Schulkinder mit Maske und Desinfektionsmittel
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Maskenpflicht für Schulkinder

In manchen Kantonen gilt neu auch für Primarschülerinnen und Primarschüler eine Maskenpflicht. Da dies bis anhin erst ab der Oberstufe ein Thema war, lösen die neuen Bestimmungen natürlich Fragen aus. Wir liefern Ihnen die Antworten.

Können so kleine Kinder schon eine Maske tragen?

In der Regel gilt die Maskenpflicht erst für Kinder ab der 4. oder 5. Klasse - also für eine Altersstufe, in der es schon sehr gut möglich ist, Anweisungen zu verstehen und auch zu befolgen. Doch kleinere Kinder können ebenfalls mit der Maske klarkommen. Gemäss einer gemeinsamen Stellungnahme von Kinderärzte Schweiz und Pädiatrie Schweiz ist es für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren zwar schwieriger, die Maske zuverlässig über mehrere Stunden zu tragen. Aus medizinischer Sicht spricht jedoch nichts dagegen. Sofern die epidemiologische Lage im Kanton dies erfordert, empfehlen die beiden Organisationen daher eine Maskenpflicht an den Primarschulen, insbesondere für Kinder in der 5. und 6. Klasse. Bei Bedarf könne die Massnahme aber auch auf die Unterstufe ausgedehnt werden.

Wichtig ist natürlich, dass die Kinder die korrekte Handhabung der Maske einüben. Dies nicht nur in der Schule, wo so manch ein Spassvogel für Ablenkung sorgt, sondern auch in aller Ruhe zu Hause. Diese Regeln sollte Ihr Kind befolgen:

  • Vor dem Aufsetzen der Maske die Hände gut mit Seife waschen oder desinfizieren.
  • Die Maske soweit als möglich nur an den Schlaufen anfassen.
  • Darauf achten, dass der Mundschutz Nase, Mund und Kinn gut bedeckt und satt, aber nicht eng am Gesicht anliegt.
  • Die Maske nach dem Aufsetzen nicht mehr berühren. Falls es doch mal vorkommt: Hände gut waschen oder desinfizieren.
  • Gebrauchte Maske in einem geschlossenen Abfallbehälter entsorgen und die Hände gründlich waschen.
  • Falls die Maske zwischendurch ausgezogen werden darf: Darauf achten, dass sich Aussen- und Innenseite nicht berühren.

Welche Masken sind für Kinder geeignet?

Masken in Kindergrösse sind für Kinder unter 12 Jahren ideal, da sie besser sitzen. Sie sind nicht nur kleiner geschnitten, sondern oft auch etwas hübscher anzusehen als Mundschutze für Erwachsene. Die meisten Schulen stellen die Masken für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Falls diese Ihrem Kind nicht gut sitzen, fragen Sie bei der Lehrperson nach, ob es eine von zu Hause mitgebrachte Maske tragen darf. Bei der Verwendung von Stoffmasken (Community Masken) achten Sie unbedingt darauf, dass diese qualitätsgeprüft, mehrlagig und bei mindestens 60 °C waschbar sind.

Halten die Kinder stundenlanges Maskentragen überhaupt aus?

Eine Maske zu tragen ist für die meisten Kinder zumutbar und schadet der Gesundheit nicht. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass das Tragen von Hygiene- oder Stoffmasken zu Problemen wie Sauerstoffmangel oder einem erhöhten Gehalt an Kohlendioxid im Blut führen könnte.

Dennoch hält sich wohl kaum ein Kind mit Begeisterung an Schutz- und Hygienemassnahmen. Es ist daher vollkommen in Ordnung, wenn die Knöpfe hin und wieder über die Maskenpflicht klagen. Sie gewöhnen sich in der Regel trotzdem schnell daran und werden schon bald ganz selbstverständlich ihren Mundschutz tragen.

Wie so oft spielt das elterliche Vorbild auch hier eine wichtige Rolle. Je mehr Sie sich an den neuen Regeln reiben und Ihrem Ärger in Anwesenheit Ihres Kindes Luft machen, desto schwerer wird es ihm fallen, sich an die Maskenpflicht zu halten. Leben Sie ihm jedoch vor, dass die Maske während einer Pandemie genauso selbstverständlich ist wie das Tragen von Handschuhen und Mütze bei Kälte, kommt es besser klar mit den neuen Anweisungen. Erinnern Sie es auch gelegentlich daran, warum das Ganze überhaupt nötig ist: Um einander gegenseitig vor einer Ansteckung zu schützen und um zu verhindern, dass das Virus von der Schule nach Hause zu den Eltern und Grosseltern getragen wird.

