Wassergeburt
Schmerzerleichterung | Geburt

Die Geburt unter Wasser

Angeblich sollen schon die alten Ägypter und viele Naturvölker ihre Kinder vorzugsweise im Wasser zur Welt gebracht haben. Heute stehen in vielen Spitälern extra grosse Badewannen im Gebärsaal.

Die „Wassergeburt“ (auch Wannengeburt genannt) ist eigentlich eine spezielle Form der Schmerzerleichterung unter der Geburt. Denn warmes Wasser (meist zwischen 34 und 36 °C) entspannt den Körper optimal, was viele Schwangere mit Rückenschmerzen schon beim Schwimmen festgestellt haben. Der Teufelskreis von Angst, Verspannung und Schmerz kann im warmen Wasser oft erfolgreich unterbrochen werden, denn der Wehenschmerz wird erträglicher und der Muttermund öffnet sich leichter. Der Einsatz von Schmerzmitteln wird weniger wahrscheinlich.

Das ist alles anders bei der Geburt im Wasser:

  • Für die Überwachung der kindlichen Herztöne und der Wehen brauchen die Geburtshelfer ein spezielles CTG-Gerät mit wasserdichten Schallköpfen, jedoch ohne Kabel (Telemetrie, ohne direkten Stromanschluss). 
  • Auch bei der Wassergeburt kann nach Meinung einiger Fachleute durchaus eine bestimmte Form der Periduralanästhesie (PDA) durchgeführt werden. Diese Methode wird nicht in allen Kliniken angeboten, erkundigen Sie sich deshalb in der von Ihnen ausgewählten Klinik danach. Jede Methode für sich, Wassergeburt oder Periduralanästhsie, wird in den meisten Spitälern angeboten.
  • Die Häufigkeit von Dammschnitten ist bei Wassergeburten deutlich niedriger, weil sich das Gewebe im Nassen leichter dehnt. Sollte es trotzdem zu eng werden, kann die Episiotomie auch unter Wasser durchgeführt werden. Dammrisse bzw. Scheidenrisse sind allerdings etwas häufiger.
  • Aus demselben Grund soll auch eine Wassergeburt nach einer vorherigen Kaiserschnittentbindung günstig sein, da das Narbengewebe den Kontraktionen besser standhalten kann. Da aber eine Geburt nach einem Kaiserschnitt als Risikogeburt gilt, sollten Sie dies mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme besprechen.

Wir haben für Sie detailliertere Informationen zum Ablauf einer Wassergeburt und zur Sicherheit für Mutter und Kind zusammengestellt.


Häufige Frage zum Thema

Bei einer Wassergeburt kann man heute auch eine Epidural-Analgesie, also regionale Leitungsanästhesie durchführen. Sollte dies aus irgendwelchen Gründen notwendig werden, müssen Sie zunächst aus dem Wasserbecken heraus steigen. Nach Anlegen des Katheters wird die Zugangsstelle wasserdicht abgeklebt...

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Newsticker

Entspannter entbinden | 14.02.2020

Ein amerikanisches Forschungsteam verglich 397 Wassergeburten mit  2.025 regulären Geburten und konnte dabei nachweisen, dass bei Wassergeburten im Vergleich zu regulären Geburten keine Unterschiede hinsichtlich Einlieferungen auf Neonatalogische Intensivstationen oder der Häufigkeit von Nachgeburtsblutungen erkennbar sind. Die WissenschaftlerInnen konnten ausserdem erkennen, dass es bei den "Wassergebärenden" zu weniger Vaginalrissen ersten und zweiten Grades kam. Auch war bei den Wassergeburten im Vergleich zur Kontrollgruppe kein Dammschnitt notwendig. Der „Zufriedenheitslevel“ scheint grösser zu sein: Viele Frauen empfinden das warme Vollbad als entspannend und erleben auch die Wehen als erträglicher. Zwar wiesen mehr Babys unmittelbar nach Wassergeburten einen Apgar-Score von 7 oder weniger auf, nach 5 Minuten ließen sich jedoch keine Unterschiede mehr erkennen. Professor Lisa Kane Low, die leitende Studienverfasserin merkte an: "Die Ergebnisse zeigen es deutlich: Bei Nutzung der richtigen Technik, sind die Resultate für Wassergeburten sehr gut.“

Letzte Aktualisierung : 03-04-18, BH / ET

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