Junge mit Zahnlücke und Maiskolben
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Gesunde Kinderzähne

Zähne sind ein kostbares Gut - egal, ob es sich um Milchzähne oder um bleibende Zähne handelt. Für eine gute Zahngesundheit ist es wichtig, dass Sie von Anfang an auf gute Pflege achten.

Wann beginnen Babys zu zahnen?

Schon in der 8. Schwangerschaftswoche beginnt die Entwicklung der Milchzähne und bei der Geburt stehen bereits 20 Milchzahn-Kronen im Kiefer bereit. Bis dann allerdings der erste Zahn durchbricht, dauert es noch eine ganze Weile. Bei den meisten Babys zeigt sich das erste Zähnchen etwa im sechsten Monat, es gibt aber auch solche, bei denen dies deutlich früher oder später der Fall ist.

Ob der Zahndurchbruch nun etwas früher oder später geschieht - eine schmerzhafte Angelegenheit ist er fast immer. Das Baby ist weinerlich, schläft schlecht, mag nicht essen und hat vielleicht leicht erhöhte Temperatur oder Durchfall. Es steckt sich oft die Finger in den Mund, beisst auf allem herum, was es zu fassen bekommt und speichelt mehr als üblich. Damit es die Schmerzen besser erträgt, können Sie ihm einen im Kühlschrank gekühlten Beissring geben. Auch Zahngelee, Kamillen- oder Salbeitee wirken schmerzlindernd.

Stillen nach dem Zahndurchbruch

Wenn Ihr Baby seine ersten Zähnchen bekommt, müssen Sie deswegen nicht abstillen. Sie sollten jedoch jetzt bereits mit einer regelmässigen Zahnpflege beginnen, auch wenn Ihr Kind noch keinen Brei bekommt. Denn Muttermilch enthält ebenfalls Milchzucker, der zur Entstehung von Karies beitragen kann.

Sofern es richtig angelegt ist, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Ihr Baby beim Trinken beisst. Vorkommen kann es natürlich trotzdem mal - sei es, weil Ihr Baby satt ist und nur noch herumspielt, sei es, weil es zahnt und Schmerzen hat. Vielleicht will es auch einfach mal sehen, wie Sie reagieren, wenn es zubeisst.

Versuchen Sie in diesem Fall, möglichst ruhig zu bleiben und lösen Sie das Baby von der Brust, indem Sie einen Finger in den Mundwinkel zwischen die Zahnleisten einführen. Vermitteln Sie ihm aber auch, dass Zubeissen nicht geht. Dies können Sie tun, indem Sie ihm in die Augen schauen und ernsthaft "Nein" sagen oder indem Sie die Stillmahlzeit unterbrechen.

Nuggi oder Daumen - was ist besser für die Zähne? 

Manche Babys können ihr Saugbedürfnis an der Brust vollumfänglich stillen - andere stecken sich zwischen den Mahlzeiten immer wieder den Daumen in den Mund oder verlangen nach dem Nuggi. Viele Eltern machen sich Gedanken, ob dies negative Auswirkungen auf die Zahnstellung haben könnte. In den ersten drei Lebensjahren sehen Fachleute jedoch den Nuggi nicht als problematisch an. Auch das Daumenlutschen sollte in den ersten beiden Lebensjahren noch keinen bleibenden Einfluss auf die Zahnstellung haben. Bildet sich ein "Offener Biss", stehen die Chancen in diesem Alter noch gut, dass sich dieser von selbst zurückbildet.

Grundsätzlich ist es jedoch besser, wenn Ihr Baby sein Saugbedürfnis an der Brust und mit einem Nuggi stillt. Das Daumenlutschen lässt sich nämlich schwerer wieder abgewöhnen als das Nuckeln. Zudem wir dabei mehr Kraft auf den sich entwickelnden Kiefer ausgeübt, was sich schliesslich doch negativ auf die Zahnstellung auswirken kann.

Warum müssen schon die Milchzähne gut gepflegt werden?

Obschon die Milchzähne nach wenigen Jahren wieder ausfallen, ist es wichtig, sie von Anfang an gut zu pflegen. Sie sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Müssen sie gezogen werden, weil sie von Karies befallen sind, können sie diese Funktion nicht erfüllen.

