Draussen spielen!

Draussen spielen!

Um die Sitzgewohnheiten der Kinder zu ermitteln, haben Sportwissenschaftler der Universität Heidelberg 4.385 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 20 Jahren in Deutschland, Luxemburg und Österreich befragt. Sie kamen zum ernüchternden Ergebnis: Kinder und Jugendliche verbringen an Werktagen rund 10,5 Stunden und am Wochenenden 7,5 Stunden sitzend. Im Mittel sind das 9,7 Stunden ohne körperliche Aktivität. Davon fallen unter der Woche rund 4,8 Stunden auf die Schulstunden. Zu Hause sitzen die Kinder dann noch einmal rund 1,1 Stunden über ihren Hausaufgaben. Das bedeutet: 71 Prozent der Zeit, in der Kinder an Werktagen wach sind, sitzen sie.

Auch am Wochenende verbringen sie immer noch 54 Prozent ihrer Wachzeit auf Stühlen, Sesseln, Couch oder Sofa. Fernsehen, Computerspiele, Smartphones und Spielekonsolen - die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen finden im Sitzen statt. Der ausufernde Medienkonsum verdrängt aktivere Beschäftigungen. Und das ist nicht gesund.

Zuhause sollten die Eltern selbst aktiv werden und in ihrem familiären Alltag für mehr Bewegung sorgen. Die Faustregel: Täglich mindestens eine Stunde im Freien toben oder körperlich so aktiv sein, so dass sich das Herz-Kreislaufsystem aktiviert, die Kinder ausser Atem und ins Schwitzen kommen.

Um den Alltag bewegter zu gestalten, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit:

  • Schicken Sie Ihre Kinder nach draussen, wann immer es Ihnen Zeit und äussere Umstände erlauben. Die Kleinen toben an der frischen Luft automatisch mehr. Erkunden Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die Spielplätze Ihrer Umgebung und sehen Sie sich bei schlechtem Wetter auch mal In-door-Spielplätze an, statt die Kinder vor dem Fernseher "zu parken". 
  • In den eigenen vier Wänden können simple sportliche Hilfsmittel wie Hüpfpferd, Schwungtuch, Rhythmiktücher, Bogenroller, Rollbrett, Springseil, Balance-Scheiben mit Labyrinth oder Pedalo für verstärkte Aktivitäten sorgen. 
  • Selbst kleine Kinder- oder Wohnzimmer können bewegungsfreundlich mit Wohnwürfel, Kriechtunnel, Bällebad (Ballhaus), Trampolin etc. ausgestattet werden, um die Kinder indirekt zur Bewegung aufzufordern.
  • Als kleine und grössere Sportgeräte für drinnen und draussen eignen sich Hüpfgummi, Diabolo, Hamsterrolle, "River Stones" zum Balancieren, Hüpfsack usw.
  • Kindergartenkinder können sich mit Hilfe von Laufrad, Fahrrad, Roller oder Bobbycar mit Freude schnell vorwärts bewegen.

Quelle: www.kindergesundheit.de


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Bauklötze oder Tablet | 14.05.2018

Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren verbringen inzwischen mehr Zeit mit elektronischen Geräten als im Freien oder drinnen zu spielen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle US-Studie. Pro Woche kommen die Kinder auf 18,6 Stunden mit Bildschirm-Spielen, aber nur auf 14,6 Stunden mit traditionellen Spielen im Haus. Im Freien sind es gar nur noch 10,6 Stunden. Dies ist wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass Eltern sich vermehrt darauf konzentrierten, schulisch "erfolgreiche" Kinder zu erziehen. Die US-Kinderärzte-Gesellschaft AAP empfiehlt Eltern deshalb, bereits im Alter von zwei oder drei Jahren Spielgruppen zu organisieren. Die Aktivität der Kinder soll dabei nicht vorgegeben werden, sondern lediglich ein paar Werkzeuge, mit denen sie zusammen spielen können und ihrer eigenen Fantasie freien Lauf lassen.

Letzte Aktualisierung : 05.2018, BH

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