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Hebamme untersucht Neugeborenes auf dem Bett
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Die Haus­ge­burt


In der Schweiz kom­men fast alle Ba­bys im Spi­tal zur Welt. Nur ca. zwei von hun­dert Ba­bys wer­den im Ge­burts­haus ge­bo­ren und schät­zungs­wei­se ein Pro­zent der wer­den­den Müt­ter ent­schei­det sich für eine ge­plan­te Haus­ge­burt. Falls Sie Ihr Baby zu Hau­se ge­bä­ren möch­ten, neh­men Sie am bes­ten schon früh Kon­takt auf zu ei­ner Haus­ge­burts­heb­am­me, die Sie in der Schwan­ger­schaft be­treut und Sie in Ih­ren Fra­gen rund um die Vor­be­rei­tung der Ge­burt be­rät.

Wel­che Vor­aus­set­zun­gen müs­sen er­füllt sein, da­mit eine Haus­ge­burt mög­lich ist?


Zum ei­nen ist es eine Fra­ge Ih­rer per­sön­li­chen Ein­stel­lung, ob eine Haus­ge­burt in Fra­ge kommt: Ist Ih­nen eine selbst­be­stimm­te Ge­burt mit mög­lichst we­nig In­ter­ven­tio­nen wich­tig? Oder brau­chen Sie die Ge­wiss­heit, dass für je­den Not­fall vor­ge­sorgt ist, da­mit Sie sich ganz auf den Ge­burts­pro­zess ein­las­sen zu kön­nen? Mit ent­schei­dend ist auch, ob Ihr Part­ner Sie in Ih­rem Wunsch nach ei­ner Haus­ge­burt un­ter­sützt, denn Sie müs­sen un­ter der Ge­burt voll und ganz auf ihn zäh­len kön­nen. Zwei­fel, ob das Spi­tal nicht doch die bes­se­re Wahl ge­we­sen wäre, ha­ben da kei­nen Platz mehr, dar­um müs­sen Sie all­fäl­li­ge Un­stim­mig­kei­ten un­be­dingt im Vor­aus klä­ren.

Ob eine Haus­ge­burt mög­lich ist, ent­schei­det sich zum an­de­ren an­hand der fol­gen­den Kri­te­ri­en:

  • Das Baby muss in Kopf­la­ge lie­gen.

  • Die wer­den­de Mut­ter muss ge­sund sein und darf nicht an vor­be­stehen­den Er­kran­kun­gen lei­den, wel­che den Ge­burts­ver­lauf be­ein­träch­ti­gen könn­ten.

  • Die Schwan­ger­schaft muss ohne Kom­pli­ka­tio­nen ver­lau­fen und das Baby, so­weit in den Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen er­kenn­bar, ge­sund sein. Bei ei­ner Mehr­lings­schwan­ger­schaft ist eine Haus­ge­burt nicht mög­lich.

  • Eine Haus­ge­burt kann frü­hes­tens 3 Wo­chen vor dem er­rech­ne­ten Ge­burts­ter­min (SSW 37) bis spä­tes­tens 2 Wo­chen nach dem er­rech­ne­ten Ge­burts­ter­min (SSW 42) statt­fin­den.

  • Die wer­den­de Mut­ter muss in ei­nem Spi­tal an­ge­mel­det sein, in das sie ver­legt wer­den kann, falls sie me­di­zi­ni­sche Hil­fe braucht.

  • Zwi­schen der Heb­am­me, der Ge­bä­ren­den und al­len bei der Ge­burt An­we­sen­den muss ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis be­stehen und alle be­tei­lig­ten Per­so­nen müs­sen mit der Durch­füh­rung ei­ner Haus­ge­burt ein­ver­stan­den sein.

Wel­ches sind die Vor- und Nach­tei­le ei­ner Haus­ge­burt?