Beginnen Sie daher mit dem täglichen Zähneputzen, sobald Ihr Kind sein erstes Zähnchen bekommen hat. Im ersten Lebensjahr reicht es, wenn Sie dies abends vor dem Schlafengehen tun. Im zweiten Lebensjahr sollten die Zähne zweimal täglich gereinigt werden, danach ist dreimal täglich Zähneputzen angesagt -  natürlich immer mit Ihrer Hilfe, denn die motorischen Fähigkeiten Ihres Kindes sind noch nicht so weit entwickelt, dass es dies selbständig tun kann.

Achten Sie auf den Fluoridgehalt der Zahnpasta, denn wenn Ihr Kind zu viele Fluoride aufnimmt, entstehen auf den Zähnen Flecken, die zwar harmlos, aber kosmetisch störend sind. Zu Beginn reicht eine reiskorngrosse Menge Zahnpasta, ab dem Alter von zwei Jahren ist eine erbsengrosse Menge angemessen.

Stressfreies Zähneputzen

Längst nicht jedes Kind hat Spass an der Zahnpflege, aber es muss natürlich trotzdem sein. Wie so oft im Leben lernt Ihr Kind am besten an Ihrem Vorbild. Putzen Sie gemeinsam, reinigen Sie einander gegenseitig die Zähne oder beziehen Sie grössere Geschwister ins Zanputzritual mit ein. Eine gut schmeckende Zahnpasta, Lieder und Versli sorgen ebenfalls für mehr Spass beim Zähneputzen.

Karies: Prophylaxe und Behandlung

Karies entsteht, weil bestimmte Bakterien im Mund aus Zucker Säure bilden, die den Zahnschmelz auflöst. Schon Kleinkinder können daran erkranken. Sind die Milchzähne durch Karies zerstört, müssen sie gezogen werden. Daher ist es wichtig, rechtzeitig vorzubeugen. Durch regelmässiges Zähneputzen und den Verzicht auf Süssgetränke tun Sie viel für die Zahngesundheit Ihres Kindes.

Wackelzähne

Die meisten Kinder sind ganz schön stolz auf ihre erste Zahnlücke und meistens kommen die Milchzähne auch problemlos raus, wenn man ihnen ein wenig Zeit lässt. Gelegentlich will es aber partout nicht vorwärtsgehen und der wackelnde Zahn stört nur noch. Nachhelfen mit Bindfaden und Türeknallen ist dennoch nicht empfehlenswert. Wenn der Zahn schon sehr lose sitzt, können Sie vielleicht mit einem Papiertaschentuch und Drehbewegungen nachhelfen. Nur in seltenen Fällen ist ein Zahnarztbesuch nötig, beispielsweise, wenn das Zähneputzen vor lauter Wackelzähnen kaum mehr möglich ist.

Der erste Zahnarztbesuch

Sind die Milchzähne vollständig durchgebrochen, wird es Zeit für den ersten Zahnarztbesuch - also etwa im Alter von zwei Jahren. Viele Erwachsene nehmen ihre eigenen Zahnarzttermine mit grossem Widerwillen wahr, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Damit Ihr Kind seiner ersten Begegnung mit der Kinderzahnärztin entspannt entgegenblicken kann, sollten Sie ihm nicht von Ihren eigenen schwierigen Erlebnissen erzählen. Drohen Sie auch nie mit dem Zahnarzt, wenn es seine Zähne nicht putzen mag und suchen Sie nach Möglichkeit eine Praxis, die auf Kinder spezialisiert ist.

Jährliche Zahnkontrollen werden ab dem ersten Kindergartenjahr nötig. In manchen Kantonen finden diese bei der Schulzahnärztin statt, in anderen bekommen die Eltern Gutscheine, um die Kontrolluntersuchungen in der Praxis ihrer Wahl durchführen zu lassen. 

Was tun bei einem Zahnunfall?

