Schwangere im Gebärsaal
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Mikroblutanalyse und fetale Pulsoxymetrie

Das Absinken der fetalen Herzschlagfrequenz kann ein Hinweis darauf sein, dass das Baby gefährdet ist, was bei kontinuierlicher Überwachung mit dem CTG leicht festgestellt werden kann. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird man mögliche weitere Massnahmen und eventuelle weiterführende Tests mit Ihnen besprechen.

Einer dieser Tests ist die sogenannte Mikroblutanalyse. Dazu wird ein Röhrchen in die Scheide eingeführt und aus der Kopfhaut des Kindes eine winzige Blutprobe entnommen. Die Blutentnahme über die Kopfhaut ist für Ihr Baby nicht gefährlich. Anhand bestimmter Blutwerte kann der Zustand des Kindes beurteilt werden. Wenn der Wert in Ordnung ist, kann abgewartet werden. Andernfalls muss sofort entbunden werden. Diese Entbindung erfolgt dann für gewöhnlich per Kaiserschnitt, wenn Anzeichen für eine Gefährdung des Kindes schon in der Eröffnungsphase auftreten, oder als Zangengeburt oder Saugglockengeburt, wenn es in der Austreibungsphase zu Sauerstoffmangel kommt.

Die Mikroblutanalyse ist unter Geburtshelfern umstritten und wird heute nicht mehr an allen Spitälern durchgeführt. Es handelt sich dabei bloss um eine Momentaufnahme des kindlichen Zustandes, welcher sich auch nach einem guten Ergebnis sehr rasch zum Schlechten verändern kann. Kritiker bemängeln, dass man, wenn das Kind wirklich gefährdet ist, mit der Untersuchung zu viel Zeit verliert und ein gutes Resultat keine Garantie für einen problemlosen weiteren Verlauf der Geburt darstellt. Die Untersuchung müsste bis zur Geburt in regelmässigen Abständen wiederholt werden, was wiederum eine Belastung für das Kind darstellt.

Eine andere, neuere Methode ist die fetale Pulsoxymetrie, bei der ein Sensor über den offenen Muttermund (nach dem Blasensprung) an der Wange des noch im Uterus befindlichen Kindes befestigt wird. So werden während der Geburt kontinuierlich Informationen über die Sauerstoffsättigung im fetalen Blut geliefert.

Newsticker

Sauerstoff zum Leben | 28.03.2021

Genug Sauerstoff ist für die ungestörte Entwicklung des Ungeborenen Voraussetzung. In den letzten Monaten der Schwangerschaft hat das Baby einen besonders hohen Bedarf. Ein Mangel kann sich schon nach kurzer Zeit ungünstig auswirken. „Man kann eine bedrohliche Situation mit einem einfachen Gerät, dem CTG, frühzeitig erkennen“, betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte in Deutschland. Wenn eine Schwangere in den letzten Wochen Wehen hat, ist der Blutzufluss kurzfristig eingeschränkt, die Anzahl der Herzschläge des Babys sollten sich aber nicht verändern. Fällt die Herzfrequenz während einer Wehe ab und erholt sich erst nach und nach, ist das ein Hinweis auf Sauerstoffmangel. Eine baldige Geburtseinleitung könnte sinnvoll sein, denn dann ist das Kind von der mütterlichen Versorgung unabhängig. Auch unter der Geburt wird durch die Cardiotocographie eine Sauerstoffmangel-Situation frühzeitig erkannt. Der damit verbundene Pulsed-wave Doppler-Ultraschall erzeugt harmlose Ultraschallwellen mit sehr geringer Energie, die für das Baby kein Risiko darstellen.

Sensor schlägt Alarm | 12.03.2018

Ein winziger Sensor wird nach dem Blasensprung über den offenen Muttermund an der Wange des noch ungeborenen Kindes befestigt und liefert während der Geburt kontinuierlich Informationen über die Sauerstoffsättigung im fetalen Blut. Dieses einfache Verfahren (Pulsoxymetrie) ist aber auch nach der Geburt noch hilfreich. Es kann einen grossen Teil der angeborenen Herzfehler, die für etwa 6 % aller Todesfälle im Säuglingsalter verantwortlich sind, so früh entdecken, dass lebensrettende Massnahmen schnell eingeleitet werden können. Nach einer amerikanischen Studie wird dadurch die Säuglingssterblichkeit erheblich gesenkt. Auch eine Studie am Universitäts-Kinderspital Zürich mit über 3000 Neugeborenen konnte den Nutzen eindrücklich nachweisen.

Letzte Aktualisierung : 03-03-20, BH / ET / swissmom-Hebammenteam

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