Wenn Sie sich mit dem Ge­dan­ken tra­gen, zu Hau­se zu ge­bä­ren, lie­gen die Vor­tei­le für Sie auf der Hand: Sie brin­gen Ihr Baby in Ih­rem ver­trau­ten Um­feld zur Welt und der Ge­burts­ab­lauf wird nicht von äus­se­ren Be­din­gun­gen be­stimmt, auf die Sie kaum Ein­fluss neh­mem kön­nen. Sie sind um­ge­ben von den Men­schen, die Ih­nen na­he­ste­hen und be­treut von ei­ner Heb­am­me, die Sie be­reits ken­nen und die bei Ih­nen bleibt, auch wenn die Ge­burt län­ger dau­ert.

Doch es gibt auch ei­ni­ge Punk­te, die Sie be­den­ken soll­ten bei Ih­rem Ent­scheid, ob Sie zu Hau­se ge­bä­ren wol­len oder nicht:

  • Falls es zu ei­ner me­di­zi­ni­schen Not­si­tua­ti­on kommt, müs­sen Sie ins Spi­tal ver­legt wer­den. Haus­ge­bur­ten wer­den von sehr er­fah­re­nen Heb­am­men ge­lei­tet, die dar­in ge­schult sind, An­zei­chen für Kom­pli­ka­tio­nen früh­zei­tig zu er­ken­nen und ent­spre­chend zu re­agie­ren. Den­noch kann ein sol­ches Er­leb­nis be­las­tend sein und in sehr sel­te­nen Fäl­len auch die Si­cher­heit von Mut­ter und Kind ge­fähr­den.

  • Wäh­rend im Ge­burts­haus oder im Spi­tal al­les für die Ge­burt ein­ge­rich­tet ist, müs­sen Sie bei der Haus­ge­burt erst al­les be­reit­stel­len. Dies hat ei­ner­seits den Vor­teil, dass Sie das Geb­är­zim­mer ganz nach Ih­ren Wün­schen ge­stal­ten kön­nen, bringt aber auch ziem­lich viel Ar­beit und ei­ni­ge Kos­ten mit sich.

  • Im Ge­burts­haus oder auf der Wöch­ne­rin­nen­sta­ti­on wer­den Sie nach der Ge­burt rund­um be­treut und müs­sen sich in den ers­ten Ta­gen um nichts küm­mern. So kön­nen Sie und Ihr Part­ner, sich ganz auf das Neu­ge­bo­re­ne kon­zen­trie­ren. Na­tür­lich ha­ben Sie auch zu Hau­se lie­be Men­schen, die Sie um­sor­gen und un­ter­stüt­zen. Es fällt je­doch nicht al­len Müt­tern gleich leicht, da­heim die Ar­beit an­de­ren zu über­las­sen und sich zu er­ho­len.

Al­ter­na­ti­ven zur Haus­ge­burt


Nicht in je­dem Fall lässt sich der Wunsch, eine Haus­ge­burt zu er­le­ben, auch tat­säch­lich er­fül­len. Viel­leicht rät Ih­nen die Heb­am­me da­von ab, bei­spiels­wei­se, weil sie im Vor­ge­spräch merkt, dass Sie und Ihr Part­ner nicht mit der glei­chen Über­zeu­gung hin­ter der Sa­che ste­hen. Neh­men Sie die Ein­wän­de der Heb­am­me ernst, denn sie hat schon vie­le Haus­ge­bur­ten ge­lei­tet und weiss, wel­che per­sön­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ein gu­tes Ge­lin­gen ge­ge­ben sein müs­sen. Al­ter­na­ti­ven sind in die­sem Fall die Ge­burt im Ge­burts­haus, eine Be­leg­heb­am­men­ge­burt oder die heb­am­men­ge­lei­te­te Ge­burt im Spi­tal.

