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                              Neugeborenes schläft
                              ©
                              GettyImages

                              Ers­tes Baby ohne Brust­krebs­gen ge­bo­ren

                              Aus der For­schung


                              In Lon­don wur­de 2009 erst­mals ein Mäd­chen ge­bo­ren, bei dem nach der künst­li­chen Be­fruch­tung (IVF) aber vor dem Ein­set­zen der Ei­zel­le in die Ge­bär­mut­ter ein Gen­de­fekt aus­ge­schlos­sen wur­de, der mit ei­nem ho­hen Brust­krebs­ri­si­ko ein­her­geht.

                              Trä­ge­rin­nen ei­nes Brust­krebs-Gens ha­ben ein 80-pro­zen­ti­ges Ri­si­ko ha­ben, ir­gend­wann in ih­rem Le­ben an ei­nem Mam­ma­kar­zi­nom zu er­kran­ken, und sie ent­wi­ckeln zu 60 Pro­zent Krebs am Ei­er­stock (Ova­ri­al­kar­zi­nom). Dies ist so­gar noch schlim­mer, weil die­se Krebs­er­kran­kung sehr bös­ar­tig ver­läuft und häu­fig zu spät er­kannt wird. Die bri­ti­sche Auf­sichts­be­hör­de Hu­man Fer­ti­li­sa­ti­on and Em­bryo­lo­gy Aut­ho­ri­ty ge­neh­mig­te des­halb im Jahr 2006 die Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gnos­tik (PID) zum Aus­schluss die­ses Ri­si­ko­gens.

                              Die zu­künf­ti­ge Ge­sund­heit des Kin­des wur­de da­mit über ethi­sche Be­den­ken ge­stellt. Denn Kri­ti­ker be­zeich­nen die be­wuss­te Aus­wahl von Em­bryo­nen auf­grund von ge­wünsch­ten ge­ne­ti­schen Ei­gen­schaf­ten als ei­nen Schritt hin zum “De­si­gner-Baby” mit spe­zi­el­ler Au­gen-oder Haar­far­be, was al­ler­dings mit der PID in der Re­gel so ein­fach nicht mög­lich wäre. Die Hu­man Fer­ti­li­sa­ti­on and Em­bryo­lo­gy Aut­ho­ri­ty hat­te des­halb auch im De­zem­ber 2008 vor Miss­ver­ständ­nis­sen ge­warnt. Die PID sei kein Ver­fah­ren, mit dem Än­de­run­gen im Erb­gut vor­ge­nom­men wer­den. Es er­öff­ne aber die Mög­lich­keit, ge­ne­ti­sche Er­kran­kun­gen zu ver­mei­den, so­fern die Erb­mas­se der El­tern auch Em­bryo­nen er­mög­licht, die frei von dem be­trof­fe­nen Gen sind.

                              Im vor­lie­gen­den Fall sind in der Fa­mi­lie des Va­ters seit drei Ge­nera­tio­nen mehr­mals Frau­en jung an Brust­krebs er­krankt. Sei­ner Frau wur­den des­halb, wie bei der Vor­be­rei­tung auf eine kon­ven­tio­nel­le IVF üb­lich, meh­re­re Ei­zel­len ent­nom­men und im La­bor be­fruch­tet. Als die ent­stan­de­nen Em­bryo­nen das Acht-Zell-Sta­di­um er­reicht hat­ten, wur­de den Em­bryo­nen eine oder zwei Zel­len ent­nom­men und ge­zielt auf Mu­ta­tio­nen im BRCA1-Gen hin un­ter­sucht. Da­nach wur­de ein Em­bryo im­plan­tiert, der die­ses Merk­mal nicht trug.

                              Die PID kann auch zum Aus­schluss an­de­rer ge­ne­ti­sche Krebs­er­kran­kun­gen an­ge­wen­det wer­den. Das Uni­ver­si­ty Col­le­ge Lon­don bie­tet das Ver­fah­ren zur Zeit zur Ver­mei­dung von Darm­krebs (durch Mu­ta­tio­nen im APC-Gen) und von Re­ti­n­ob­las­to­men an. Eine PID zu den bei­den häu­figs­ten Brust­krebs­ge­nen BRCA1 und 2 könn­te vor al­lem in sol­chen Be­völ­ke­rungs­grup­pen sinn­voll sein, in de­nen die­ses Merk­mal be­son­ders häu­fig ist. Dazu ge­hö­ren Ju­den ost­eu­ro­päi­scher Her­kunft (Ash­ke­n­a­si), von de­nen eine Per­son von 40 Trä­ge­rIn von BRCA1 oder 2 ist. Das Uni­ver­si­ty Col­le­ge Lon­don hat im Herbst das “Ge­ne­tic Can­cer Pre­dic­tion through Po­pu­la­ti­on Scree­ning” (GCaPPS) ins Le­ben ge­ru­fen. Ge­screent wer­den Frau­en in Mill Hill, ei­nem Stadt­teil im Nor­den Lon­dons mit ei­ner grö­ße­ren or­tho­do­xen jü­di­schen Ge­mein­de.

                              Aus der For­schung: Pres­se­mit­tei­lung des Uni­ver­si­ty Col­le­ge Lon­don
                              http://www.ucl.ac.uk/news/news-ar­ti­cles/0901/09010802

                              Letzte Aktualisierung: 17.03.2021, BH
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