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Mutter und Kind in fester Umarmung
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Mut­ter­lie­be macht uns stark

Aus der For­schung


Be­kommt ein Klein­kind von sei­ner Mut­ter (oder ei­ner an­de­ren fes­ten Be­zugs­per­son) viel Lie­be, ist es spä­ter bes­ser in der Lage, mit den Ängs­ten, Be­las­tun­gen und An­stren­gun­gen des Er­wach­se­nen­le­bens zu­recht­zu­kom­men. Um­ar­mun­gen, Küs­se und ein deut­li­ches Zei­gen der Zu­nei­gung schei­nen laut Wis­sen­schaft­lern der Duke Uni­ver­si­ty emo­tio­na­le Be­las­tun­gen leich­ter er­trag­bar zu ma­chen.

Das Team um Jo­an­na Ma­sel­ko wer­te­te die Da­ten von fast 500 Per­so­nen aus dem Bun­des­staat Rho­de Is­land aus. Sie wur­den als Kin­der und spä­ter als Er­wach­se­ne be­glei­tet. Eine si­che­re Bin­dung zwi­schen Mut­ter und Kind scheint laut dem Jour­nal of Epi­de­mio­lo­gy and Com­mu­ni­ty Health von ent­schei­den­der Be­deu­tung zu sein.

Ex­per­ten be­to­nen aber auch, dass El­tern wis­sen müs­sen, wann man mit die­ser Art der Mut­ter­lie­be auf­hö­ren muss. Über­trie­be­nes Be­mut­tern kann von den Kin­dern als zu­dring­lich und pein­lich emp­fun­den wer­den. Das gilt vor al­lem dann, wenn sie äl­ter wer­den.

Viel Mut­ter­lie­be för­dert laut der ak­tu­el­len Stu­die si­che­re Bin­dun­gen und Ver­bin­dun­gen. Ma­sel­ko ar­gu­men­tiert, dass so nicht nur Leid ver­rin­gert wird, son­dern dass ein Kind da­mit auch bei ei­nem er­folg­rei­chen Le­bens­ent­wurf ge­hol­fen wird. Dazu ge­hö­ren ne­ben so­zia­len Fä­hig­kei­ten auch Stra­te­gi­en zur Be­wäl­ti­gung schwie­ri­ger Si­tua­tio­nen.

Für die Stu­die be­wer­te­te ein Psy­cho­lo­ge wäh­rend ei­ner Rou­ti­ne­un­ter­su­chung die Qua­li­tät der In­ter­ak­tio­nen zwi­schen Müt­tern und ih­ren acht Mo­na­te al­ten Kin­dern. Be­ur­teilt wur­de, wie gut die Mut­ter auf die Ge­füh­le und Be­dürf­nis­se ih­res Kin­des re­agier­te. Ba­sie­rend auf der Wär­me die­ser In­ter­ak­tio­nen er­hielt die Mut­ter eine ent­spre­chen­de Punk­te­zahl.

30 Jah­re spä­ter wur­den die­se Kin­der kon­tak­tiert und er­sucht, an ei­ner Um­fra­ge über ihre Ge­sund­heit und ihre Ge­füh­le teil­zu­neh­men. Sie wur­den un­ter an­de­rem ge­fragt, ob ihre Müt­ter ih­rer Ein­schät­zung nach lie­be­voll mit ih­nen um­ge­gan­gen wa­ren.

Die Er­geb­nis­se zeig­ten, dass Kin­der, die von ih­ren Müt­tern sehr ge­liebt wor­den wa­ren, mit al­len Ar­ten von Leid deut­lich bes­ser um­ge­hen konn­ten. Kin­der lie­be­vol­ler Müt­ter ka­men vor al­lem mit Angst­ge­füh­len bes­ser zu­recht. Laut den Wis­sen­schaft­lern ist es auf­fäl­lig, wie eine kur­ze Be­ob­ach­tung Hin­wei­se auf den Zu­stand der Kin­der zu ei­nem viel spä­te­ren Zeit­punkt lie­fern kann.

Die­se Er­geb­nis­se deu­te­ten wie vie­le an­de­re dar­auf hin, dass die frü­he Kind­heit für die Er­fah­run­gen im spä­te­ren Le­ben von ent­schei­den­der Be­deu­tung ist. Der Ein­fluss an­de­rer Fak­to­ren wie Per­sön­lich­keit, Er­zie­hung und Aus­bil­dung soll­te da­bei nicht au­ßer Acht ge­las­sen wer­den.

Aus der For­schung: http://www.duke.edu
Ma­sel­ko, J. et al.: J Epi­de­mi­ol Com­mu­ni­ty Health doi:10.1136/jech.2009.097873

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Letzte Aktualisierung: 15.03.2021, BH
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