Viel­leicht lie­gen aber auch me­di­zi­ni­sche Grün­de vor, die ge­gen eine Haus­ge­burt spre­chen. Die oben ge­nann­ten Al­ter­na­ti­ven kom­men dann meis­tens auch nicht in Fra­ge. Dies mag im ers­ten Mo­ment eine gros­se Ent­tä­su­chung sein, be­deu­tet je­doch nicht, dass Sie eine Ge­burt er­le­ben müs­sen, die so gar nicht Ih­ren Vor­stel­lun­gen ent­spricht. Auch in der Ge­burts­hil­fe im Spi­tal wer­den Ihre Wün­sche und Be­dürf­nis­se ernst ge­nom­men und so­weit als mög­lich be­rück­sich­tigt; auch hier ste­hen Ih­nen lie­be­voll ein­ge­rich­te­te Geb­är­zim­mer, eine Ge­bär­wan­ne, ver­schie­de­ne Ein­rich­tun­gen zum Wech­seln der Ge­burts­po­si­ti­on so­wie di­ver­se Mög­lich­kei­ten der na­tür­li­chen Schmerz­lin­de­rung zur Ver­fü­gung.

Pla­nung ei­ner Haus­ge­burt


Es gibt gute Grün­de, schon früh mit der Pla­nung zu be­gin­nen, wenn Sie Ihr Baby zu Hau­se ge­bä­ren möch­ten:

  • Nicht jede frei prak­ti­zie­ren­de Heb­am­me führt auch Haus­ge­bur­ten durch. In man­chen Re­gio­nen kann sich die Su­che des­halb schwie­rig ge­stal­ten.

  • Haus­ge­burts­heb­am­men kön­nen nicht be­lie­big vie­le Schwan­ge­re gleich­zei­tig be­treu­en. Je eher Sie an­fra­gen, des­to grös­ser ist die Chan­ce, dass die Heb­am­me Ih­rer Wahl noch freie Ka­pa­zi­tä­ten hat.

  • Das Ver­trau­ens­ver­hält­nis ist bei ei­ner Haus­ge­burt be­son­ders wich­tig. Führt die Heb­am­me ei­nen Gross­teil der Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen durch, kann die­ses Ver­trau­ens­ver­hält­nis kon­ti­nu­ier­lich wach­sen. In der Re­gel be­treut Sie die Haus­ge­burts­heb­am­me des­halb schon wäh­rend der Schwan­ger­schaft. In ei­nem Vor­be­rei­tungs­ge­spräch ha­ben auch Ihr Part­ner und an­de­re bei der Ge­burt an­we­sen­de Per­so­nen die Ge­le­gen­heit, die Heb­am­me ken­nen zu ler­nen und den Ab­lauf der Haus­ge­burt zu be­spre­chen. 

  • Falls sich im Ver­lauf der Schwan­ger­schaft her­aus­stellt, dass eine Haus­ge­burt nicht in Fra­ge kommt, ha­ben Sie Zeit, mit Ih­rer Heb­am­me nach ei­ner pas­sen­den Al­ter­na­ti­ve zu su­chen.

Eine Haus­ge­burt kann frü­hes­tens in der 37. Schwan­ger­schafts­wo­che statt­fin­den. Da­mit al­les be­reit ist, wenn das Baby kommt, soll­ten Sie Ihre Vor­be­rei­tun­gen bis da­hin ab­ge­schlos­sen ha­ben. Die Heb­am­me be­rät Sie, was Sie für die Ge­burt und das Wo­chen­bett al­les brau­chen, wor­auf Sie bei der Ein­rich­tung des Geb­är­zim­mers ach­ten soll­ten und wo Sie ei­nen Ge­burts­pool mie­ten kön­nen, falls Sie sich eine Was­ser­ge­burt wün­schen. Ver­ges­sen Sie nicht, eine Kli­nik­ta­sche zu pa­cken! Falls Sie ins Spi­tal ver­legt wer­den müs­sen, soll­ten Sie sich dar­um nicht mehr küm­mern müs­sen.

Wenn Sie schon grös­se­re Kin­der ha­ben, den­ken Sie dar­an, dass Sie eine Be­treu­ungs­per­son brau­chen, die auf Ab­ruf be­reit­steht. Auch in den ers­ten Ta­gen nach der Ge­burt sind Sie froh dar­um, Ihre Kin­der gut be­treut zu wis­sen, da­mit Sie sich er­ho­len und ganz dem Neu­ge­bo­re­nen wid­men kön­nen. 

