Anzeige
Ultraschall wird erklärt
©
GettyImages

Be­cken­end- oder Steiss­la­ge


In mehr als 95 % der Ge­bur­ten führt das Köpf­chen des Kin­des im Ge­burts­ka­nal. Es ist der gröss­te und gleich­zei­tig auch der här­tes­te Teil und dehnt den Ge­burts­weg gleich­mäs­sig, so­dass der rest­li­che Kör­per nach der Ge­burt des Kop­fes ganz leicht her­aus­glei­ten kann.

Wann ist die Wahr­schein­lich­keit für eine Be­cken­end­la­ge (BEL) er­höht?


  • Bei Frau­en, die schon ge­bo­ren ha­ben,

  • Bei Frau­en, die selbst eine Steiss­la­gen­ge­burt wa­ren,

  • Bei Mehr­lin­gen

  • Bei zu­we­nig Frucht­was­ser (Oligo­hy­dram­ni­on) oder zu­viel Frucht­was­ser (Po­ly­hy­dram­ni­on)

  • Bei an­ge­bo­re­nen Ge­bär­mut­ter-Fehl­bil­dun­gen

  • Bei Ge­bär­mut­ter­myo­men

  • Bei tief- oder vor­lie­gen­der Pla­zen­ta (Pla­cen­ta pra­e­via)

  • Bei Früh­ge­bur­ten

Kann man die Dre­hung un­ter­stüt­zen?


Am Ende des sieb­ten Schwan­ger­schafts­mo­nats sitzt noch rund ein Vier­tel der Kin­der mit dem Ge­säss nach un­ten. Die meis­ten dre­hen sich al­ler­dings bis zur Ge­burt in eine Kopf­la­ge. Hat Ihr Baby sich aber in den letz­ten 3-4 Wo­chen der Schwan­ger­schaft noch nicht mit dem Köpf­chen nach un­ten (Ver­tex) ein­ge­stellt und ist eine äus­se­re Wen­dung oder ein al­ter­na­ti­ver Wen­dungs­ver­such nicht er­folg­reich ge­we­sen, bleibt Ihr Baby wahr­schein­lich bis zur Ge­burt in der Steiss­la­ge. Es sitzt dann idea­ler­wei­se im Schnei­der­sitz im Be­cken­ein­gang, die Knie ge­beugt und die Fer­sen am Po. Das ist bei ca. 2-3 % al­ler Ge­bur­ten der Fall, und man kann es durch Tas­ten von aus­sen oder durch eine Ul­tra­schall­un­ter­su­chung fest­stel­len.

Wie wird die Ge­burt ab­lau­fen?


Sie müs­sen nun in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on mit Ih­rem Frau­en­arzt, Ih­rer Frau­en­ärz­tin be­spre­chen, ob es mög­lich ist, das Kind aus der Steiss­la­ge va­gi­nal zu ge­bä­ren und ob sol­che Ge­bur­ten an Ih­rem ge­wünsch­ten Ge­burts­ort durch­ge­führt wer­den. Zwar kann sich je­des Kind noch theo­re­tisch bis zum We­hen­be­ginn in die Schä­del­la­ge dre­hen, aber es wird mit je­dem Tag un­wahr­schein­li­cher, da die Platz­ver­hält­nis­se ab­neh­men und das Kind sich im­mer mehr ins Be­cken senkt.

Ge­plan­ter Kai­ser­schnitt...


Be­stehen ge­wis­se Ri­si­ken bei ei­ner va­gi­na­len Ge­burt, wird meist von vorn­her­ein ein Kai­ser­schnitt emp­foh­len, zum Bei­spiel bei ei­ner Früh­ge­burt, wenn das Baby zu klein oder zu gross ist oder die Füs­se oder die Na­bel­schnur bei der Ge­burt zu­erst er­schei­nen wür­den. Auch ein zu en­ges Be­cken der Mut­ter ist ein Grund, eine Schnitt­ent­bin­dung zu be­vor­zu­gen. Des­halb fin­den heu­te rund neun von zehn Be­cken­end­la­gen­ge­bur­ten per Kai­ser­schnitt statt.

... oder va­gi­na­le Ge­burt aus Be­cken­end­la­ge?


Grund da­für ist nicht nur das et­was er­höh­te Ri­si­ko vor al­lem bei Erst­ge­bä­ren­den, son­dern auch die feh­len­de Er­fah­rung der jun­gen Ge­burts­hel­fer heut­zu­ta­ge. Die Si­cher­heit der va­gi­na­len Ge­bur­ten aus Be­cken­end­la­ge ist näm­lich gröss­ten­teils von der Er­fah­rung des Be­treu­ungs-Teams ab­hän­gig. Es gibt Kli­ni­ken, wel­che sich auf die­se Fäl­le spe­zia­li­siert ha­ben und da­durch über ge­nü­gend Er­fah­rung ver­fü­gen, um Sie kom­pe­tent zu be­ra­ten und zu be­treu­en. An­de­re Spi­tä­ler ver­zich­ten ganz auf Spon­tan­ge­bur­ten bei Be­cken­end­la­ge. Wenn Ihr Kind sich nicht dre­hen will und Sie sich eine Spon­tan­ge­burt vor­stel­len kön­nen, las­sen Sie sich idea­ler­wei­se bei ei­ner Kli­nik oder ei­nem Arzt be­ra­ten, wel­che BEL-Ge­bur­ten an­bie­ten. Auch an ei­ner spe­zia­li­sier­ten Kli­nik wird man Sie zu­erst ge­nau un­ter­su­chen und dann erst ent­schei­den, ob eine Spon­tan­ge­burt an­ge­strebt wer­den kann. 