Beim Spielen und Toben kann es leicht einmal passieren, dass ein Zahn Schaden nimmt. Wie bald sie zur Zahnärztin gehen sollten, hängt in erster Linie davon ab, ob es sich um einen Milchzahn oder um einen bleibenden Zahn handelt. Bei einem Milchzahn, der abgebrochen oder herausgeschlagen ist, reicht es, wenn Sie innerhalb der nächsten drei Tage einen Termin vereinbaren. Ist jedoch ein bleibender Zahn betroffen, sollten Sie schnellstmöglich mit dem Zahnarzt Kontakt aufnehmen. Denken Sie unbedingt daran, den Unfall der Krankenkasse zu melden, damit diese später auch für allfällige Folgebehandlungen aufkommt.

Brauchen wir eine Zahnversicherung?

Die Bedingungen, in welchen Fällen die Grundversicherung für Zahnbehandlungen aufkommen muss, sind sehr eng definiert. Eine kieferorthopädische Behandlung, beispielsweise, wird nur bezahlt, wenn die Zahnspange aufgrund einer krankheitsbedingten Zahnfehlstellung nötig ist.

Da kieferorthopädische Behandlungen das Familienbudget ziemlich belasten, lohnt es sich, dafür eine Zusatzversicherung abzuschliessen. Dies tun Sie am besten bereits bei der Geburt, wenn Sie Ihr Kind bei der Krankenkasse anmelden. Bei einer Anmledung nach dem vierten Geburtstag verlangen viele Krankenkassen eine zahnärztliche Untersuchung. Zeigt sich dabei, dass allenfalls eine Korrektur nötig werden könnte, wird die Aufnahme meist abgelehnt.

Für Behandlungen nach einem Zahnunfall kommt die Unfallversicherung auf. Der Abschluss einer Zusatzversicherung, die sämtliche zahnärztlichen Behandlungen abdeckt, lohnt sich in den meisten Fällen nicht.

Newsticker

Weniger ist mehr! | 20.08.2021

Fluoride härten den Zahnschmelz und schützen ihn vor Zerstörung. Babys sollten bis zum Durchbruch des ersten Milchzahns deshalb täglich ein Kombinationspräparat aus Fluorid und Vitamin D in Tablettenform erhalten. Nimmt ein Kind jedoch zu viele Fluoride auf (z.B. beim Verschlucken fluoridhaltiger Zahncreme), entstehen auf den Zähnen harmlose, aber unter Umständen kosmetisch störende Flecken.  Zahnärzte, Kinder- und Jugendärzte empfehlen deshalb, genau auf den Fluoridgehalt und die Zahnpastamenge zu achten. Eltern geben in der Regel ganze Stränge auf die Zahnbürste, und das ist viel zu viel! So lange das Kind die Fluorid-Vitamin-D-Tablette bekommt, werden die ersten Milchzähne entweder ohne Zahnpasta oder nur mit einer reiskorngrossen Menge (0,125g) Zahnpasta ohne Fluorid geputzt. Fallen die Fluoridtabletten weg, darf die Zahncreme etwas Fluorid enthalten (max. 1.000 ppm, übliche Kinderzahnpasta). Ab 24 Monaten darf mit einer erbsengrossen Menge (0,25g) geputzt werden. Fachverbände fordern nun eine bessere Dosiermöglichkeit der Tuben.

Ab dem ersten Milchzahn | 14.07.2019

In Deutschland haben Kinder jetzt schon ab dem sechsten Lebensmonat und bis zum vollendeten 33. Lebensmonat Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Bei den Untersuchungen erhalten die Eltern praktische Tipps zur Mundgesundheit und eine Anleitung zum täglichen richtigen Zähneputzen bei ihrem Kind. Bis zum 6. Geburtstag kann in der Zahnarztpraxis vierteljährlich Fluoridlack aufgetragen werden, um den Zahnschmelz zu härten. Obwohl Karieserkrankungen in Deutschland insgesamt zurückgegangen sind, ist die frühkindliche Karies ("Nuckelflaschenkaries") die häufigste chronische Krankheit im Vorschulalter. Immer wieder kommt es vor, dass kleinen Kindern unter Vollnarkose stark von Karies befallene Milchzähne entfernt werden müssen.
 

Letzte Aktualisierung : 26-08-21, TV

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