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Verzweifelte Teenager mit Schwangerschaftstest

Teen­ager-Schwan­ger­schaf­ten


Oft wird bei ei­nem Teen­ager, das heisst bei jun­gen Frau­en zwi­schen 15 und 19 Jah­ren, der Be­ginn der Schwan­ger­schaft bei un­re­gel­mäs­si­gem Zy­klus nicht wahr­ge­nom­men und die ers­te Schwan­ger­schafts­kon­trol­le fin­det re­la­tiv spät statt. Da­her ist es in der Re­gel schwie­rig, das ex­ak­te Schwan­ger­schafts­al­ter zu er­mit­teln. Meist ist dann schon das ers­te Drit­tel, in dem die Fol­säu­re-Ein­nah­me zur Ver­hin­de­rung von Neural­rohr­de­fek­ten so wich­tig ist, ver­passt.

Die Schweiz weist im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich eine sehr nied­ri­ge Zahl von Teen­ager­ge­bur­ten auf, Ten­denz wei­ter fal­lend. 2004 wa­ren nur noch 3 von 1000 Müt­tern un­ter 20 Jah­re alt. In den meis­ten eu­ro­päi­schen Län­dern liegt die­se Zahl zwi­schen 10 und 20, in den Län­dern des ehe­ma­li­gen Ost­blocks so­gar zwi­schen 30 und 60 pro 1000 Ge­bur­ten.

Noch nicht be­reit für ein Baby


Teen­ager sind meist nicht ge­plant schwan­ger ge­wor­den und des­halb we­ni­ger be­reit, sich für das Wohl des Kin­des in der Schwan­ger­schaft ein­zu­schrän­ken. Sie rau­chen häu­fi­ger vor und wäh­rend der Schwan­ger­schaft als er­wach­se­ne Schwan­ge­re. Ge­sun­de Er­näh­rung ist ih­nen nicht so wich­tig und nicht sel­ten neh­men sehr jun­ge Schwan­ge­re noch in den ers­ten Schwan­ger­schafts­wo­chen Ak­ne­prä­pa­ra­te mit Vit­amin-A-Säu­re (Tre­ti­noin) ein, was eine erns­te Ge­fähr­dung des Em­bry­os be­deu­ten kann. Teen­ager ha­ben auch häu­fi­ger Ge­ni­tal­in­fek­tio­nen (z.B. Her­pes ge­ni­ta­lis), die sich ne­ga­tiv auf den Schwan­ger­schafts- und Ge­burts­ver­lauf aus­wir­ken kön­nen.

Kör­per­li­che Vor­aus­set­zun­gen bei ei­ner sehr jun­gen Schwan­ge­ren


Ge­ne­rell ver­kraf­ten sehr jun­ge Frau­en aber Schwan­ger­schaft und Ge­burt kör­per­lich sehr gut, ernst­haf­te  Ri­si­ken sind äus­serst sel­ten. Dass Ri­si­ken wie ein nied­ri­ges Ge­burts­ge­wicht, Früh­ge­bur­ten oder Tot­ge­bur­ten den­noch häu­fig vor­lie­gen, hat nicht so sehr mit dem Al­ter der Schwan­ge­ren, son­dern eher mit ih­rer so­zia­len Be­nach­tei­li­gung, man­geln­der Un­ter­stüt­zung des Um­fel­des und schäd­li­chem Ver­hal­ten wie Rau­chen oder Fehl­ernäh­rung zu tun. Ju­gend­li­che, die ei­nen fes­ten Part­ner und eine Aus­bil­dung ha­ben, nicht rau­chen, recht­zei­tig mit der Schwan­ge­ren­vor­sor­ge be­gon­nen ha­ben und kei­ne Ab­trei­bun­gen oder gy­nä­ko­lo­gi­sche Krank­hei­ten auf­wei­sen, be­kom­men nicht häu­fi­ger kran­ke oder un­ter­ge­wich­ti­ge Ba­bys als er­wach­se­ne Frau­en.

Lei­der be­kom­men sehr jun­ge Müt­ter drei­mal so häu­fig eine Wo­chen­bett-De­pres­si­on als Frau­en über 20 Jah­ren. Und die Kin­der von Teen­ager-Müt­tern tra­gen ein deut­lich hö­he­res Er­kran­kungs- und Un­fall­ri­si­ko. Auch schnei­den sie bei In­tel­li­genz­tests im Durch­schnitt schlech­ter ab als die Kin­der et­was äl­te­rer Müt­ter.

Be­ra­tung für schwan­ge­re Teen­ager


Kos­ten­lo­se und un­ab­hän­gi­ge Be­ra­tung bei ge­woll­ter oder un­ge­woll­ter Schwan­ger­schaft gibt es bei den an­er­kann­ten Be­ra­tungs­stel­len, wel­che vom Ge­setz her (ge­mäss SR 311.0, Art. 120c: spe­zia­li­sier­te Be­ra­tungs­stel­le für un­ter 16-Jäh­ri­ge bei Schwan­ger­schaft und Kon­flikt­schwan­ger­schaf­ten) den Auf­trag ha­ben, Be­ra­tung für Teen­ager an­zu­bie­ten. Des Wei­te­ren kön­nen die an­er­kann­ten Be­ra­tungs­stel­len an wei­te­re Fach­stel­len ver­mit­teln, zum Bei­spiel für fi­nan­zi­el­le und recht­li­che Hil­fe.

Eine an­de­re Mög­lich­keit, sich be­ra­ten und hel­fen zu las­sen, be­steht bei der Schwei­ze­ri­sche Hil­fe für Mut­ter und Kind, die rund um die Uhr auch te­le­fo­nisch un­ter der Help-Line  0800 811 100 er­reich­bar ist.

Letzte Aktualisierung: 15.06.2021, BH
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