nach der Geburt wird der Schleim abgesaugt
Kaiserschnitt | Geburt

Der „sanfte“ Kaiserschnitt

"Sanfter Kaiserschnitt" heisst die Operationsmethode nach Misgav-Ladach, einem Krankenhaus in Jerusalem. Auch der sanfte Kaiserschnitt ist eine Operation, bei der Gewebe verletzt wird. Es bestehen auch dieselben Risiken einer Komplikation wie bei der die klassischen Schnittentbindung. Sie zeichnet sich aber dadurch aus, dass die jungen Mütter deutlich früher wieder aktiv sind und bereits nach wenigen Tagen die Klinik verlassen können.

Der sanfte Kaiserschnitt unterscheidet sich nur in einigen wenigen Punkten von der üblichen Methode: Die Schichten der Bauchdecke werden vorwiegend stumpf eröffnet, d.h. ohne zu schneiden. Der Bauchschnitt erfolgt zunächst genauso wie beim klassischen Kaiserschnitt. Die darunter liegenden Schichten durchtrennt das Skalpell aber dann nur in der Mitte. Danach dehnen die Geburtshelfer das Gewebe rechts und links des Schnitts mit den Fingern weiter auf. Dehnungen sind weniger blutig als Schnitte, daher ist kaum Blutstillung nötig und normalerweise auch keine Drainage (Abfluss-Schlauch). Die Gebärmutter öffnet dann ein weiterer knapper Schnitt. Nach dem Eingriff wird der Bauch mit wenigen Nähten verschlossen, d.h. nicht jede eröffnete Schicht wird auch wieder zugenäht. Insgesamt gesehen ist dadurch der Wundverschluss vereinfacht, die Operationsdauer und auch die Narkosedauer um etwa ein Drittel verkürzt und der Heilungsprozess beschleunigt.

Spätestens zwei Stunden nach der OP wird der Blasenkatheter gezogen. Dadurch ist die junge Mutter beweglicher und weniger Thrombose-gefährdet. Aufsteigende Infektionen in Blase und Nieren werden weitgehend vermieden.

Letzte Aktualisierung : 29-04-16, BH

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