Mutter in der Wanne, Stirn am Rand abgestützt
Schmerzerleichterung | Geburt

Wasser zur Entspannung

In den letzten Jahren kommt warmes Wasser immer häufiger auch bei Geburten zum Einsatz, sei es direkt während des Geburtsvorgangs selbst in Form einer Wassergeburt oder als ausgedehnte warme Dusche oder warmes Vollbad während der Wehen. Viele Kliniken sind heute mit Gebär- oder Geburtsbecken, einem mit warmem Wasser gefüllten Pool, ausgestattet. Immer mehr Frauen nutzen dort die entspannende und schmerzlindernde Wirkung von warmem Wasser. Besonders die Schmerzen im Rücken - die Wehen der Eröffnungsphase strahlen dorthin extrem aus - sind viel erträglicher als im Trockenen. Die Erfahrung zeigt, dass sich der Muttermund im Wasser schneller öffnet, die Wehen also effektiver sind. Allerdings können die Wehen durch ein warmes Bad auch unangenehm verstärkt werden.

Natürlich sind Sie es, die entscheidet, ob und wie lang Sie in die Badewanne möchten. Und das muss nicht immer in einer echten „Unterwassergeburt“ enden. Viele Gebärende möchten das Wasser nur während der ersten Wehenstadien geniessen. Andere bleiben bis zum Durchtritt des Kindes im Wasser und nutzen die Auftriebskraft des Wassers als natürliche Stütze, die Kräfte sparen hilft. Bei Wassergeburten sind jedoch besondere Sicherheitsvorkehrungen und bestimmte allgemeine Massnahmen für den Ablauf erforderlich, und die Betreuung durch entsprechend geschulte Fachkräfte ist unerlässlich. Planen Sie eine Wassergeburt, so erkundigen Sie sich bei Ihrer Klinik, ob diese Geburtsart dort auch möglich ist und begleitet wird. Denken Sie auch daran, dass eine Epidural-Analgesie oder Sie eine kontinuierliche Überwachung per CTG im Wasser nicht immer so einfach möglich ist.


Wissen

Warmes Wasser macht die Geburt nicht kürzer, aber angenehmer!


Newsticker

Geburt im Wasser | 20.11.2020

Eine US-amerikanische Studie über Wassergeburten, veröffentlicht in der Zeitschrift "Obstetrics & Gynecology", ergab, dass diese nicht häufiger zu Einlieferungen in Neugeborenen-Intensiv- oder Spezialstationen führten als herkömmliche Geburten - also mindestens genauso sicher sind. Nach einer Wassergeburt wurden 2,9 Prozent der Kinder in Neugeborenen-Intensiv- oder Spezialstationen aufgenommen, in der Kontrollgruppe mit herkömmlicher Geburt waren es dagegen mit 8,3 Prozent deutlich mehr. Schon länger ist erwiesen, dass der Aufenthalt im Wasser während der Eröffnungsphase (Muttermund noch nicht vollständig geöffnet) bei unkomplizierten und termingerechten Schwangerschaften sicher ist, Schmerzen lindert und die Dauer der Wehen verkürzt. Nun wurde auch der Effekt während der Austreibungs- und Pressphase näher untersucht. Positiver Nebeneffekt: Die Frauen hatten deutlich seltener Dammrisse. Die Forscher berichten, dass Frauen oft überrascht sind von dem fehlenden Beckendruck und dem Gefühl, dass das Baby herausgleitet.

Entspannter entbinden | 14.02.2020

Ein amerikanisches Forschungsteam verglich 397 Wassergeburten mit  2.025 regulären Geburten und konnte dabei nachweisen, dass bei Wassergeburten im Vergleich zu regulären Geburten keine Unterschiede hinsichtlich Einlieferungen auf Neonatalogische Intensivstationen oder der Häufigkeit von Nachgeburtsblutungen erkennbar sind. Die WissenschaftlerInnen konnten ausserdem erkennen, dass es bei den "Wassergebärenden" zu weniger Vaginalrissen ersten und zweiten Grades kam. Auch war bei den Wassergeburten im Vergleich zur Kontrollgruppe kein Dammschnitt notwendig. Der „Zufriedenheitslevel“ scheint grösser zu sein: Viele Frauen empfinden das warme Vollbad als entspannend und erleben auch die Wehen als erträglicher. Zwar wiesen mehr Babys unmittelbar nach Wassergeburten einen Apgar-Score von 7 oder weniger auf, nach 5 Minuten ließen sich jedoch keine Unterschiede mehr erkennen. Professor Lisa Kane Low, die leitende Studienverfasserin merkte an: "Die Ergebnisse zeigen es deutlich: Bei Nutzung der richtigen Technik, sind die Resultate für Wassergeburten sehr gut.“

Letzte Aktualisierung : 08-04-20, swissmom-Team

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