Eltern mit ihrem Neugeborenen

Die ersten Tage daheim

Auch wenn Sie sich in den vergangenen Tagen im Spital so richtig fit gefühlt haben: Kaum sind Sie wieder daheim, werden Sie wahrscheinlich merken, dass Sie doch noch ziemlich schwach auf den Beinen sind. Dabei bräuchten Sie alle Ihre Kräfte, um die völlig neuen Abläufe in den Griff zu bekommen! Für „Mrs. Perfect“ stehen die Zeiten jetzt tatsächlich schlecht: Kaum etwas klappt wie am Schnürchen, Pläne zu machen ist sinnlos, jede noch so kleine Aktion erweist sich als umständlich und langwierig.

Machen Sie sich nichts draus, so geht es (fast) allen jungen Müttern. Einen Haushalt zu versorgen, einzukaufen, sauberzumachen, Gäste zu empfangen – und dazu noch auf die vielen Bedürfnisse eines Säuglings einzugehen, das ist eine enorme Herausforderung, die nicht auf Anhieb klappen kann.

Seien Sie also mal so richtig nett zu sich selbst: Gelingt es Ihnen nicht, vor dem Mittagessen zu duschen, die Wäsche zu versorgen und etwas zu kochen – dann ist das einfach in Ordnung so. Jeder Mensch in Ihrer Umgebung wird dafür vollstes Verständnis haben! Setzen Sie sich nicht unter Druck, und lassen Sie auch nicht zu, dass andere das tun. Es ist ganz und gar normal, wenn Sie zur Zeit eher unsicher, schnell erschöpft und überfordert reagieren. Mit der Zeit wird sich alles einspielen, und bald gibt es auch in Ihrem neuen Leben wieder eine angenehme Normalität.

In den ersten Wochen zu Hause sind Sie so intensiv mit Ihrem Baby beschäftigt – Stillen, Baden, Wickeln, Ausfahren, Schmusen – dass Sie Ihren Haushalt vielleicht einfach mal vernachlässigen müssen. Nehmen Sie sich Zeit für Entspannung, die steht Ihnen jetzt besonders zu. Holen Sie sich Hilfe. Bilden Sie mit Ihrem Partner ein neues Team. Vielleicht kann er Ferien nehmen und kräftig mit anpacken. Die frischgebackenen Väter sind besser zu gebrauchen als man meint, auch wenn sie oft selbst viel Mühe mit der neuen Situation haben. Oder Sie haben eine Freundin, Schwester, Nachbarin, Tante, Mutter oder die Gotte Ihres Babys, die Ihnen unter die Arme greifen können. Grosseltern springen besonders gerne ein! Nehmen Sie sich zur Not einen bezahlten Babysitter.

Sagen Sie Ihren Helfern genau, was sie tun sollen. Sie können nicht erwarten, dass Ihre Umwelt von allein draufkommt, was jetzt das Richtige für Sie ist. Je mehr Ihnen an Hausarbeit abgenommen wird, desto entspannter und ausgeruhter können Sie sich um Ihr Kleines kümmern. Und das ist wichtig, denn so ein Winzling spürt Unruhe, Hektik und Nervosität in der Umgebung mit feinen Antennen und wird dann selbst unruhig. Und das können Sie jetzt am wenigsten gebrauchen...

Hilfe bietet für alle Fragen immer die Mütterberatung in einer Mütter-Väterberatungsstelle, die es auch in Ihrer Nähe gibt. Und auch für Alleinerziehende gibt es Hilfe.

Wenn Sie sich als Eltern zunehmend überfordert fühlen und einfach nicht mehr weiter wissen, hilft es oft, sich einfach anonym aussprechen zu können. Für solche Fälle gibt es den 24-Stunden-Elternnotruf: 044-261 89 03, www.elternnotruf.ch.

Hier finden Sie einen Babysitter oder eine Haushaltshilfe


Wissen

Nach der Geburt mit einem guten Gefühl nach Hause


Letzte Aktualisierung: 04.2018, AG