Vater und Baby sehen sich mit geöffnetem Mund an
Kind | Entwicklung, geistig | Förderung

Wie lernt mein Kind sprechen?

Einer der faszinierendsten Prozesse in der Entwicklung des Kleinkindes ist das Sprechenlernen. Wussten Sie schon, dass Babys bis zum Alter von einem halben Jahr überall auf der Welt gleich tönen? Erst im zweiten Lebenshalbjahr nehmen sie die Laute und die Sprachmelodie ihrer Muttersprache an. Das hat die Evolution sich gut ausgedacht: Egal, wo ein Baby geboren wird, kann es sich seiner Umgebung optimal anpassen.

Fachleute unterscheiden in der vorsprachlichen Entwicklung:

1. Das Vorsilbenalter ( 0 - 5 Monate )

2. Das Silbenalter (6 - 12 Monate )

In den ersten sechs bis sieben Wochen schreit Ihr Neugeborenes hauptsächlich, weil es Hunger hat, Schmerz oder Schreck empfindet. Sie können bereits überprüfen, ob das Baby auf laute Geräusche reagiert.

Ab einem Alter von ungefähr drei Monaten produziert der Säugling die ersten Geräusche, besonders wenn er sich wohl fühlt. Sie hören Ihr Baby gurren, brummen und quietschen. Diese Laute bringen auch gehörlose Kinder hervor! Das Baby reagiert auf Geräusche und sucht aktiv mit den Augen nach der Schallquelle. 

Mit ca. vier Monaten dreht es den Kopf in die Richtung, aus der das Geräusch kommt. Informieren Sie Ihren Kinderarzt, Ihre Kinderärztin, wenn Ihr Kind auf Geräusche nicht reagiert oder keinen Blickkontakt aufnimmt. Nun beginnt auch die "Lallphase": Ihr Baby spielt mit Lauten und brabbelt vor sich hin.

Wenn es ca. sechs Monate alt ist, verstärkt sich das Plappern Ihres Babys. Sie hören jetzt Silben wie dada oder baba oder eine ganze Folge von Lalllauten. Schon bald versteht es die ersten Wörter. Eine Überprüfung des Gehörs sollte vorgenommen werden, wenn diese Lautfolgen ausbleiben oder das Kleine ganz verstummt.


Häufige Frage zum Thema

Die Sprachentwicklung verläuft bei jedem Kind unterschiedlich. Die ersten Wörter, der erste Zweiwortsatz, veranlassen Eltern häufig zu Vergleichen mit gleichaltrigen Kindern, was nicht selten zu Verunsicherungen führt.

Im Alter von 24 Monaten sprechen etwa 20 Prozent aller Kinder noch keine 50...

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Newsticker

Bücher für Babys | 31.10.2019

Buchstart ist die grösste Frühförderungskampagne der Schweiz und wird in drei Landessprachen durchgeführt. Seit 2008 erhält jedes in der Schweiz geborene Kind ein Buchstart-Paket mit zwei Pappbilderbüchern fürs allererste Vorlesealter geschenkt. Damit sollen Eltern animiert werden, mit ihrem Kind zu sprechen, ihm Geschichten zu erzählen und ihm aus Büchern vorzulesen. Das erleichtert den Spracherwerb, regt die Fantasie an und fördert die Lust aufs Lernen, schafft zugleich Nähe und bereichert die Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem. Kinder, die von Anfang an mit Büchern aufwachsen, sind im Vorteil. Sie erfahren schon früh, wie viel Spass in Bildern und Büchern steckt und sie haben ihr Leben lang Freude am Lesen und Lernen. Buchstart wird mit öffentlichen Geldern für die Leseförderung unterstützt und von vielen Partnern getragen: Kinderärzten, Mütter- und Väterberaterinnen, Gemeinden und Bibliotheken. Weiterführende Informationen: www.buchstart.ch

Babytalk | 21.02.2019

Eltern, die einen für Babys angepassten Sprechstil erlernen, können damit einen direkten Einfluss auf den Wortschatz ihrer Kinder nehmen. Damit ist jedoch nicht Babysprache aus unsinnigen Wörtern gemeint, sondern eine grammatikalisch korrekte Sprache mit normalen Wörtern, die übertrieben und mit langgezogenen Vokalen gesprochen wird. Sprechen Eltern langsam und deutlich mit ihrem Baby, lernt es mehr Wörter. Eine neue Studie des Institute for Learning & Brain Sciences der Universität in Washington, USA, zeigt: Babys, deren Eltern Anleitungen für eine kindgerechte Sprache erhalten hatten, gaben im Alter von 14 Monaten zu 43 % Silbenketten, Lautfolgen und Wörter von sich, während Babys aus der Kontrollgruppe dies nur zu 30 % taten. Das Sprechenlernen kann ganz unkompliziert beim Windelwechsel, beim Einkaufen oder den Mahlzeiten gefördert werden.

Newsticker

Keine Babysprache nach zwei Jahren: Durch viel Sprechen fördern Eltern die kindliche Sprachentwicklung. Dabei können sie ihr Kind ruhig in der Babysprache nachahmen. Spätestens wenn der Nachwuchs zwei bis drei Jahre alt ist, sollte man aber nur noch in normaler Sprache sprechen, damit der Wortschatz sich kontinuierlich erweitert. Auf Fantasiewörter und Verniedlichungen solle man verzichten und in möglichst einfachen Worten und deutlich sprechen. Viele Fragen ermuntern das Kind, seine Umwelt und sein Verhalten genau zu beobachten. Spricht das Kleine beim Spielen mit sich selbst, sollten die Eltern es gewähren lassen und nicht dazwischen reden. Sprechen ist lautes Denken und Selbstgespräche kein Grund zur Sorge. (swissmom-Newsticker, 7.11.2013)

Letzte Aktualisierung : 24-01-20, AG

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