Mein erster Schultag

Schulanfang – ein neuer Lebensabschnitt

Der Schulbeginn ist für viele Kinder ein wichtiger und grosser Schritt in die Selbständigkeit. Ist mein Kind überhaupt reif für die Schule? Bereits von Kindergartenkindern wird eine gewisse Selbständigkeit verlangt, doch der Schritt in die Schule bringt noch einige zusätzliche Veränderungen.

Diese Ablösung ist nicht nur für die Kleinen immer leicht. Das Kind steht nun nicht mehr unter dem Schutz und der Kontrolle der Eltern.

Eltern sind gefordert loszulassen und ihrem Kind Vertrauen in die eigenen Kräfte  zu schenken. Es wird nun erstmals viele Erfahrungen ohne Mama oder Papa machen. Dennoch braucht es die  Unterstützung von Erwachsenen.

Sie als Eltern können Ihrem Kind den Schulanfang erleichtern, indem Sie auf folgende Punkte achten:

  • Sorgen Sie für einen geregelten Tagesablauf. Planen Sie morgens genügend Zeit ein, sodass Ihr Kind nicht hetzen muss und nicht zu spät in die Schule kommt.
  • Zeigen Sie aktiv Interesse an der Schule und am Alltag Ihres Kindes. Sie können am Schulgeschehen am besten teilhaben, indem Sie Ihrem Kind die Möglichkeit geben, von seinem Alltag in der Schule zu erzählen. Lassen Sie es möglichst frei erzählen. Die Zeit bei gemeinsamen Mahlzeiten am Familientisch eignen sich am besten für diesen Austausch.
  • Richten Sie einen Arbeitsplatz für Ihr Kind ein, damit es selbständig und ungestört seine Hausaufgaben erledigen kann.
  • Vereinbaren Sie verbindliche Regeln, wann und wie die Hausaufgaben zu erledigen sind. Somit vermeiden Sie täglich wiederkehrende Diskussionen.
  • Sorgen Sie für ein abwechslungsreiches Freizeitangebot, aber stopfen Sie den Terminkalender Ihres Kindes nicht zu voll. Es braucht genügend Freizeit, um sich auszuruhen oder sich mit seinen neuen Kameraden zu verabreden.
  • Eine Mitgliedschaft in den Sportvereinen des Dorfes oder des städtischen Quartiers, wie z.B. dem Turnverein, kann es dem Kind erleichtern, auch Kontakte ausserhalb seiner Klasse zu knüpfen.

Auch der Schulweg verdient Beachtung. Für Kinder ist der Weg zur Schule ein besonderes Erlebnis. Sie machen dabei wichtige soziale Erfahrungen. Daher sollten sie – je nach Alter und Entwicklungsstand – diesen Weg möglichst selbstständig zu Fuss, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus zurücklegen. Fahren Sie nach Möglichkeit Ihr Kind nicht mit dem Auto zur Schule, denn damit verwehren Sie ihm diese wertvolle Erfahrung.

Doch der Weg zur Schule soll gut vorbereitet sein. Gestalten Sie ihn zusammen mit Ihrem Kind:

  • Üben Sie den Weg mit ihm. Und zwar nicht am ersten Schultag, sondern vorher und mehrere Male. Schon mit Kindern ab 2 Jahren kann man das Verhalten im Strassenverkehr einüben.
  • Wählen Sie nicht den kürzesten, sondern den sichersten Weg.
  • Planen Sie genügend Zeit ein, damit Ihr Kind in Ruhe zur Schule gehen kann.
  • Organisieren Sie wenn möglich Laufgemeinschaften, sodass ihr Kind gemeinsam mit anderen Kindern zur Schule laufen kann.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Schulweg.

Dieser Schritt vom Kindergarten in die Schule ist eine Herausforderung für die ganze Familie. Er ist oft mit starken Gefühlen verbunden. Denn trotz Freude und Stolz sehen Eltern nicht selten mit etwas Wehmut auf den unbeschwerten Abschnitt der Kindheit zurück. Die Anforderungen an ein Schulkind sind im Gegensatz zum Kindergartenkind nun deutlich höher. Neue Pflichten wie Hausaufgaben und Pünktlichkeit gewinnen an Bedeutung. Die Kinder werden hinsichtlich ihrer Leistungen gelobt und kritisiert, was für sie eine neue Erfahrung ist. 

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule geschieht nicht an einem Tag. Es handelt sich um einen längeren Prozess, der während der Kindergartenzeit beginnt und irgendwann im ersten oder auch erst im zweiten Schuljahr abgeschlossen ist. Erst wenn der Übergang bewältigt ist, das Kind die Schule als selbstverständlichen Teil des Lebens erlebt, ist es ein "reifes" Schulkind. Dazu braucht jedes Kind seine individuelle Zeit.

Falls Ihr Kind zu jenen gehört, die etwas mehr Zeit brauchen, vergleichen Sie es nicht mit den Schnellstartern. Achten Sie vielmehr auf die Fortschritte, die es in seinem eigenen Tempo macht. Es ist nicht realistisch zu erwarten, dass ein Kind von Anfang an alles richtig macht und dass alles auf Anhieb klappt. Solange Kinder die Zuversicht haben, "ich kann es zwar noch nicht,  ich werde es aber noch lernen", wird ihr Selbstvertrauen nicht beeinträchtigt und sie werden ihre Lernfortschritte machen.


Wissen

Gene bestimmen auch den Schulerfolg


Newsticker

Schulkinder sollen viel trinken: Mehr als 2/3 des Gehirns bestehen aus Wasser. Vor allem während der Kindheit ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (8 Gläser Wasser pro Tag) für seine Funktionsfähigkeit wichtig. Kinder trocknen leichter aus als Erwachsene und haben einen grösseren Wasserverlust über die Haut. Ausserdem vergessen Kinder manchmal zu trinken, selbst wenn sie Durst haben, was bereits ein Zeichen für Dehydrierung ist. Wasser ist das ideale Getränk für die tägliche Flüssigkeitszufuhr, denn es hat keine Kalorien. (swissmom-Newsticker 13.8.2012) 

"Sommerkinder" schwächeln in Mathematik: Kinder, die zwischen Mai und August geboren sind, haben zu einem Drittel mehr Schwierigkeiten im Zahlenbereich als andere. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Every Child a Chance Trust, wofür rund 50.000 Sechs- und Siebenjährige in Grossbritannien untersucht wurden. "Sommerkinder" sollen beim Rechnen rund 13 Monate hinter dem Durchschnitt hinterherhinken. Mathematisch schwache Kinder sind ausserdem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit männlich, sprechen Englisch als Zweitsprache und gehören einer ethnischen Minderheit an. (Newsticker 3.12.2012)

Späterer Schulbeginn macht wacher: Wenn der Schulbeginn am Morgen sich von 7.40 Uhr 8 Uhr verschiebt, wirkt sich das bereits positiv auf die Schlafdauer und Müdigkeit aus, wie eine Befragung der Universität Basel von 2700 Jugendlichen im Alter von 13-18 Jahren ergab. Teenager haben am Morgen oft grosse Mühe, aufzustehen, werden aber abends erst spät müde. Das Schlafbedürfnis bleibt bei 9 bis 9,25 Stunden pro Nacht. Das Schlafdefizit drückt auf die Schulleistungen und das allgemeine Wohlbefinden. (Newsticker, 4.2.2013)

Letzte Aktualisierung: 05.2016, JL