefrorenem Embryo und bei 31% für Frauen mit einem frischen Embryo. Nach sechs Zyklen waren zwischen 61% und 88% der Frauen mit eingefrorenem Embryo schwanger, aber nur zwischen 51% und 70% von denen, die sich für einen frischen Embryo entschieden. Der Einsatz aufgetauter Embryonen ist insbesondere bei Frauen über 40 geeignet, wo sich die Schwangerschaftsraten fast verdoppelten.

Letzte Aktualisierung : 30-09-19, BH

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