Lie­gen kei­ne Ri­si­ken vor, bie­tet man Ih­nen dort die Wahl zwi­schen ei­ner va­gi­na­len Ent­bin­dung und ei­nem ge­plan­ten Kai­ser­schnitt. In vie­len Re­gio­nen der Schweiz gibt es Spi­tä­ler, wel­che BEL-Ge­bur­ten an­bie­ten. Als be­trof­fe­nes Paar müs­sen Sie sich sel­ber er­kun­di­gen, was in Ih­rem Spi­tal oder an­de­ren Spi­tä­lern in der Um­ge­bung an­ge­bo­ten wird. In­ner­halb Ih­res Kan­tons ist es ver­si­che­rungs­tech­nisch nor­ma­ler­wei­se kein Pro­blem, das Spi­tal frei zu wäh­len. Wenn Sie ein Spi­tal in ei­nem an­de­ren Kan­ton be­vor­zu­gen, müs­sen Sie sich über die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen vor­zei­tig in­for­mie­ren! 

Der wich­tigs­te Grund­satz, der bei ei­ner spon­ta­nen BEL-Ge­burt be­folgt wird, ist: Die Ge­burt muss zü­gig vor­an­schrei­ten. Ver­zö­ger­te und schlep­pen­de Ge­burts­ver­läu­fe wer­den nicht to­le­riert.

Es be­steht ein et­was er­höh­tes Ri­si­ko, dass das Baby ver­letzt oder ge­schä­digt wer­den kann, des­we­gen wer­den di­ver­se Mass­nah­men vor­be­rei­tet oder durch­ge­führt. Mit ei­ner Epi­du­ral­an­äs­the­sie ist man im Fal­le ei­ner spon­ta­nen Be­cken­end­la­gen­ge­burt gross­zü­gi­ger, zur Ent­span­nung des Ge­we­bes und der Mus­ku­la­tur.

Um den Durch­tritt des Köpf­chens zu er­leich­tern, wird gross­zü­gig eine Epi­sio­to­mie (Damm­schnitt) durch­ge­führt. Ihre Heb­am­me, Ihr Ge­burts­hel­fer oder Ihre Ge­burts­hel­fe­rin wird den Kopf des Ba­bys ent­we­der mit den Hän­den oder, was sehr sel­ten der Fall sein dürf­te, mit ei­ner Zan­ge sanft aus der Schei­de ho­len.

Eine Quer­la­geSchräg­la­ge oder noch sel­te­ne­re ge­burts­wid­ri­ge La­gen des Kin­des sind nicht va­gi­nal ge­burts­fä­hig.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Meh­re­re Un­ter­su­chun­gen ha­ben be­stä­tigt, dass sich die ei­ge­ne An­stren­gung mit der so­ge­nann­ten al­ter­na­ti­ven Wen­dung durch­aus loh­nen kann. Ein sehr ein­fa­cher Wen­dungs­ver­such ist die „in­di­sche Brü­cke“, aber es gibt auch noch die „sanf­te Licht­wen­de“, die Zil­g­rei-Me­tho­de, Elek­tro-Aku­punk­tur und die …
In der 30. SSW lie­gen noch 15% al­ler Kin­der in der Be­cken­end­la­ge (Steiss­la­ge). Die meis­ten dre­hen sich in­ner­halb der nächs­ten Wo­chen, so­dass nur ca. 5% al­ler Kin­der tat­säch­lich auch aus die­ser Lage ge­bo­ren wer­den. Je wei­ter die Schwan­ger­schaft fort­schrei­tet, umso un­wahr­schein­li­cher ist al­ler­dings …
Zu­nächst ein­mal muss ab­ge­klärt wor­den sein, ob ein Wen­dungs­ver­such bei ei­ner Steiss­la­ge des Kin­des über­haupt sinn­voll ist. Das Kind darf nicht zu schwach, aber auch nicht zu gross sein, die Frucht­was­ser­men­ge soll­te nor­mal sein und es soll­ten kei­ne wei­te­ren Ri­si­ko­fak­to­ren vor­lie­gen. Die äus­se­re …
Letzte Aktualisierung: 03.06.2021, BH / swissmom-Hebammenteam
Anzeige
Anzeige