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Eltern küssen und umarmen ihr Kind
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Kann man ein Kind zu sehr ver­wöh­nen?


Bei die­ser Fra­ge muss man eine grund­le­gen­de Un­ter­schei­dung ma­chen zwi­schen den Be­dürf­nis­sen ei­nes Kin­des und sei­nen Wün­schen. Das ist nicht im­mer ganz ein­fach zu er­ken­nen. Be­dürf­nis­se sind „Din­ge“, die fürs Über­le­ben not­wen­dig sind, so wie Schlaf, Nah­rung, Si­cher­heit, Schutz, Ge­sund­heit und Re­spekt. Wün­sche un­ter­schei­den sich von Be­dürf­nis­sen da­durch, dass sie kon­kre­ter sind. „Ich habe Hun­ger“ ist ein Grund­be­dürf­nis. Aber mit „Ich möch­te jetzt Ku­chen es­sen“ wird die­ses Be­dürf­nis nur kon­kre­ti­siert.

Das  Ver­wöh­nen fängt dort an, wo ein Über­mass an Wün­schen er­füllt wird, statt Grund­be­dürf­nis­se zu be­frie­di­gen.

Ei­nem Wunsch liegt näm­lich meis­tens ein Be­dürf­nis zu­grun­de, das es zu er­ken­nen und be­frie­di­gen gilt.  Mit un­nö­tig viel Spiel­zeug be­frie­digt man nicht das Be­dürf­nis nach un­ge­teil­ter Auf­merk­sam­keit. Ver­su­chen Sie zu er­ken­nen, was hin­ter dem Wunsch des Kin­des steckt.

Selbst­ver­ständ­lich darf man ei­nem Kind auch Wün­sche er­fül­len. Ach­ten Sie aber ne­ben ei­nem ge­sun­den Mass dar­auf, dass Sie mit der Er­fül­lung des kind­li­chen Wun­sches nicht ei­nem Kon­flikt oder ei­ner Dis­kus­si­on aus dem Weg ge­hen wol­len. Scheu­en Sie den Kon­flikt nicht, den ein „Nein“ mit sich bringt. Neh­men Sie Ih­rem Kind auch nicht Auf­ga­ben und Ar­bei­ten ab, die es schon sel­ber er­le­di­gen kann. Wenn ein Kind sich sei­ne Schu­he schon sel­ber an­zie­hen kann, dann soll­te es das auch sel­ber tun dür­fen, auch wenn es manch­mal et­was län­ger dau­ert. Das stärkt sein Selbst­be­wusst­stein und es wird ler­nen, Sie nur dann um Hil­fe zu bit­ten, wenn es nö­tig ist.

Mit zu viel lie­be­vol­ler Zu­wen­dung, un­ge­teil­ter Auf­merk­sam­keit und Lie­be kann man ein Kind nicht zu sehr ver­wöh­nen, aber mit zu vie­len „Din­gen“, die es ei­gent­lich nicht zum Le­ben braucht.

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Letzte Aktualisierung: 03.03.2020, JL
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