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Ärztin untersucht medizinisches Material unter dem Mikroskop
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Der Fi­bro­nek­tin-Test


Die­ser Test zur Ein­schät­zung ei­ner dro­hen­den Früh­ge­burt ist schnell, schmerz­los und völ­lig ri­si­ko­los für Mut­ter und Kind. Er wird im Rah­men ei­ner gy­nä­ko­lo­gi­schen Un­ter­su­chung als Ab­strich aus der Schei­de durch­ge­führt. Die Aus­wer­tung dau­ert nur we­ni­ge Mi­nu­ten.

Un­ter­sucht wird das Schei­dense­kret auf das Ei­weiss Fi­bronec­tin, ein Be­stand­teil der Ei­häu­te. Fe­ta­les Fi­bro­nek­tin dient dazu, die Frucht­bla­sen­hül­le (Cho­ri­on) mit der obers­ten Ge­bär­mut­ter­schicht (De­ci­dua) zu ver­kle­ben. Es wird frei­ge­setzt und in das Va­gi­nal­se­kret ab­ge­ge­ben, wenn sich die­se fe­ta­len Mem­bra­nen, die das Kind und das Frucht­was­ser um­schlies­sen, ver­än­dern. Der Nach­weis des Fi­bro­nek­tins im Schei­dense­kret kann be­reits vor Auf­tre­ten kör­per­li­cher Sym­pto­me wie vor­zei­ti­ger We­hen, ei­ner Ver­kür­zung der Zer­vix oder gar ei­nem vor­zei­ti­gen Bla­sen­sprung auf das er­höh­te Ri­si­ko für eine Früh­ge­burt hin­wei­sen. Es zeigt also an, ob Ihr Kör­per zur Ge­burt be­reit ist. 

Ist der Test ne­ga­tiv (d.h. fe­ta­les Fi­bro­nek­tin ist in der Schei­de nicht nach­weis­bar) wird mit 99,2%iger Si­cher­heit in den nächs­ten 14 Ta­gen kei­ne Ge­burt statt­fin­den. Die­se sehr hohe Zu­ver­läs­sig­keit des ne­ga­ti­ven Test­ergeb­nis­ses wur­de über Stu­di­en ein­deu­tig be­wie­sen. Ca. 80% al­ler Frau­en mit vor­han­de­nen kör­per­li­chen Sym­pto­men für eine mög­li­che Früh­ge­burt, wie z.B. vor­zei­ti­gen We­hen oder ei­ner ver­kürz­ten Zer­vix, zei­gen ein ne­ga­ti­ves Test­ergeb­nis und ent­bin­den nicht in­ner­halb der nächs­ten 2 Wo­chen. Eine We­hen­hem­mung (To­ko­ly­se), Me­di­ka­men­te zur Be­schleu­ni­gung der Lun­gen­rei­fe des Kin­des oder auch eine län­ge­re Ver­weil­dau­er im Kran­ken­haus kön­nen so ver­mie­den wer­den. In man­chen Fäl­len hö­ren so­gar die vor­zei­ti­gen We­hen von al­lei­ne auf, die mög­li­cher­wei­se durch die Angst vor ei­ner Früh­ge­burt ver­stärkt wur­den.

Fällt der Fi­bro­nek­tin-Test da­ge­gen po­si­tiv aus, weist dies den Arzt oder die Ärz­tin auf eine mög­li­che Früh­ge­burt hin. Dann kön­nen ge­zielt ge­eig­ne­te Schrit­te zur wei­te­ren Dia­gnos­tik und Be­hand­lung un­ter­nom­men wer­den.

Fa­zit: Durch den Fi­bro­nek­tin-Test kann das Ri­si­ko für eine Früh­ge­burt auch trotz be­reits vor­han­de­ner kör­per­li­cher Sym­pto­me in 80% al­ler Fäl­le für den Zeit­raum der nächs­ten 2 Wo­chen aus­ge­schlos­sen wer­den. So kön­nen der schwan­ge­ren Frau und ih­rem un­ge­bo­re­nen Kind un­nö­ti­ge Me­di­ka­men­te und ein län­ge­rer Kran­ken­haus­auf­ent­halt er­spart wer­den.

Mit der neu­es­ten Ge­nera­ti­on des Schnell-Tests auf Fe­ta­les Fi­bro­nek­tin, Ra­pid fFN® 10Q, wird ne­ben dem qua­li­ta­ti­ven Er­geb­nis (po­si­tiv/ne­ga­tiv) erst­ma­lig auch das quan­ti­ta­ti­ve Er­geb­nis (fFN-Kon­zen­tra­ti­on in ng/ml) be­stimmt. Stu­di­en be­le­gen ei­nen di­rek­ten Zu­sam­men­hang zwi­schen Früh­ge­burts­ri­si­ko und fFN-Kon­zen­tra­ti­on.

Der Fi­bro­nek­tin-Test ist ne­ben der Ul­tra­schall­ver­mes­sung der Zer­vix ein wert­vol­les In­stru­ment zur Be­stim­mung oder dem Aus­schluss des aku­ten Ri­si­kos für eine Früh­ge­burt.

Letzte Aktualisierung: 08.08.2016, BH

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