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Schwangerschaftskolumne Woche 18  Seifenblasen

Was rap­pelt in der Kis­te?


Ku­gel­bauch-Ko­lum­ne Wo­che 18


Es ver­än­dert sich al­les. Mein Kör­per ist nicht mehr der­sel­be. Üb­li­cher­wei­se wäre mein Kör­per am Mor­gen nach dem Weih­nachts­es­sen mit der Ver­wandt­schaft noch mit dem Ab­bau des Rot­wei­nes be­schäf­tigt. Auch nach dem gest­ri­gen Weih­nachts­fest füh­le ich mich nicht son­der­lich wohl in mei­ner Haut. Ich habe kei­nen Al­ko­hol ge­trun­ken. So­was tu ich in der Schwan­ger­schaft nicht. Da­für hab ich die dop­pel­te Men­ge Des­sert ver­drückt und nun füh­le ich mich auch nach zehn Stun­den Schlaf noch dem Plat­zen nahe.

Nichts ist wie vor­her und doch blei­ben die Mor­gen nach ei­nem Fest ir­gend­wie un­an­ge­nehm.

Also lie­ge ich noch im­mer im Py­ja­ma auf dem Sofa und ver­spre­che mir selbst, dass ich nie wie­der Scho­ko­la­den­ku­chen es­sen wer­de, als mich plötz­lich je­mand tritt.

In den Bauch.

Von In­nen.

Ganz fein.

Un­gläu­big hüp­fe ich vom Sofa.

„Hal­lo? Muf­fin? Warst du das? Komm, mach noch mal. Bit­te, bit­te!“.

Sanft drü­cke ich mit der Hand auf die obe­re Kan­te mei­ner Ge­bär­mut­ter. Mei­ne vol­le Auf­merk­sam­keit auf die In­nen­wand mei­nes Un­ter­bau­ches ge­rich­tet. Doch der klei­ne Mensch da drin scheint be­reits wie­der an­der­wei­tig be­schäf­tigt zu sein und es bleibt ru­hig. 

War das ge­ra­de die ers­te spür­ba­re Kinds­be­we­gung?  

Ganz auf­ge­regt will ich dem Papa whats­ap­pen. Doch die rich­ti­gen Wor­te für die­se so win­zi­ge und gleich­zei­tig der­mas­sen auf­re­gen­de Emp­fin­dung feh­len mir. Wie kann man das be­schrei­ben?

Schmet­ter­lings­flü­gel? Nein, Schmet­ter­lin­ge sind zu ner­vös. Es war viel ru­hi­ger. Aber auch kein Klop­fen oder Strei­chen.

Für mei­nen et­was ver­klemm­ten Mann tut mir die­se Be­schrei­bung et­was leid, doch sie ist für mich am tref­fends­ten: „Es hat sich an­ge­fühlt, wie ein klei­ner Furz, der um die Ecke huscht. Wie ein Bläs­chen Luft, das sich durch eine Darm­schlin­ge quetscht. Nur eben ganz vor­ne im Bauch. Und viel schö­ner und auf­re­gen­der na­tür­lich.“

Tja, auch wenn sich al­les ver­än­dert, bei uns ver­geht die Ro­man­tik eben auch in der Schwan­ger­schaft nicht.

Die Ko­lum­nis­tin

Schwangerschaftskolumne_Portrait_Giulietta

Giulietta Martin ist Hebamme, Mama von drei kleinen Kindern und lebt im Berner Oberland. Unter mama.kritzelei veröffentlicht sie auf Instagram regelmässig humorvolle Szenen aus dem Familienalltag.

Letzte Aktualisierung: 11.06.2021, swissmom-Redaktion
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