Ab­lauf ei­ner Haus­ge­burt


Ru­fen Sie die Heb­am­me an, wenn die We­hen ein­set­zen. Bei ih­rem Ein­tref­fen wird die Heb­am­me un­ter­su­chen, wie weit die Ge­burt be­reits vor­an­ge­schrit­ten ist, die Herz­tö­ne des Ba­bys ab­hö­ren und sei­ne Lage er­tas­ten. Bei der Haus­ge­burt wird so­weit als im­mer mög­lich auf In­ter­ven­tio­nen ver­zich­tet, zur Schmerz­lin­de­rung ste­hen di­ver­se na­tür­li­che Me­tho­den zur Ver­fü­gung. Eine zwei­te Heb­am­me steht üb­li­cher­wei­se im Hin­ter­grund auf Ab­ruf be­reit und kommt in der letz­ten Ge­burts­pha­se hin­zu. Ist das Baby da, bleibt die Heb­am­me noch ei­ni­ge Stun­den bei Ih­nen, um zu über­wa­chen, ob es Ih­nen und dem Neu­ge­bo­re­nen gut geht.

Falls un­ter der Ge­burt Ihre Kräf­te nach­las­sen, eine Schmerz­be­hand­lung nö­tig wird, die zu Hau­se nicht durch­ge­führt wer­den kann, oder die Ge­burt nicht wie er­war­tet vor­an­schrei­tet, wer­den Sie ins Spi­tal ver­legt. Die Heb­am­me ach­tet dar­auf, An­zei­chen da­für früh­zei­tig zu er­ken­nen, da­mit bei ei­ner all­fäl­li­gen Ver­le­gung kei­ne Hek­tik auf­kommt. Soll­te ein Not­fall ein­tre­ten, ist Ihre Heb­am­me ent­spre­chend aus­ge­rüs­tet, um Sie bis zum Ein­tref­fen des Ret­tungs­diens­tes zu ver­sor­gen.

Was be­zahlt die Kran­ken­kas­se bei ei­ner Haus­ge­burt?


Die Kos­ten für die Haus­ge­burt so­wie die Haus­be­su­che im Wo­chen­bett wer­den voll­um­fäng­lich von der Kran­ken­kas­se ge­tra­gen. Die Miet­kos­ten für ei­nen Ge­burts­pool sind nicht durch die Grund­ver­si­che­rung ge­deckt, wer­den aber oft­mals ganz oder teil­wei­se von der Zu­satz­ver­si­che­rung über­nom­men.

Bei ei­ner Haus­ge­burt leis­tet Ihre Heb­am­me Be­reit­schafts­dienst. Das heisst, dass sie rund um die Uhr auf Ab­ruf für Sie da ist. Als Ab­gel­tung für die­sen Pi­kett­dienst wird das so­ge­nann­te Pi­kett­geld er­ho­ben. Die­se Kos­ten sind nicht durch die Grund­ver­si­che­rung ge­deckt. In man­chen Kan­to­nen wer­den sie von der Ge­mein­de über­nom­men, zu­wei­len sind sie auch über die Zu­satz­ver­si­che­rung der Kran­ken­kas­se ge­deckt. In vie­len Fäl­len be­zah­len je­doch die El­tern das Piektt­geld selbst. Ihre Heb­am­me be­ant­wor­tet Ih­nen alle Fra­gen rund um das Pi­kett­geld.

Das The­ma Haus­ge­burt im swiss­mom-Fo­rum


Eine of­fe­ne Run­de für alle, die sich für das The­ma Haus­ge­burt in­ter­es­sie­ren. Er­fah­re­ne Haus­ge­burts-Ma­mis ge­ben ger­ne Aus­kunft.

Letzte Aktualisierung: 06.08.2020, BH / TV

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