Was tun, wenn die Maske hinter den Ohren drückt?

Stundenlanges Maskentragen kann unbequem werden und vielleicht klagt Ihr Kind bald einmal darüber, dass die Bänder hinter den Ohren drücken. Kurzfristig kann diesem Problem abgeholfen werden, indem die Maskenbänder am Hinterkopf mit einer grossen Büroklammer zusammengehalten werden. Auf Dauer ist es aber sicher besser, wenn Sie Ihrem Kind einen Maskenhalter mitgeben, der die Bänder am Hinterkopf oder im Nacken zusammenhält und die Ohren entlastet. Eine weitere Möglichkeit sind Community Masken zum Binden, allerdings kann es für kleinere Kinder schwierig sein, diese selbständig an- und auszuziehen. Schliesslich sind im Handel auch wiederverwendbare Kindermasken mit einer verstellbaren Halterung am Hinterkopf und im Nacken erhältlich. Diese Produkte sind jedoch relativ teuer.

Kann unser Kind von der Maskenpflicht dispensiert werden?

Eine ärztliche Maskendispens ist nur in sehr seltenen Fällen nötig:

  • Bei akuter schwerer Atemnot, also beispielsweise bei einem starken Asthma-Anfall
  • Bei einer schweren chronischen Atemlimitation
  • Bei schweren Verhaltens-, Wahrnehmungs- oder Motorikstörungen, die es dem Kind verunmöglichen, die Maske korrekt zu tragen oder sie selbständig abzunehmen.
  • Wenn das Tragen der Maske Ängste oder Panikattacken auslöst.

Newsticker

Ab in den Ofen! | 22.01.2021

FFP2-Masken schützen im Alltag am besten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. In Deutschland sind sie deshalb schon in Geschäften und im ÖV obligatorisch. Allerdings sind sie nicht ganz günstig und so stellt sich die Frage: Darf man sie wiederverwenden? Neue Untersuchungen an der Universität Münster sehen darin für den Privatgebrauch kein Problem. Die Maske sollte nach dem Tragen entweder sieben Tage bei Raumluft getrocknet oder eine Stunde im Ofen 80°C trockener Hitze ausgesetzt werden. Auf diese Weise könne eine mögliche Kontamination mit dem Coronavirus stark reduziert und die Masken bis zu fünfmal getragen werden. Die Masken sollten zum Trocknen nicht auf die Heizung gelegt werden. Bei Temperaturen von 30 °C bis 40 °C wachsen Bakterien und Pilze besonders gut. Besser bei trockener Raumluft mit Klammern an eine Wäscheleine hängen! Im Backofen (Ober-Unterhitze) müssen 80°C eingehalten werden, unter 70°C bleiben die Viren ansteckend, über 90°C können sich die Masken verformen (Backofenthermometer). Die Wissenschaftler raten grundsätzlich davon ab, FFP2-Masken an aufeinanderfolgenden Tagen zu tragen. Zur Studie >>> 

Feuchte Maske | 02.12.2020

Wenn es in diesen Monaten draussen häufiger nass ist, kann die Alltagsmaske schnell ihre Schutzwirkung verlieren. Die Feuchtigkeit schränkt den Luftstrom ein und macht den Stoff durchlässig. Keime wie Bakterien und Viren können durch den nassen Stoff leichter nach aussen dringen. Eine gründliche Masken-Hygiene ist jetzt besonders wichtig. Sobald sich die Maske feucht anfühlt, sollte sie gewechselt werden. Deshalb ist es sinnvoll, immer eine Ersatzmaske dabei zu haben. Abgenommene Masken sollten nicht einfach um den Arm gestreift oder in die Jackentasche gesteckt werden. Besser ist es, sie in einem sauberen, wiederverschliessbaren Beutel zu verstauen. Wird die nasse Maske mit dem Fön getrocknet, ist sie nicht mehr steril. Besser ist es, sie zum Trocknen aufzuhängen oder gleich bei 60 Grad zu waschen. Und auch, wenn es im Winter kalt draussen ist: In Innenräumen ist die Ansteckungsgefahr höher. Menschenmengen in geschlossenen Räumen sollten vermieden werden, so gut es geht. Regelmässiges Lüften ist zusätzlich wichtig, um die Ansteckungsgefahr geringer zu halten.

Letzte Aktualisierung : 12-02-21, TV

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