Mutter in der Wanne, Stirn am Rand abgestützt
Geburt | Schmerzerleichterung

So läuft eine Wassergeburt ab

Einige Voraussetzungen müssen für eine Wassergeburt gegeben sein, damit maximale Sicherheit für Mutter und Kind, aber auch für das Personal, gewährleistet ist. Ein normales Gebärsaalbett muss im Raum stehen, falls die Wassergeburt auf dem Trockenen weitergeführt werden muss. 

Die Geburtswanne ist grösser als eine normale Badewanne, sodass auch verschiedene Körperpositionen möglich sind. Sie hat spezielle Haltevorrichtungen und Fussstützen. Selten gibt es so grosse Geburtsbadewannen, die auch noch Platz für den werdenden Vater bieten. Die Gebärwanne sollte freistehend, also von allen Seiten zugänglich sein, und das Ein- und Aussteigen sollte möglichst einfach und gefahrlos sein.

Vor einer Wassergeburt werden die üblichen Aufnahme-Untersuchungen durchgeführt. Zusätzlich wird allerdings ein Einlauf empfohlen, um Wasserverunreinigungen in der Pressphase zu vermeiden. Ein Einlauf sollte während der Geburt so früh wie möglich durchgeführt werden. In den meisten Geburtskliniken wird auch ein venöser Zugang, z.B. in eine Armvene, gelegt, damit im Notfall rasch Medikamente gespritzt werden können. Die Gabe von Schmerzmitteln ist bei einer typischen Wassergeburt oft nicht nötig, da die entspannende Wirkung des Wassers ihren Einsatz unwahrscheinlich macht. 

Die Wanne wird bis etwa Nabelhöhe gefüllt. Das Wasser ist klar: Badezusätze, z.B. Aromaöle oder Schaumbäder, sind bei Kopfaustritt des Kindes nicht erlaubt. Sowohl die Eröffnungsphase als auch die Austreibungsphase können in der Wanne stattfinden. Die Gebärende kann aber grundsätzlich in das Wasser steigen, wann sie Lust dazu hat. Ein allzu langes Verweilen (> 2.5 Stunden) im Wasser kann aber umgekehrt sogar unangenehm sein und ein Positonswechsel ist oftmals gut für den Geburtsfortschritt. Während der gesamten Zeit  werden die kindlichen Herztöne immer wieder überwacht, sei dies durch eine CTG-Ableitung oder nur durch Abhören der kindlichen Herztöne. Sobald sich die Herztöne verschlechtern, muss die Wassergeburt sofort abgebrochen werden.

Die Hebamme unterstützt und leitet die Geburt vom Wannenrand aus. Grundsätzlich muss immer eine weitere Person, zumeist der Partner, anwesend sein, damit die Sicherheit der Gebärenden gewährleistet ist. Wenn durch zuviel Entspannung gegen Ende der Austreibungsphase die Wehen schwächer werden, hilft manchmal ein kurzes Aufstehen, weil die kalte Aussenluft wehenanregend wirkt. Bevor und während das kindliche Köpfchen durchtritt, wird von der Hebamme der Dammschutz durchgeführt. Da die Haut im Wasser sehr elastisch ist, ist ein Dammschnitt meist nicht notwendig. Er kann aber ohne weiteres auch unter Wasser durchgeführt werden.

Nach der Geburt des Köpfchens folgt fast unmittelbar der restliche Körper und das Neugeborene wird der Mutter auf den Bauch gelegt. Sobald das Gesicht des Kindes mit der Luft in Kontakt kommt, macht es seine ersten Atemzüge. Danach sollte es nicht wieder untertauchen. Mutter und Kind haben jetzt einige ruhige Minuten verdient und Zeit für intensiven Hautkontakt, auch das erste Anlegen nach der Geburt ist noch in der Geburtswanne möglich. Das Anlegen ist die erste Massnahme, um weitere Kontraktionen auszulösen, damit der Mutterkuchen sich von der Gebärmutter löst und ausgestossen wird (Nachgeburt). Damit Massnahmen zur Plazentalösung ergriffen werden können, muss die Mutter das Wasser verlassen, falls sich die Plazenta nicht von selbst löst. Verletzungen wie Dammrisse oder Dammschnitte müssen jedoch auf dem „Trockenen“ vom Arzt, der Ärztin versorgt werden.


Häufige Frage zum Thema

Kann man bei einer Wassergeburt auch schmerzlindernde Methoden anwenden?


Letzte Aktualisierung : 28-04-16, BH /ET / swissmom-Hebammenteam

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